Gewalt gegen Frauen
SPÖ fordert regelmäßige Hochrisiko-Fallkonferenzen

v. l. n. r.: Gemeinderätin Sabine Gabath, KV Andrea Brandner, LAbg. Karin Dollinger, Stadträtin Anja Hagenauer
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  • v. l. n. r.: Gemeinderätin Sabine Gabath, KV Andrea Brandner, LAbg. Karin Dollinger, Stadträtin Anja Hagenauer
  • Foto: SPÖ Frauen Salzburg
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Salzburger Parteien und Organisationen setzten Aktion im Rahmen von "16 Tage gegen Gewalt an Frauen".  

SALZBURG. Mit dem Start der österreichweiten Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" wird auch in Salzburg auf das Problem struktureller Gewalt gegen Frauen und Mädchen hingewiesen. In Österreich wurden heuer 26 Femizide (Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts) und 44 Mordversuche bzw. Fälle von schwerer Gewalt durchgeführt.

„Im Durchschnitt wird in unserem Land alle zwei Wochen eine Frau von einem Mann umgebracht. Österreich ist der einzige EU-Staat, in dem mehr Frauen als Männer ermordet werden, und Salzburg ist leider einer der Hotspots."
LAbg. Karin Dollinger, Salzburgs SPÖ-Landesfrauenvorsitzende 

Die Salzburger SPÖ Frauen fordern mehr Geld für Gewaltschutz, einen Ausbau der Anlaufstellen, Hochrisiko-Fallkonferenzen und tagesaktuelle Statistiken.
Mehr Geld für den Gewaltschutz wurde bereits heuer vom Bund bereitgestellt und auch einige Änderungen in der Präventionsarbeit veranlasst. Mehr dazu liest du >>HIER<<

Auch die Marktgemeinde Kuchl hat eine Fahne beim Gemeindeamt angebracht.
  • Auch die Marktgemeinde Kuchl hat eine Fahne beim Gemeindeamt angebracht.
  • Foto: Marktgemeindeamt Kuchl
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Tagesaktuelle Veröffentlichung der Gewaltzahlen 

Die SPÖ Frauen werden in den kommenden 16 Tagen mit Straßenaktionen auf die Problematik aufmerksam machen – dieses Jahr unter Einsatz von Krawatten. „Die Gewalt an Frauen durch Männer findet oft im Verborgenen statt und beginnt meist schleichend mit verbaler Gewalt. Für eine größere Sensibilisierung fordern wir eine tagesaktuelle Veröffentlichung der Gewaltzahlen“, so Dollinger, welche darüber hinaus auch für Salzburg regelmäßige Hochrisiko-Fallkonferenzen fordert: "Dabei tauschen Polizei und Mitarbeiter:innen von Gewaltschutzorganisationen wichtige Informationen zu konkreten Fällen aus und stufen Hochrisikofälle ein."

Die "Junge Linke Salzburg" bei ihrer Aktion gegen Gewalt an Frauen.
  • Die "Junge Linke Salzburg" bei ihrer Aktion gegen Gewalt an Frauen.
  • Foto: Junge Linke
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Junge Linke Salzburg 

"Mehr Schutz, weniger Show, wollen die "Jungen Linken Salzburg" beim Thema Gewalt an Frauen. Auch sie fordern mehr Geld für Gewaltprävention und Opferschutz.

Aktivistinnen und Aktivisten der Jungen Linken Salzburg haben mit Schildern in Elisabeth-Vorstadt darauf aufmerksam gemacht, wie viel Geld die Regierung für Gewaltprävention und Opferschutz in die Hand nimmt - und wie viel für Eigenwerbung.

Werbung statt Hilfe

Nach jedem Frauenmord zeige sich die Politik bestürzt und kündige Schritte an, die nicht umgesetzt werden würden, heißt es von den Jungen Linken. "Anstatt Frauen zu schützen, macht die Regierung lieber Werbung für sich selbst”, sagt Miriam Nichtl (25), Mitglied der Jungen Linken Salzburg.

Die Jungen Linken Salzburg fordern:

  • Ausbau von Frauenhäusern im gesamten Bundesland
  • mehr Geld für Beratungsstellen 
  • Beraten werden sollen Frauen, die von Gewalt betroffen sind und auch Männer, um Gewalttaten zu verhindern

Erst im Sommer wurde über Erlass der Bundesregierung verpflichtende Täterberatung in Salzburg eingeführt. Mit Jänner 2022 werden in Salzburg auf allen Polizeiinspektionen speziell ausgebildete Polizisten für "Gewalt im privaten Umfeld" installiert.  >>HIER<< erfährst du mehr darüber.
>>DAS<< sagt die Polizei. 

ÖGB-Frauen Salzburg 

Auch die ÖGB-Frauen Salzburg fordern mehr Prävention, mehr Gewaltschutzeinrichtungen und verstärkt Hilfe für Betroffene.

Gewalt gibt es auch ohne Lockdown

„Jede Frau, die Gewalt erfährt, ist eine zu viel. Die Frauenmorde in Österreich sind lediglich die Spitze des Eisbergs, denn nur zu viele Frauen leiden stumm – aus Furcht um sich selbst oder um ihre Kinder,“ sagt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Petra Berger-Ratley. Landesgeschäftsführerin Gabi Proschofski ergänzt: „Der aktuelle Lockdown erschwert die Situation von gewaltbetroffenen Frauen. Konflikte kochen auf engstem Raum noch schneller hoch und ein schützendes soziales Umfeld ist oft weit entfernt.“

Anmerkung der Redaktion: Expertinnen aus Salzburger Einrichtungen für Frauen bewerten die Situation anders: "Die Zahlen haben nichts mit den Lockdowns zu tun. Entweder ein Mensch ist gewalttätig, oder er ist es nicht", sagt Christina Riezler vom Gewaltschutzzentrum Salzburg. >>HIER<< liest du mehr dazu.  

Frauenhäuser und Schutzunterkünfte

Petra Berger-Ratley weist darauf hin, dass Salzburg das einzige Bundesland ist, in dem heuer ein Frauenhaus (Haus Mirjam in Hallein) geschlossen wurde – in anderen Bundesländern werden im Gegensatz dazu neue Frauenhäuser errichtet.

Anmerkung der Redaktion
: Insgesamt sind die Plätze für hilfsbedürftige Frauen in Salzburg aber gestiegen. >>HIER<< liest du mehr dazu.

Männer sollen sich Hilfe suchen

Arbeiterkammer Salzburg-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder appelliert an die männlichen Gewalttäter: „Lassen Sie sich helfen! Es gibt Beratungsstellen für Männer, die gemeinsam mit Ihnen in scheinbar ausweglosen Situationen einen Ausweg suchen. Denn Gewalt ist nie eine Lösung.“

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Hör dir die Podcast-Folgen zum Thema "Gewalt gegen Frauen" an:

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