Sozialer Wohnbau
Wohnbau in der Steiermark: die Gemeinnützigen als Innovationstreiber

Gemeinnützig und innovativ: Christian Krainer (l.) und Wolfram Sacherer stehen für 27 soziale Wohnbauträger in der Steiermark.
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Es zeigt sich schon die eine oder andere Sorgenfalte bei Christian Krainer und Wolfram Sacherer, ihres Zeichens Obmänner des Verbandes Gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV). 27 Wohnbauträger, die für 130.000 Wohneinheiten in der Steiermark zuständig sind, finden sich unter diesem Dach – mit sehr ähnlich gelagerten Problemen.

Wildwuchs an Normen

"Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert, für uns wirkt sich vor allem der enorme Zuwachs an Normen in den letzten 15 Jahren negativ aus", halten Krainer und Sacherer fest. Denn die baulichen Standards seien für Gemeinnützige deutlich höher als für private Bauträger. "Und die Einhaltung von Normen kostet naturgemäß Geld", so Krainer. Damit ist es den Privaten möglich, den Quadratmeterpreis deutlich niedriger zu halten, Unterschiede – je nach Bauweise – bis zu 500 Euro pro Quadratmeter sind so möglich. Höhere Preise ziehen höhere Mieten nach sich, ein Kreislauf, der im Sinne des oft zitierten "leistbaren Wohnens" auch nicht im Sinn der politischen Gremien sein kann.

Gemeinnützige als ökologische Vorreiter

Die andere Seite der Medaille sprechen Krainer und Sacherer aber auch gerne an: "Durch diese Standards sind wir Vorreiter, vor allem im ökologischen Wohnbau, unter anderem in den Bereichen Wärmedämmung, Schallschutz, Solarenergie und Photovoltaik", merken die beiden nicht ohne Stolz an. Allgemein sei zu den höheren Kosten aber anzumerken, dass die derzeitige günstige Zinslage dazu führe, dass die Kunden von den Preissteigerungen kaum betroffen seien. Die Betriebskosten können konstant gehalten werden: "Die niedrigeren Energiekosten werden hier leider durch höhere Wartungskosten ausgeglichen", erläutert Sacherer.

Wohnungen werden kleiner
Spannende Entwicklung: Der Wohnungsmix verändert sich, im Schnitt werden die Wohnungen kleiner als noch vor 15 bis 20 Jahren. War damals die durchschnittliche Wohnungsgröße 75 Quadratmeter, so sind es heute nur mehr 69 Quadratmeter. "Wir sind da ganz nah am Markt dran, fragen auch regelmäßig die Bedürfnisse unserer Kunden ab", so Krainer. Das sei auch die große Stärke der Gemeinnützigen: "Wir haben einen vernünftigen Mix an Wohnungsgrößen, damit stimmt auch die soziale Durchmischung in unseren Projekten", ist Sacherer überzeugt. Und Krainer ergänzt: "Sozialer Wohnbau bedeutet in unserem Fall ja nicht, dass wir für die untersten zehn Prozent, sondern für zwei Drittel der Steirer bauen." Übrigens auch heuer wieder: Mit Investitionen von 190 Millionen Euro wurden rund 1.400 Wohneinheiten gebaut.

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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