Vom Vulkanland nach Sumatra
Wie ein Südoststeirer Lebensräume für Orang-Utans baut
Gilbert Anton Murrer aus St. Peter am Ottersbach arbeitet auf Sumatra an einem internationalen Naturschutzprojekt für Orang-Utans. Der Weg des Südoststeirers führte ihn von einem Tischlerbetrieb über Architektur und Shaolin Kung Fu bis tief in den indonesischen Regenwald.
STEIERMARK/SÜDOSTSTEIERMARK. „Nachhaltigkeit war gestern, Regeneration ist heute.“ Für Gilbert Anton Murrer aus St. Peter am Ottersbach ist dieser Satz kein Schlagwort, sondern die Quintessenz eines Lebens, das ihn von der Südoststeiermark bis tief in den Regenwald Sumatras geführt hat. Der Steirer lebt heute in Medan und arbeitet als Planungs- und Bauleiter beim "Orangutan Haven", einem internationalen Naturschutzprojekt, das neue Lebensräume für Orang Utans schafft. Gleichzeitig verantwortet er dort die Bambusproduktion und entwickelt nachhaltige Bauweisen für die Region.
- Die längste freitragende Bambusbrücke Südostasiens entstand auf Sumatra im Rahmen eines internationalen Regenwald- und Orang-Utan-Projekts, an dem auch der Südoststeirer Gilbert Anton Murrer beteiligt ist.
- Foto: Gilbert Anton Murrer
- hochgeladen von Martina Schweiggl
Dass ihn sein Weg einmal nach Indonesien führen würde, war lange nicht absehbar. Murrer wuchs in einem Tischler-Generationenbetrieb auf, absolvierte die HTL Mödling im Bereich Innenarchitektur, arbeitete im Objektdesign in Wien und begann später Architektur an der Technischen Universität Graz zu studieren. Parallel dazu entwickelte sich allerdings ein Interesse, das sein Leben grundlegend verändern sollte.
Shaolin Kung Fu auf Bali als Wendepunkt
Denn 2011 absolvierte Murrer in Graz ein Probetraining im Weißen Kranich Shaolin Kung Fu. „Nach einigen Monaten begann es, sich richtig anzufühlen. Ich fand darin etwas, das Körper, Geist und Seele vereint“, erzählt er rückblickend. Die Kampfkunst faszinierte ihn so sehr, dass er 2012 praktisch sein Hab und Gut verkaufte und nach Bali zog, um dort intensiv zu trainieren.
- Der Südoststeirer Gilbert Anton Murrer arbeitet auf Sumatra eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen und entwickelt Bauprojekte rund um Bambus, Regenwaldschutz und neue Einkommensmöglichkeiten.
- Foto: Gilbert Anton Murrer
- hochgeladen von Martina Schweiggl
Neben der Kampfkunst beschäftigte sich der Südoststeirer auf Bali zunehmend mit tropischer Architektur und natürlichen Materialien und wandte sich damit einem Thema zu, mit dem er sich auch während seines Studiums in Graz und Denpasar beschäftigte: Der Suche nach einem Baustoff, der nachhaltiges Bauen langfristig ermöglichen könnte. Die Antwort fand er in Bambus. Besonders fasziniert ihn dabei die Kombination aus Stabilität, Flexibilität und schneller Regeneration des Materials.
Orangutan Haven auf Sumatra
Über Bekannte lernte Gilbert Murrer in der Folge Umwelt- und Naturschutzprojekte auf Sumatra kennen und reiste erstmals in den Regenwald. Kurz darauf erhielt er das Angebot, an mehreren Projekten mitzuarbeiten, darunter auch am Bau der längsten freitragenden Bambusbrücke Südostasiens. Mit dem Projekt "Orangutan Haven" verlagerte sich sein Fokus im Jahr 2017 endgültig von der Kampfkunst hin zur Architektur und zum Naturschutz.
- Eine Orang-Utan-Figur im „Orangutan Haven“ auf Sumatra verweist auf den Schutz der bedrohten Menschenaffen und ihres Lebensraums im indonesischen Regenwald.
- Foto: Gilbert Anton Murrer
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Heute entwickelt der Südoststeirer nachhaltige Konstruktionen aus Bambus und arbeitet an Projekten, die den Regenwald schützen und gleichzeitig neue Perspektiven für die lokale Bevölkerung schaffen sollen. Besonders wichtig ist ihm dabei die Arbeit für den Lebensraum der Orang-Utans. „Das geschieht seit dem Moment, in welchem mir klar wurde, dass die Organisation, für die ich zugesagt habe, die einzige weltweit ist, die neue, lebensfähige Populationen von Menschenaffen schafft.“
Für die kommenden Jahre verfolgt Gilbert Murrer bereits die nächste Vision. Geplant ist ein Kompetenzzentrum für Bambus samt Produktionsstätte, das neue Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung schaffen und gleichzeitig den Druck auf den tropischen Regenwald verringern soll. Denn Regeneration bedeutet für ihn längst mehr als nachhaltiges Bauen: Es geht dem Weltsteirer darum, Ressourcen wieder aufzubauen und Lebensräume langfristig zu erhalten.
Gilbert Murrer im Steiermark-Rap
Meine Heimat in der Steiermark ist:
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St. Peter am Ottersbach
Derzeit wohne ich in:
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Medan
Der Moment, der alles veränderte, war...
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als mich der Shaolinmeister Respekt und Disziplin auf die alte chinesische Art und Weise lehrte.
Meine steirischen Wurzeln kommen durch, wenn...
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ich Salate mit Kernöl für meine Mitmenschen mache.
Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal...
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Experte für etwas bin.
Die größte Lektion aus der Kampfkunst ist für mich...
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die Fähigkeit, mit Ruhe, Präzision und innerer Klarheit zu handeln, statt mit roher Gewalt.
Nachhaltigkeit bedeutet:
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Nachhaltigkeit war gestern, Regeneration ist heute.
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