"Sternenkindern" gedenken

Wollen betroffenen Frauen helfen: Simone Wolfgruber, Tina Brunner, Petra Schwarz und Katharina Skacel.
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Simone Wolfgruber aus Krieglach ist in der 40. Schwangerschaftswoche, die Schwangerschaft verläuft normal, alles in Ordnung. "Nach dem Blasensprung fuhr ich mit der Rettung ins Krankenhaus. Dann der Schock, keine Herztöne mehr. Die Plazentagefäße waren gerissen, Marco konnte durch diese Komplikationen nicht mehr versorgt werden und ist verstorben", erzählt sie. Ein unvorstellbares Erlebnis. Ein Erlebnis, das ihr, der ganzen Familie, den Boden unter den Füßen wegreißt. Vier Jahre ist das her.

Heute ist die 33-Jährige Mama der zweieinhalbjährigen Lina. Gemeinsam mit Freundin Petra Schwarz, sie verlor ein Kind in der 38. Woche, hatte sie die Idee, eine Selbsthilfegruppe für Betroffene zu gründen. Der Name der Selbsthilfegruppe: "Sternenkinder - ein Leben ohne euch". Unterstützt werden Wolfgruber und Schwarz durch die Expertise der freiberuflichen Hebamme Katharina Skacel. Sie hat schon einige Eltern nach einer Totgeburt zu Hause nachbetreut. Mit Tina Brunner ist auch eine Psychologin dabei.

Die Treffen finden jeden zweiten Mittwoch im Monat, ab 18.30 Uhr, in der Mürzer Praxisgemeinschaft statt. Die Selbsthilfegruppe soll Eltern bei der Trauerarbeit nach einer Fehlgeburt, einer Totgeburt, nach einem Schwangerschaftsabbruch, wenn das Kind nach der Geburt gestorben ist aber auch bei unerfülltem Kinderwunsch helfen. "Auch in der heutigen Gesellschaft ist das Thema noch immer ein Tabuthema. In der Selbsthilfegruppe wird für das verstorbene Kind Raum geschaffen, wo an das Kind gedacht, darüber geredet und getrauert werden kann", erklärt Wolfgruber.

Zum ersten Treffen letzte Woche waren zwölf Frauen gekommen. Nicht nur aus dem Bezirk, auch aus Niederösterreich. "Wir wollen es schaffen, dass es auch in Mürzzuschlag auf dem Friedhof eine Gedenkstätte für 'Sternenkinder' gibt. Derzeit gibt es nur in Graz und Judenburg welche", sagt Schwarz. Auch ein Lichterfest soll es im Dezember für die verstorbenen Kinder geben. "Wir haben in unserem Bezirk ein bis zwei Totgeburten im Jahr und 15 bis 20 späte Fehlgeburten, also zwischen der 12. und 23. Schwangerschaftswoche", so Skacel. Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Betroffenen wissen, sie sind mit ihrem Schicksal nicht alleine und das gebe oft ein bisschen Hoffnung.

Wollen betroffenen Frauen helfen: Simone Wolfgruber, Tina Brunner, Petra Schwarz und Katharina Skacel.
Bei jedem Treffen brennen Kerzen für die verstorbenen Kinder.

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