Spital: Ein steirisches Vorzeigemodell für die Kinderbetreuung

Karlheinz Kornhäusl ist ein junger steirischer Mediziner. Er ist außerdem noch mit einer Ärztin verheiratet. Und die beiden haben gar noch Kinder. Das bedeutet, dass die Mediziner-Familie von Beginn an mit einem großem Problem konfrontiert war: Wie organisiert man sich, passend zu den durchaus schwierigen Dienstzeiten, die entsprechende Kinderbetreuung?

Ein Schicksal, dass Kornhäusl übrigens mit großen Teilen der österreichischen Ärzteschaft teilt: 2012 waren mehr als zwei Drittel der österreichischen Ärzte waren laut einer IFES-Umfrage mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Spital nicht zufrieden. Die Situation hat sich zwar, dank des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes verbessert, optimal ist die Situation offenbar aber immer nicht. Kornhäusel ist seit damals in der österreichischen Ärztekammer der Vertreter der Ärzte in Ausbildung, er sagt heute: „Das war zwar nicht das einzige Thema, aber ich denke, dass eine Ärztin oder ein Arzt Beruf und Familienleben gut unter einen Hut bringt, sollte ein Grundrecht sein“, so Kornhäusl.

Tagesmutter für alle Mitarbeiter

Die Kinderbetreuung für Spitalsmitarbeiter ist also immer noch Schwachpunkt: Es gab sie nur an sieben der 20 LKH-Standorte, in erster Linie in Form von Kindergärten und –krippen, deren Öffnungszeiten nicht immer perfekt mit den Spitalsarbeitszeiten zusammenpassen. Und an Kornhäusls „eigenem“ Krankenhaus Wagna gab es bis 2016 gar nichts. Mit kräftiger Unterstützung der Betriebsratsvorsitzenden Ingeborg Zadravec, des ärztlichen Direktors Othmar Grabner und von Betriebsdirektorin Caroline Buchmann-Hirschmann, setzt Kornhäusl seit Februar (wir berichteten) sein Pilotprojekt um: Keinen Kindergarten, sondern ein Betriebstagesmutter, die ab 6 Uhr früh Kinder von Krankenhausbediensteten ab 0 Jahren betreut. Die erste Bilanz fällt durchwegs positiv aus: „Die Betreuung nahe des Arbeitsplatzes und die zeitliche Flexibilität ist für junge Mütter und Väter, die im Spital arbeiten eine große Entlastung.“

Ausrollung des Modells

Daher will er nach den eigenen Erfahrungen eine Ausrollung eines solchen Modells in der ganzen Steiermark und möglichst überall in Österreich erreichen: „Ein Krankenhaus mit einer guten Kinderbetreuung nimmt den Mitarbeitern viele Sorgen und wird als besserer Arbeitgeber wahrgenommen – gerade in Zeiten des Ärzte- und Pflegekräftemangels hat das einen hohen Wert“, ist Kornhäusl überzeugt. Auch in der KAGes scheint man das zu wissen: Die Vorstände Karlheinz Tscheliessnigg und Ernst Fartek stehen hinter der Initiative im LKH Wagna.

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