Coronavirus
Rede von Landeshauptmann Günther Platter zur aktuellen Lage

Anlässlich der Verkehrsbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen wendet sich Landeshauptmann Günther Platter an die Tiroler Bevölkerung.
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TIROL. Anlässlich der Verkehrsbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen wendet sich Landeshauptmann Günther Platter an die Tiroler Bevölkerung.

Hier die Rede im Wortlaut
Liebe Tirolerinnen und Tiroler,

wir schreiben heute Tag 20 in einer Situation, die es nie zuvor gegeben hat, uns alle extrem fordert und bis vor kurzem unvorstellbar war. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus war es notwendig, drastische Maßnahmen zu setzen. Dazu gehörte es auch, den freiheitsliebenden Tirolerinnen und Tirolern zu sagen: Bleibt’s dahoam.

Die Welt ist in den letzten Wochen eine andere geworden. Vieles ist nicht mehr so, wie wir es gewohnt waren. Und ich sage sehr deutlich: Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, wann unser Leben wieder den gewohnten Lauf nehmen wird. Eines weiß ich aber ganz genau: Die Tirolerinnen und Tiroler lassen sich nicht entmutigen. Sie halten zusammen, wenn es drauf ankommt, sie lassen sich nicht unterkriegen, auch wenn der Druck groß wird und sie helfen sich gegenseitig, weil das einfach die Tiroler Mentalität ist.

Ich weiß, dass die verordneten Maßnahmen hart und einschneidend sind. Und mir ist bewusst, dass es bei so einem herrlichen Wetter von Tag zu Tag schwieriger ist, dahoam zu bleiben. Das ist aber unbedingt notwendig, damit in unserem Land nicht so viele Menschen sterben müssen wie in Italien, Spanien und Frankreich. Denn eines muss uns klar sein: Nur wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir dieses heimtückische Virus besiegen und Menschen-leben retten.

Liebe Tirolerinnen und Tiroler,

vor wenigen Wochen gab es in unserem Land noch Hochkonjunktur und beinahe Vollbe-schäftigung. Jetzt sind wir durch die Coronakrise mit Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, bedrohten Existenzen in der Wirtschaft und im Tourismus und verunsicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern konfrontiert. Das öffentliche Leben steht beinahe still.
Das betrifft auch das bevorstehende Osterfest. Es wird leider nicht möglich sein, Ostern so zu feiern, wie wir es gewohnt sind. Osterbräuche, Osterandachten und Familienfeiern können heuer nur im kleinen Rahmen stattfinden, damit wir uns und unsere Lieben schützen.
Eines möchte ich aber allen Kindern und Enkelkindern sagen: Der Osterhase wird trotzdem kommen.

Meine Damen und Herren,

ich weiß, dass es derzeit eine entscheidende Frage gibt: Wie geht’s nach Ostern weiter? Ich werde diese Frage am kommenden Montag beantworten. Denn übers Wochenende werden wir eine klare Analyse von unseren Expertinnen und Experten erhalten und in enger Abstimmung mit der Bundesregierung die weitere Vorgangsweise festlegen.

Liebe Tirolerinnen und Tiroler,

erlauben Sie mir zum Schluss noch etwas loszuwerden, was mich seit Tagen beschäftigt:
Von vielen Politikern gibt es derzeit Aussagen „Wir befinden uns im Krieg“. Im Krieg kämpfen Menschen gegeneinander und bringen sich um. Aktuell spüre ich aber genau das Gegenteil, nämlich eine unglaubliche Solidarität in unserem Land Tirol. Die Menschen helfen einander, halten Abstand und retten dadurch Leben – und darauf bin ich unglaublich stolz. Das ist kein Krieg, sondern wahrscheinlich die größte Solidaritätsbewegung, die wir je erleben werden.

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