Zukunftsweisend
Wasserstoff-Forschungszentrum wurde in Leoben eröffnet
In Leoben wurde am Donnerstag das neue Forschungszentrum für Wasserstoff und Kohlenstoff der Montanuniversität feierlich eröffnet. Auf 3.000 Quadratmetern wird hier an der CO2-neutralen Erzeugung von Wasserstoff und Kohlenstoff geforscht – Schlüsseltechnologien für die Energiewende und Dekarbonisierung der Industrie.
LEOBEN. "Mit der Eröffnung des Forschungszentrums für Wasserstoff und Kohlenstoff schaffen wir in Leoben einen zentralen Ort für zukunftsweisende Forschung und Innovation", erklärte der Rektor der Montanuniversität Leoben, Peter Moser, am Donnerstag im Rahmen der feierlichen Eröffnung des H2-C-Forschungszentrums in Leoben-Leitendorf. Das Technikum werde eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von innovativen und nachhaltigen Technologien spielen, um die Energiewende im Land voranzutreiben und zur Dekarbonisierung der Industrie beizutragen.
- Das Forschungszentrum für Wasserstoff und Kohlenstoff befindet sich im Leobener Stadtteil Leitendorf.
- Foto: MeinBezirk/Konrad
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Leoben setzt auf Methanpyrolyse
Konkret wird in Leoben an der CO2-neutralen Erzeugung von Wasserstoff und festem Kohlenstoff geforscht. Dabei setzt man im neuen Forschungszentrum auf die sogenannte Methanpyrolyse, bei der Methan (CH4) durch sehr hohe Temperaturen unter Sauerstoffabschluss in Wasserstoff und festen Kohlenstoff getrennt wird – zwei Elemente, die als zentrale Bausteine für eine klimafreundliche Industrie und Energiewirtschaft gelten. Dieses Verfahren habe den großen Vorteil, dass Wasserstoff in großen Mengen hergestellt werden kann, was wiederum für die Industrie von großem Wert sei.
"Gleichzeitig wird der gesamte Wertschöpfungskreislauf von Wasserstoff und Kohlenstoff – von der Produktion über den Transport und der Speicherung bis hin zur Anwendung – erforscht."
Helmut Antrekowitsch, Vizerektor für Forschung und Nachhaltigkeit der Montanuniversität Leoben
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Kohlenstoff in der Landwirtschaft. Dieser Ansatz trägt zur Verbesserung der Bodenqualität bei, wodurch die Resilienz gegenüber Trockenstress von Kulturpflanzen nachweislich erhöht wird. Darüber hinaus können sowohl Erträge für die Landwirtinnen und Landwirte gesteigert als auch Treibhausgasemissionen reduziert werden. Das übergeordnete Ziel ist die Verlangsamung des Klimawandels sowie die Förderung eines langfristigen Klimaschutzes im Sinne der gesamten Bevölkerung.
- Im Beisein zahlreicher Ehrengäste wurde am Donnerstag das neue Forschungszentrum für Wasserstoff und Kohlenstoff in Leoben-Leitendorf feierlich eröffnet.
- Foto: MUL/Tauderer
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Wissenschaft und Industrie
All dies passiere in enger Zusammenarbeit mit anderen Bildungs- beziehungsweise Forschungseinrichtungen wie der TU Graz sowie Partnern aus der Industrie. „Aus der Zusammenarbeit zwischen RAG und der Montanuniversität Leoben fließen die Ergebnisse unmittelbar in die Demonstrations-Projekte der RAG Austria mit ein und finden direkte Anwendung", bekräftigte Markus Mitteregger, Ideengeber für das Forschungszentrum und CEO des Energiespeicherunternehmens RAG Austria AG, die Zusammenarbeit.
In dasselbe Horn stieß Harald Holzgruber, CEO der Inteco GmbH, die die Montanuniversität bei diesem Projekt nicht nur finanziell unterstützt, sondern als industrieller Partner begleitet. "Die einzigartige Infrastruktur und Forschungslandschaft dieses Forschungszentrums, die die gesamte Prozesskette der Methanpyrolyse im Pilotmaßstab abbildet, stellt eine solide Grundlage für die rasche Skalierung in den industriellen Maßstab dar", so Holzgruber. Er sei zuversichtlich, dass es auf dieser Basis möglich sein werde, der Stahlindustrie weltweit rasch große Mengen an leistbarem Wasserstoff zur Verfügung zu stellen.
- Helmut Antrekowitsch, Vizerektor für Forschung und Nachhaltigkeit, erläuterte den Prozess der Methanpyrolyse.
- Foto: MeinBezirk/Konrad
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Meilenstein für Leoben und das Land
Und was bedeutet das neue Forschungszentrum, das über eine Fläche von rund 3.000 Quadratmeter verfügt und in dieser Größenordnung und mit diesem Schwerpunkt europaweit einzigartig ist, für den Standort Leoben, die Steiermark und Österreich? Ohne grüne Energie werde es keine klimaneutrale Zukunft geben, so Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, in ihrer Rede. Für die Industrie bedeute das vor allem den Umstieg auf grünen Wasserstoff – und "genau das wird hier in Leoben-Leitendorf künftig passieren." Martin Polaschek, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, wiederum bezeichnete das Technikum als herausragendes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Industrie in enger Partnerschaft den Exzellenzanspruch unseres Landes vorantreiben.
Auch Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl hob die Bedeutung des Zentrums für Leoben aber auch für die Steiermark hervor.
"Unser Bundesland ist Teil des ersten europäischen Wasserstoff-Valleys für Industrieanwendungen. Auch das neue Forschungszentrum an der Montanuniversität Leoben wird dazu beitragen, unsere international anerkannte Kompetenz im Bereich der Grünen Technologien weiter auszubauen."
Barbara Eibinger-Miedl, Wirtschaftslandesrätin
Auch der Leobener Bürgermeister Kurt Wallner lobte das Technikum in den höchsten Tönen: "Mit diesem Zentrum unterstreichen die Montanuniversität sowie die Stadt Leoben ihre Rolle als Innovations- und Forschungszentrum."
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