Bruder, Schwester, Hunde
Deutsche Geschwister mit Attacken gegen Tirol und Ellmau
- Ellmau: Im Magazin Spiegel erhebt ein deutsches Geschwisterpaar schwere Vorwürfe.
- Foto: smarterpix/manfredxy
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Ein eingeschriebener dreiseitiger Brieg, datiert mit 1. April 2026, an die Spiegel-Redaktion sorgt für Aufregung. In Ellmau wohnhaft, reitet ein deutsches Geschwisterpaar wilde Attacken gegen Tirol und die kleine Gemeinde. "Tirol sehe idyllisch aus, aber hinter den Hecken wird’s duster."
INNSBRUCK. Ellmau ist eine Gemeinde mit 2956 Einwohnern und lebt hauptsächlich vom Tourismus (ca. 5000 Gästebetten). Überregionale Bekanntheit erlangt Ellmau seit dem Jahr 2008 als zentraler Handlungsort und Schauplatz der Fernsehserie "Der Bergdoktor". Seit 2003 Nikolaus Manzl, von der Ellmauer Volksliste Bürgermeister der Gemeinde. Bisher musste sich der Bürgermeister nur auf lokaler Ebene mit den Unbefindlichkeiten der deutschen Geschwister in seiner Heimatgemeinde beschäftigen. Jetzt stehen die Vorwürfe wie Drohungen, Rufmord und Gewalterfahrungen auf der großen Medienbühne. Seit 20 Jahren leiden die Geschwister angeblich darunter. Wer die Reportage des Spiegels nicht nachlesen möchte, kann sie auch anhören. 30 Minuten sind für die Erzählungen der Geschwister aufzuwenden.
Der Bergdoktor
„Der Bergdoktor“ erreicht regelmäßig rund fünf Millionen Zuschauer. Schon zum Start der neuen Staffel lagen die Zahlen mit über 4,9 Millionen stabil, und im Jänner 2026 konnte die ZDF-Serie erneut konstante Einschaltquoten vorweisen. Insgesamt verfolgten die neuesten Entwicklungen und Vorfälle beim „Bergdoktor“ 4,80 Millionen Menschen, die einen Marktanteil von 19,7 Prozent hervorbrachten. "Er habe dem Schauspieler Hans Sigl einen Brief zukommen lassen, damit der Bescheid wisse, was hier los sei. Sigl habe nicht geantwortet", schreibt er Spiegel.
- Bürgermeister Klaus Manzl muss auf der großen Medienbühne über Ellmau lesen.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Deutsche Version der Piefke-Saga
Die Vorwürfe und Angriffe gegenüber Nachbarn und Ellmau sind umfangreich. Man ist geneigt, eine späte Abrechnung mit der legendären Piefe-Sage vorzufinden. "Er fährt ein bisschen auf der Mittelspur und schneidet die Kurven, sodass andere Autos ihm ausweichen müssen. Er sagt, dass man in Tirol als Deutscher beim Bäcker draufzahle. Dass er nachts in New York unterwegs gewesen sei und ihm nie etwas passiert sei. Und dann komme er "in dieses Kackdorf, dann passiert’s", beschreibt der Spiegel weiter. So mancher Autor wird sicherlich die eine oder andere Anregung in den Schilderungen der deutschen Geschwister finden.
"Tirol sei schön, die Weitläufigkeit, die Luft, man könne Golf spielen und Skifahren. Nur der Tiroler leide unter einem Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Deutschen, der Jahrhunderte zurückreiche. Und immer dieses ›Griaß di" und verzieht das Gesicht." Er selbst hat schon lange aufgehört, die Leute hier zu grüßen.
