Ein Eisenbahnhistoriker mit Leib und Seele

Egbert Peinhopf mit seinem Buch "Eisenbahnen in Istrien".
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LEOBEN. Meist fährt man an die Adria, um die Meeresluft und die Sonne zu genießen. Das hatte auch Egbert Peinhopf im Sinn, als er im Jahr 1999 nach Rovinj fuhr. Als der Leobener dort einen altösterreichischen Bahnhof samt Lokschuppen und Wasserstationsgebäude, aber keine Gleise mehr vorfand, war sein Interesse geweckt und er fing an. die Geschichte dieser Bahnlinie zu recherchieren.

Kaum Informationen

Vor Ort wusste aber niemand etwas über die Bahnstrecke, die – wie er später erfahren hat – 1966 eingestellt wurde. "So habe ich in meinen schlauen Büchern nachgeschlagen, aber nur eine einzige Seite über die Istrianer Staatsbahn gefunden", berichtet Peinhopf. Die Recherche im Internet ergab, dass es außer einigen Artikeln in Zeitschriften keine deutschsprachige Literatur zu dieser Thematik gab.

Die Idee zum Buch

Mit zunehmender Materialfülle entwickelte die Sache eine unvorhergesehene Eigendynamik. So entstand die Idee, die zusammengetragenen Informationen und Bilder in Form eines Buches zu veröffentlichen. Und ein Verlag war bald gefunden.
Denn als Egbert Peinhopf bei "BAHNmedien.at" in Wien sein Projekt präsentierte, wurde seine Idee gutgeheißen. In diesem "Non-Profit-Verein" fand er Eisenbahn-Enthusiasten, die ihn bei der Verwirklichung seines Buches tatkräftig unterstützten. Leistungen, wie Bildbearbeitung, Layout, Satz, Lektorat etc. werden von den Mitgliedern des Vereins ehrenamtlich erbracht, es gibt auch keine Autorenhonorare. Der Gewinn wird zur Gänze wieder in neue Projekte investiert.

Beeindruckendes Werk

Wir waren begeistert, als uns Egbert Peinhopf – noch vor der offiziellen Präsentation am 13. Oktober in Pula – sein Werk präsentiert hat. Denn das Buch "Eisenbahnen in Istrien – einst und heute" gibt einen Gesamtüberblick über alle Bahnlinien der Adria-Halbinsel. Dabei werden nicht nur alle Strecken der Istrianer Staatsbahn behandelt, deren einziges übrig gebliebenes Relikt die von der ehemaligen Südbahnstation Divaca abzweigende Strecke nach Pula ist. Auch die Arsenalbahn, die die einzelnen Teile des Seearsenals im Hauptkriegshafen der österreichisch-ungarischen Monarchie miteinander verband, wird in Wort und Bild beschrieben. Nicht vergessen wurde auf die einst existierenden Bergwerks- bzw. Industriebahnen in Istrien mit ihren mitunter beachtlich langen Streckennetzen.

Eisenbahnen einst und jetzt

Natürlich dürfen auch die Neubaustrecken der jugoslawischen Ära nicht fehlen, von denen die Koper-Linie eine wichtige Rolle im internationalen Güterverkehr spielt. Ein eigenes Kapitel ist der legendären „Parenzana“, der schmalspurigen Lokalbahn Triest-Parenzo, gewidmet, ein anderes den Straßenbahnunternehmen in Istrien. Auch nie verwirklichte Eisenbahnprojekte werden im Buch besprochen.
Historische Aufnahmen, Dokumente und Pläne, viele Fotos sowie umfangreiches Skizzen- und Tabellenmaterial helfen dabei, ein komplexes Bild der 140-jährigen Eisenbahngeschichte Istriens zu zeichnen.

Buchtipp

Egbert Peinhopf:
"Eisenbahnen in Istrien – einst und heute"
Verlag BAHNmedien.at
416 Seiten, € 59,--
ISBN 978-3-9503921-8-0
Erhältlich im einschlägigen Fachbuchhandel, in Leoben bei Leykam im LCS

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