Europawahl
Wie viel die Steiermark von der EU wirklich profitiert

Wie viel Fördermittel bezieht die Steiermark tatsächlich aus der EU und bemerken Steirerinnen und Steirer Auswirkungen des EU-Beitritts Österreichs im eigenen Bundesland.  | Foto: unsplash
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  • Wie viel Fördermittel bezieht die Steiermark tatsächlich aus der EU und bemerken Steirerinnen und Steirer Auswirkungen des EU-Beitritts Österreichs im eigenen Bundesland.
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Am 9. Juni ist Europawahl und laut einer aktuellen Umfrage planen 46 Prozent der Steirerinnen und Steirer "sicher" an der Wahl teilzunehmen. Doch was genau brachte der EU-Beitritt Österreichs der Steiermark und inwiefern profitiert die Steiermark von der EU?

STEIERMARK. Laut einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitk planen 46 Prozent aller Steierinnen und Steirer "sicher" an der EU-Wahl teilzunehmen, weitere 20 Prozent nehmen "eher schon" teil. Im Zuge der Umfrage wurden 600 wahlberechtigte Personen in der Steiermark zu der EU und ihrer Meinung zur Europapolitik befragte. Eine weitere Frage lautete etwa, ob die Steirerinnen und Steirer Auswirkungen der Mitgliedschaft Österreichs in ihrem Bundesland wahrnehmen können und wie sie diese werten. Dabei gaben 37 Prozent der Befragten an, dass es für die Steiermark keinen Unterschied mache, ob Österreich nun ein Mitglied der EU ist oder nicht. Weitere 27 Prozent nehmen durchaus Unterschiede und Auswirkungen wahr, werten diese jedoch vor allem negativ. Doch was brachte und bringt der EU-Beitritt Österreichs den Steirerinnen und Steirern wirklich? Welche Auswirkungen hat die Europapolitik auf das Bundesland mit dem grünen Herz? 

Zwischen den Jahren 2007 und 2022 kam dem Bundesland Steiermark aus den Programmen, Fonds und Projektfinanzierungen der Europäischen Union insgesamt ein Fördervolumen von rund 6,34 Milliarden Euro zugute. | Foto: unsplash
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Wie die Steiermark von der EU bisher profitierte

Dazu dient das europapolitische Berichts- und Informationssystem des Landes Steiermark (EUBIS), welches die Frage stellt, wie viele EU-Mittel in die Steiermark und in steirische Betriebe, Hochschulen und Vereinen fließen – also, was den steirischen Bürgerinnen und Bürgern tatsächlich zugutekommt. Ein kurzer Blick auf die Auswertungen der EUBIS verrät, dass der Steiermark zwischen den Jahren 2007 und 2022 aus den Programmen, Fonds und Projektfinanzierungen der Europäischen Union insgesamt ein Fördervolumen von rund 6,34 Milliarden Euro zugutegekommen ist. Das bedeutet für die Steirerinnen und Steirer in diesem Zeitraum eine durchschnittliche Mittelzuwendung von rund 5.180 Euro pro Kopf. Das lässt jedoch offen, was seitdem passiert ist und welche aktuellen Förderungen und Projekte in der Steiermark laufen.

Bemerkst du Auswirkungen auf die Steiermark, durch die EU-Mitgliedschaft Österreichs?

Eine steirische Europastrategie

Die "Strategie des Landes Steiermark für Europa und Internationales" gibt vor, wie die Steiermark plant, aktiv Europa mitzugestalten, sich aber auch mit der Welt zu vernetzen und damit immer internationaler zu werden. Es wurde der Schwerpunkt gesetzt, internationale Beziehungen zu vertiefen und die steirische Position in der EU zu stärken. Der thematische Fokus der aktuellen Europastrategie stützt sich auf gemeinsame politische Schwerpunkte der Europäischen Union, der Bundesregierung und des steirischen Regierungsprogramms „Agenda Weiss-Grün“. 

Wie werden in Zukunft Fördermittel der EU in Österreich aufgeteilt und wie viel davon bekommt die Steiermark? | Foto: unsplash
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Dabei stellen Klimapolitik, Digitalisierung, die Stärkung der Rolle Europas in der Welt und die Stärkung eines demokratischen und transparenten Europas die Leitfäden der steirischen Europastrategie dar. Derzeit wird das Förderprogramm "Leader 2023-2027" umgesetzt, welches sich vermehrt darauf konzentriert, die Entwicklung in den ländlichen Regionen zu unterstützen sowie Kooperationen und Maßnahmen zur Stärkung und Entwicklung des ländlichen Lebensraums, der ländlichen Strukturen, der ländlichen Wirtschaft und der Lebensqualität zu fördern. Österreichweit stehen für dieses Projekt 210 Millionen Euro zur Verfügung, wobei 41,2 Millionen Euro ausschließlich in die 16 steirischen "Leader-Regionen" investiert werden soll. Diese wurden Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) im Jahr 2023 entschieden und ausgewählt. 

Auch aktuell bezieht die Steiermark Fördermittel der EU, wobei hier vor allem "Leader-Regionen" zum Zug kommen, aber wer beschließt eigentlich, welche Regionen der Steiermark dazu zählen und welche nicht? | Foto: unsplash
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Die 16 steirischen "Leader-Regionen" im Überblick

Die 16 steirischen "Leader-Regionen", welche in den nächsten Jahren vor allem von EU-Förderungen profitieren werden, sind folgende: 

  • Ennstal-Ausseerland
  • InnovationsRegion Murtal
  • Mariazellerland - Mürztal
  • Hügel- und Schöcklland
  • Kraftspendedörfer Joglland
  • Almenland & Energieregion Weiz - Gleisdorf
  • Liezen - Gesäuse
  • Thermenland - Wechselland
  • Südsteiermark
  • Schilcherland
  • Steirische Eisenstraße
  • Holzwelt Murau
  • Lipizzanerheimat
  • Steirisches Vulkanland
  • Zeitkultur Oststeirisches Kernland
  • Graz Umgebung Nord

Weitere Informationen, wie die Steiermark konkret von der EU mit gefördert wird, können auf der Webseite des Landes Steiermark, unter "Förderungen" eingesehen werden. Zusätzlich stellt das Land Steiermark diverse Analysen zur Verfügung, um auch vergangene Fördergelder nachvollziehen zu können. Es kann also klar nachvollzogen werden, dass auch die Steiermark von dem EU-Beitritt Österreichs profitierte und nach wie vor Fördermittel von der Europäischen Union bezieht. Derzeit besteht das Projekt "Leader", welches sich die Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume zum Ziel gemacht hat. Dies erfolgt durch die Förderung des Tourismus, Umwelt- und Klimaschutz speziell in diesen 16 "Leader"-Regionen, aber auch die Unterstützung der Innovations- und Wirtschaftskraft in den Regionen. Zusätzlich gibt es diverse Kleinprojekte in den Regionen, welche gefördert werden, um die ländlichen Regionen der Steiermark zu unterstützen und sie wirtschaftlich voranzubringen. 

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