In dem Brief schildern die deutschen Geschwister ein Martyrium aus Drohungen, Rufmord und Gewalterfahrungen, die sie, wie sie sagen, seit fast 20 Jahren in einem Teil des Dorfs Ellmau in Tirol erleben. »Wir leben als Deutsche in Österreich und werden aus unserer Sicht massiv diskriminiert, wenn nicht sogar geächtet«, schreiben sie. Ihr Leben und ihr Ruf seien zerstört worden, berichtet der Spiegel in seiner Reportage. "Das Haus der Geschwister hat 24 Zimmer und 450 Quadratmeter, es ist aus Stein und Holz gebaut, mit terrassenähnlichen Balkonen. Es gibt fünf Bäder, eine Saunalandschaft, einen Weinkeller und eine Garage, in der drei Mercedes, ein Fiat-Oldtimer und zwei schwarze Range-Rover-Geländewagen parken." Seit 2021 leben die Geschwister gemeinsam dauerhaft in ihrem Haus in Ellmau. Sie haben weder Partner noch Kinder. Sie sind in keinem Verein und sie gehen nicht in die Kirche. 2009 gab es eine Verhandlung am Bezirksgericht Kufstein. Der Vater der Geschister habe drohend seine Schneeschaufel gehoben, so das Gericht im Urteil. Der Nachbar habe ihn nicht geschlagen, sondern mit einem »leichten Stoß« in einen Schneehaufen geschubst. Das sei Notwehr gewesen. Freispruch. »Die halten hier alle zusammen«, meint der Deutsche. Er zeigte das Nachbarwirtshaus bei der Gemeinde an, weil es zu wenige Parkplätze für seine Gäste gehabt habe. Er schrieb einen Brief an die Stadtverwaltung, weil ein Nachbar Lieferwagen an der Straße geparkt haben soll. »Verboten«, meint der Deutsche. Einen anderen Nachbarn meldete er dem Finanzamt, weil er Bauarbeiter dort gesehen habe, mit polnischem Autokennzeichen. "Das sei Schwarzarbeit".
Gefakte Anzeige
2016 erschien ein Angebot in einer Zeitung: "Von privat: Schöne 3-Zimmer-Wohnung in Ellmau, ab sofort, provisionsfrei zu vermieten, 90 qm, sehr gute Ausstattung, Stellplatz, Euro 850, Besichtigung jederzeit ohne Termin, bitte länger klingeln". Darunter die Adresse der Geschwister. Im März 2018 gab es Ermittlungen des Landeskriminalamtes. LKA«, sagt Carsten Olbrich. Die LKA-Auswertung des Computers verlief negativ, das Ermittlungsverfahren wegen Sexualdelikte wurde eingestellt. Die Recherche, wer die Website angemeldet hatte, verlief im Sand. Nur wer die anonyme Anzeige beim LKA aufgegeben hatte: ein Nachbar von nebenan. Am Abend des 31. Juli 2022 gingen die Geschwister wie jeden Tag eine Runde mit ihrem Dobbermann Eddy und hielten an einer Sitzbank in der Nähe ihres Hauses, so erzählen sie der Spiegel-Redaktion. Es folgt eine Auseinandersetzung mit einer bekannte Familie. "Der Bericht des Bezirkskrankenhauses Kufstein listet eine Reihe von Verletzungen bei den Geschwistern auf, etwa einen Rippenbruch, Trommelfellriss, Gehirnerschütterung, Schleudertrauma, Rücken- und Kieferprellungen", schreibt der Spiegel. Das Verfahren wurde eingestellt. Die Deutschen klagen in einem Zivilverfahren auf 75.000 Euro Schadensersatz. "Neulich habe jemand die Radmuttern an seinem Auto gelöst. Vor Kurzem hätten sie Giftköder für ihren Dackel Willi am Grundstück gefunden", behauptet der Deutsche.
Quelle: spiegel.de, Nachbarschaftsfehde zwischen Deutschen und Österreichern von Max Polonyi, 11.07.2026 aus DER SPIEGEL 29/2026.
- Hans Sigl erhielt einen Brief des deutschen Geschwisterpaars.
- Foto: Sabine Holaubek
- hochgeladen von Klaus Kogler
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