Leoben: Schulschließung vor der Rathausopposition "verheimlicht"

Die Volksschule in Leoben-Göß soll Ende 2026 geschlossen werden.
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Die Volksschule in Leoben-Göß soll Ende 2026 geschlossen werden. Mit dem Schuljahr 2026/27 soll das neu adaptierte Bildungszentrum Fröbelgasse im Stadtteil Leitendorf in Betrieb gehen. Im Vorfeld gab es dazu keine Informationen durch die SPÖ-Mehrheitsfraktion, die Rathausopposition übt massive Kritik an dieser Vorgangsweise.

LEOBEN. "Die Volksschule im Leobener Stadtteil Göß soll geschlossen werden. Diesen Plan der Stadtregierung kann man aus dem Budgetvoranschlag für das kommende Jahr, welcher dieser Tage den Gemeinderatsfraktionen zugegangen ist, herauslesen. Die Volksschule in Leitendorf wird zu einem Bildungszentrum ausgebaut, während der Schulbetrieb in Göß offenbar ab 2026 eingestellt wird", so KPÖ-Stadtrat Werner Murgg in einer Presseaussendung. 

"Inakzeptable Vorgangsweise"

Weil weder Schulleiter, Lehrer, Eltern noch die Kommunalpolitiker über dieses Vorhaben informiert wurden, übt Murgg Kritik an dieser Vorgangsweise: „Es ist ungeheuerlich, dass sich in einem Budgetansatz eine Entscheidung von derartiger Tragweite wiederfindet, worüber noch in keiner einzigen Sitzung des zuständigen Ausschusses oder auch des Gemeinderates jemals diskutiert wurde. Offenbar will man die Opposition – aber auch die unmittelbar betroffene Bevölkerung – vor vollendete Tatsachen stellen. Diese Vorgehensweise ist schlicht inakzeptabel."

Nach Ansicht der KPÖ brauche es für die Entwicklung der Schulen in Leoben ein grundlegendes Konzept, welches unter Einbindung nicht nur des Gemeinderates, sondern auch der Pädagoginnen und Pädagogen sowie der betroffenen Bevölkerung erarbeitet werden müsse. Den Schulstandort Göß einfach aufzulassen sei nach Ansicht der KPÖ wenig zielführend.

Bürgermeister Wallner argumentiert mit Zahlen

Der Leobener Bürgermeister Kurt Wallner bestätigt auf Anfrage der Woche die geplante Zusammenlegung der beiden Schulen zu einem Bildungszentrum Fröbelgasse: "Die Entwicklung der Schülerzahlen – in Leoben gibt es jährlich nur noch 160 bis 200 Schulanfänger – erfordert Maßnahmen. Beide Schulstandorte aufrechtzuerhalten ist nicht zu verantworten und finanziell nicht tragbar.” 

Beide Schulen wurden ursprünglich für jeweils 400 Schülerinnen und Schüler ausgelegt, derzeit besuchen die Volksschule Göß 136 Jugendliche, in Leitendorf sind es 95, an beiden Standorten sind es daher in Summe 231 Kinder. Die Schulen stehen seit längerer Zeit zur Hälfte leer, untermauert Bürgermeister Wallner das Vorhaben mit Zahlen. Und er spricht von einer frohen Botschaft: "Wir investieren in das Bildungszentrum Fröbelgasse 16 Millionen Euro, die mittelfristig im Budget eingeplant sind. Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen Kinder aus den Stadtteilen Göß, Schladnitz, Leitendorf und Hinterberg das neue Schulzentrum besuchen." 

Die Entscheidung für Leitendorf als Standort des Bildungszentrums soll laut Aussage von Bürgermeister Wallner aus bautechnischen Gründen gefallen sein: Das Gebäude in der Fröbelgasse sei, obwohl es aus den 1950er-Jahren stammt, in wesentlich besserem Zustand als die Schule in Göß, die in den 1970er-Jahren errichtet wurde. Wallner will am 7. Dezember bei einer Klubobleute-Besprechung das Projekt im Detail präsentieren, im Vorfeld soll es auch eine Information der beiden Schuldirektionen geben.

"Todesurteil für die Volksschule Göß"

„Offene Kommunikation, Bürgerbeteiligung und transparente Entscheidungen sind ein Fremdwort in der Leobner Gemeindepolitik“, erklärt Katrin Fladischer, Gemeinderätin der Leobener Grünen. Als ihrer Fraktion am vergangen Montag das von der Stadt geplante Budget zur Einsicht übergeben wurde, fiel die Generalsanierung der Volksschule Leitendorf mit dem Zusatz „um auch Platz für die Schüler von Göß zu bieten" auf. Fladischer: "Nur eine Interpretation bleibt übrig: Die Zustimmung zur Sanierung der Volksschule Leitendorf ist somit ein Todesurteil für die Volksschule Göß."
Massiv ist daher die Kritik der "Grünen: "Am 16. Dezember 2021 soll das Budget samt Grundsatzbeschluss beschlossen werden. Ohne dass die Fakten auf den Tisch kommen, alle Vor- und Nachteile der einzelnen Standorte diskutiert sind und alle Beteiligten durch Bürgerbeteiligung informiert wurden, kann die Entscheidung über Millionen für die Generalsanierung nicht getroffen werden. Die Grünen Leoben fordern eine Verschiebung bis alle Beteiligten gehört wurden und alle Vor- und Nachteile gewissenhaft in einer offenen, transparenten Art diskutiert wurden."

"Katastrophales Zeichen"

FPÖ-Gemeinderat Daniel Geiger zeigt sich ebenfalls empört und übt scharfe Kritik an den Zentralisierungsplänen von Bürgermeister Wallner. „Die Schließung einer Schule in einem großen Ortsteil wie Göß ist ein katastrophales Zeichen. Die gesamte Gemeindepolitik müsste darauf ausgerichtet sein, junge Menschen dazu zu animieren, in unserer Stadt eine Familie zu gründen und dauerhaft hier zu bleiben. Betreuungs- und Bildungseinrichtungen in der Nähe zu haben, ist prinzipiell einer der Vorteile in einer größeren Stadt. Die Schule in Göss sang- und klanglos zu schließen, ist nicht nur rücksichts- und respektlos den Eltern und Kindern gegenüber, sondern schwächt den Ortsteil massiv. Ein verantwortungsvoller Bürgermeister sollte nicht bei den Kindern sparen, dagegen werden wir uns wehren. In der nächsten Gemeinderatssitzung werden wir einen Dringlichkeitsantrag zum Erhalt der Schule einbringen und außerdem werden wir gegen ein solches Budget stimmen.“

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