Drau-Projekt startet
Was der Umbau für Lendorf und Baldramsdorf bedeutet

Bgm. Friedrich Paulitsch, Projektleiter Herbert Mandler von der Landesabteilung für Wasserwirtschaft, Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger und Bgm. Simon Pleschberger beim feierlichen Spatenstich | Foto: meinbezirk.at/Alen Grabic
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  • Bgm. Friedrich Paulitsch, Projektleiter Herbert Mandler von der Landesabteilung für Wasserwirtschaft, Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger und Bgm. Simon Pleschberger beim feierlichen Spatenstich
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Auf einer Länge von 4,5 Kilometern wird die Drau zwischen Lendorf und Baldramsdorf in den kommenden Jahren umfassend revitalisiert. Das rund acht Millionen Euro schwere Projekt soll den Hochwasserschutz verbessern, die Flusssohle nachhaltig stabilisieren und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, die Fertigstellung ist für 2028 geplant.

LENDORF, BALDRAMSDORF. Ausgangspunkt des Projekts ist ein Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementplan für die Obere Drau, den der Wasserbau Kärnten aufgrund bestehender Defizite im Hochwasserschutz und in der Gewässerökologie erstellt hat. Der Maßnahmenkatalog wurde bereits 2017 fertiggestellt. Nach der Detailplanung im Jahr 2024 folgten 2025 die behördliche und fördertechnische Genehmigung

Mehr Platz für den Fluss

Nun startet die Umsetzung der Revitalisierungsmaßnahmen. Auf einer Fläche von 4,5 Kilometern und rund sechs Hektar wird das rechte Ufer der Drau in zwei Abschnitten um bis zu 20 Meter aufgeweitet. Zusätzlich entstehen zwei neue, beidseitig an die Drau angebundene Nebenarme, die dem Fluss wieder mehr Dynamik verleihen sollen. Linksufrig werden zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung der ÖBB-Trasse durchgeführt. Im Bereich der "Berger Puszta" wird auf einer Länge von ca. 1.000 Metern ein für die Drauauen typischer Lauenbach, ein grundwassergespeistes Gerinne, errichtet. In diesem Bereich werden zeitgleich einige Ersatzmaßnahmen für den Naturschutz im Rahmen der Errichtung der Umfahrung Greifenburg B100 - Drautalstraße umgesetzt und dabei bauliche Synergien genützt. „Die nachhaltige Stabilisierung der Drausohle und die langfristige Hochwassersicherheit zeigen, dass moderner Schutzbau und ökologische Vielfalt Hand in Hand gehen. Als ehemalige Bürgermeisterin im Drautal weiß ich, wie essenziell diese Maßnahmen für die Sicherheit der Menschen und den Erhalt unseres Lebensraumes für kommende Generationen sind", sagte Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger im Rahmen der Baustelleneröffnungsfeier.

Drei Bauabschnitte bis 2028

Die Arbeiten erfolgen ausschließlich auf öffentlichem Wassergut, private Grundstücke werden nicht beansprucht. Die Umsetzung ist in drei Bauabschnitte gegliedert, mit dem ersten wurde bereits begonnen. Bis zur Fertigstellung 2028 werden rund 150.000 Kubikmeter Erdmaterial bewegt und abtransportiert sowie 20.000 Kubikmeter Steinmaterial zur Ufersicherung und Strukturierung der neuen Böschungen angeliefert und eingebaut. Die Verantwortlichen bitten die Lendorfer Bevölkerung daher um Verständnis, sollte es zu einem erhöhten Schwerverkehr im Gemeindegebiet kommen. Es werde versucht, die Belastung so gering wie möglich zu halten. 

Proejkeiter Herbert Mandler erklärte den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, wieso die Revitalisierung der Drau notwendig geworden sei. | Foto: meinbezirk.at/Alen Grabic
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Acht Millionen Euro Investition

Für die technische und finanzielle Abwicklung des Projekts ist der Wasserbau Kärnten verantwortlich. Die Projektleitung liegt bei Herbert Mandler. Insgesamt werden rund acht Millionen Euro investiert. Den Großteil der Finanzierung übernimmt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Rund zehn Prozent der Kosten trägt die Verbund AG. Mit dem Projekt sollen nicht nur Hochwasserschutz und Gewässerökologie verbessert werden, die Stabilisierung der Drausohle, die Schaffung neuer Auenlebensräume und die umfangreichen Bauarbeiten sollen auch positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Region bringen. Bundesminister Norbert Totschnig betonte, dass mit solchen Projekten die Bevölkerung wirksam geschützt und gleichzeitig ein erheblicher Mehrwert für Natur und Gesellschaft geschaffen wird. Die Hochwasser-Ereignisse der jüngeren Vergangenheit - wie auch 2023 in Kärnten - zeigen deutlich: Die umgesetzten Projekte verhindern Schäden in Millionenhöhe, gleichzeitig entstehen neue, attraktive Lebens- und Erholungsräume.

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