Forderung der Grünen
Kommt bald Tempo 30 für ganz Neubau und Josefstadt?

Gemeinsam mit Verkehrsexperte Ulrich Leth (TU Wien, 2.v.r.) diskutierten Grüne aus Neubau und Josefstadt über Tempo 30.
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  • hochgeladen von Sabine Krammer

Runter vom Gas im gesamten siebten und achten Bezirk: Geht es nach den Grünen, kommt das 30er-Limit für beide Bezirke.

NEUBAU/JOSEFSTADT. "Geht die Geschwindigkeit runter, steigt die Lebensqualität", ist der grüne Bezirksvize Alexander Spritzendorfer aus der Josefstadt überzeugt. Gemeinsam mit den Neubauer Grünen und Neubaus Bezirkschef Markus Reiter (Grüne) setzt er sich für eine flächendeckende Tempo 30-Zone für die beiden Bezirke ein.

Unterstützung dafür gibt’s vom Verkehrsexperten Ulrich Leth der TU Wien, der Studien über die Auswirkungen der Geschwindigkeitsbegrenzung durchführte. "Zusammengefasst gibt es vier Auswirkungen von Tempo 30. Es hebt die Verkehrssicherheit, schafft bessere Bedingungen für Fuß- und Radfahrer, mindert den Lärm sowie die Abgase und hebt schließlich die Lebensqualität", so Leth.

Um die Hälfte weniger Lärm

Gegner der Tempo 30-Zonen befürchten jedoch starke Auswirkungen auf den Verkehr und die Umwelt: Staus, Ausweichrouten durch Wohngebiete, mehr Lärm und höhere Abgase sowie Zeitverlust werden genannt. All diese Bedenken konnten jedoch durch Untersuchungen, Erhebungen und Feldversuche in Deutschland, der Schweiz oder in Graz entkräftet werden.

So liegt die Lärmreduktion bei Tempo 30 im Vergleich zu Tempo 50 bei zwei bis drei Dezibel, was vom menschlichen Ohr fast als um die Hälfte weniger laut wahrgenommen wird. Die Staugefahr verringert sich bei geringerer Geschwindigkeit, weil der Verkehr flüssiger gestaltet wird – der Zeitverlust bei einer Querung der Bezirke liegt bei lediglich 35 Sekunden.

Ziel: Tempolimit ab 2020

Interessant ist auch, dass sich die Zahl der Unfälle bei Tempo 30 halbiert und die Schwere der Unfälle drastisch sinkt. Grund ist der Reaktions- und Bremsweg: Beginnt man bei Tempo 50 erst nach 13 bis 14 Metern mit dem Bremsmanöver, steht man bei Tempo 30 bereits.

Leth malt auch für die Anrainer ein schönes Bild, denn "Tempo 30 bedeutet, dass man bei offenem Fenster schlafen kann, leichter über die Straße kommt, Kinder sicherer in die Schule gehen können und man trotzdem mit dem Auto überall hin kommt." Seine Empfehlung: Tempo 30 schnell einzuführen. Sowohl am Neubau als auch in der Josefstadt sind fast 80 Prozent der Straßen auf Tempo 30 beschränkt. Lediglich die Bezirksgrenzen, Schienen- und Busspuren sind noch mit Tempo 50 zu befahren.

Am Neubau gab es bereits einen Antrag auf flächendeckendes Tempo 30, der der Mobilitätskommission zugewiesen wurde. Dieter Komendera, Mobilitätsbeauftragter im siebten Bezirk, wünscht sich eine Umsetzung im Jahr 2020. In der Josefstadt wird es mit der nächsten Bezirksvertretungssitzung im Juni einen Antrag auf die flächendeckende Einführung geben.

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