Bluesabend „Sir" Oliver Mally & Peter Schneider
Der Sir brachte ausverkauftes JuThe

- hochgeladen von Hans Georg Ainerdinger
„Wir sind in einem Alter und Zustand, wo weniger Licht mehr ist!" ließ am letzten Oktobersamstag Sir Oliver Mally im JuThe gleich zu Beginn seines Bluesabends zu grelle Spots der Bühnenbeleuchtung wegschalten. Prinzipalin Ilse Flor hatte in ihrer Begrüßung strahlend feststellen können: „Alle untergebracht!". Volles Haus wie im Vorjahr, das freute auch den „Sir", längst österreichische Blueslegende und unkategorisierbar, der auf seiner Oktober-Tour mit dem in München geborenen Top-Gitarristen Peter Schneider unterwegs von Wien bis Vorarlberg und in der Schweiz seinem Ruf als „Workaholic" gerecht wurde. Und „erschütternd" findet, was sich gerade nicht nur in Deutschland abspielt. Bis zu 90 Prozent Publikumsverlust, zusperrende Clubs, Bandfinanzierung über Eintrittspreise unmöglich. „Wenn da nicht subventioniert wird, fällt alles weg!" Als Rezept sieht er noch mehr zu machen, durchzuhalten - aber „ohne Abstriche bei der Qualität!". Und die legte er mit hinreissendem Spiel und unverwechselbarer Stimme zur Freude der Bluesfans wieder hin. Da kamen sie wieder, seine unnachahmlich interpretierten Coverversionen wie „Like a rolling stone" oder die heiss erwarteten eigenen Songs wie „Last summer pissed me off". Auch Nummern aus Mallys 25. (!) Album „Cancellation Blues" kamen. Gitarrist Peter Schneider liess mit seinen immer wieder neuen Ideen beim Übernehmen von Grundthemen, mit Virtuosität und Einfühlungsvermögen eingespielten Umrahmungen, manchmal minimalistisch, dann wieder kräftiger umrankend Mally überrascht lächeln. Schon im Vorjahr hatte Mally angemerkt „Wir haben ein identes Pulsgefühl für einen Song!". Dem Judenburger Theater in der Mauer hat er auch nach Bernd Flor die Treue gehalten und bewundert Ilse Flor und ihre Arbeit für das JuThe: „Ein kostbares, erhaltenswertes Kleinod!" H. G. Ainerdinger
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