TIWAG
346,8 Mio. Euro bei einem Umsatz von 1,978 Mrd. Euro im Jahr 2024
- Das Momentum Institut ortet einen Übergewinn bei der TIWAG.
- Foto: TIWAG
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Ein vom Momentum Institut definierter Übergewinn der TIWAG sorgt für politische Diskussionen in Tirol. LA Georg Dornauer will mit einem Antrag die Rückführung der Übergewinne an die Bevölkerung. Unterstützung erhält Dornauer von der FPÖ und den Grünen, die sich auch eine Zweckbindung der Gelder für die Kinderbetreuung vorstellen können. Am 28. Mai 2025 hat der TIWAG-Aufsichtsrat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 genehmigt: Das Konzern-Ergebnis vor Steuern (EBIT) beträgt demnach 346,8 Mio. Euro bei einem Umsatz von 1,978 Mrd. Euro.
INNSBRUCK. LA Georg Dornauer forderte gegenüber der APA, dass die Tiwag 280 Mio. Euro an „Übergewinnen“ an die Tiroler Haushalte zurückzahle bzw. zurückverteile. „Was den Menschen abgeknöpft wurde, gehört ihnen zurück“, erklärte Dornauer. „Es reicht nicht, sich über Marktpreise zu beklagen und auf Wien zu zeigen. Die Landesregierung hat es selbst in der Hand, durch politische Entscheidungen soziale Gerechtigkeit herzustellen. Genau das fordere ich ein – im Interesse aller Tiroler Haushalte“, erklärt Dornauer: „Das Land Tirol muss endlich handeln – nicht nur zuschauen.“ Die Übergewinne seien „im Zeitraum der Belastung“ entstanden: „Daher muss auch die Entlastung über denselben Zeitraum erfolgen. Die Tirolerinnen und Tiroler sollen spüren, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.“
- Georg Dornauer: "Ziel ist eine verpflichtende Rückführung der Übergewinne an die Bevölkerung.“
- Foto: Hassl
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Antrag im kommenden Landtag
Der Landtagsabgeordnete kündigte an, im nächsten Landtag im Herbst einen entsprechenden Antrag einzubringen: „Ziel ist eine verpflichtende Rückführung der Übergewinne an die Bevölkerung.“ Dies solle entweder durch „jährliche Direktzahlungen an Tiroler Haushalte über einen Zeitraum von mehreren Jahren oder stufenweise Reduktion der Strompreise für private Endkunden über einen ebenfalls mehrjährigen Zeitraum“ geschehen. Dornauer begründete seinen nunmehrigen Vorstoß unter anderem mit Zahlen, die das gewerkschaftsnahe Momentum Institut veröffentlichte. Diese würden eine „drastische Gewinnsteigerung“ des landeseigenen Unternehmens zeigen – „während die Menschen gleichzeitig mit historischen Strompreisen belastet wurden.“
- Im Tiroler Landtag soll über einen Antrag von Georg Dornauer disktuiert werden.
- Foto: Land Tirol
- hochgeladen von Lucia Königer
TIWAG-Bilanz
Laut Momentum Institut habe die Tiwag im Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 einen Gewinn von 100 Mio. Euro eingefahren, im Jahr 2024 allerdings einen solchen über 380 Mio. Euro – also fast eine Vervierfachung. Die Gewinne, „die über dem jährlichen Durchschnitt der Vorkrisenjahre (2018-2021) liegen“, also 280 Mio. Euro, bezeichnete das Institut als „Übergewinne“. Hinter der Kärntner KELAG mit 331 Mio. Euro liege die Tiwag damit auf Platz zwei unter den österreichischen Landesenergieversorgern. Am 28. Mai 2025 hat der TIWAG-Aufsichtsrat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 genehmigt: Das Konzern-Ergebnis vor Steuern (EBIT) beträgt demnach 346,8 Mio. Euro bei einem Umsatz von 1,978 Mrd. Euro, teilte die TIWAG mit. „Die Mehreinnahmen kommen vor allem aus dem Großhandelsgeschäft der TIWAG und sind dringend notwendig, um die geplanten milliardenschweren Großinvestitionen der nächsten Jahre ohne Unterstützung des Landes Tirol auch finanzieren und den günstigen Strompreis für die Haushaltskunden sicherstellen zu können“, erklärte TIWAG-Aufsichtsratsvorsitzender Eduard Wallnöfer. Mit dem Jahresabschluss ist ein Aufwand für Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 83 Mio. Euro sowie 110 Mio. Euro als Dividende an den Eigentümer ausgewiesen – diese Dividende speist sich u.a. auch aus einer Beteiligung an der Verbund AG.
- Auswertung des Momentum Instituts
- Foto: Momentum Institut
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Zweckbindung für Kinderbetreuung
LA Gebi Mair von den Grünen fordert als ersten Schritt volle Transparenz: „Landeshauptmann Mattle muss als Eigentümer offenlegen, wie hoch der TIWAG-Gewinn im letzten Jahr tatsächlich war.“ Für Mair ist ebenso klar: Der Übergewinn dürfe im Sinne der sozialen Gerechtigkeit nicht einfach von der TIWAG-Chefetage eingestreift werden. „Zurückzahlen oder Zweckbinden. Eines von beidem muss passieren“, so Mair. Dem Vorstoß Dornauer kann Mair daher einiges abgewinnen. Sollte der SPÖ-Abgeordnete tatsächlich einen sinnvollen Antrag einbringen, könne er mit der Zustimmung der Grünen rechnen. Als weitere Option bringen die Grünen den Vorschlag aufs Tapet, das Geld zweckgebunden für den Ausbau der Kinderbetreuung zu verwenden. Konkret sieht Mair darin die einmalige Chance, den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in Tirol abzusichern. "Wenn die Landesregierung diese Chance nicht ergreift, ist ihr nicht mehr zu helfen. Tiroler Familien lechzen nach ganzjähriger und ganztägiger Betreuung, und die Gemeinden sind finanziell am Limit. Mattle und Wohlgemuth müssen diese Gelegenheit beim Schopf packen“, so Mair in einer ersten Reaktion.
Unterstützung der FPÖ
Erfreut zeigt sich der FPÖ-Landesparteiobmann LA Markus Abwerzger über die Ankündigung des von Georg Dornauer, dass „die Tiwag 280 Millionen Euro an Übergewinnen an die Tiroler
Haushalte zurückzahlen muss.“ „Die nunmehrige Forderung von Dornauer deckt sich mehrheitlich mit unseren unzähligen Anträgen im Tiroler Landtag in den vergangenen Jahren, die aber von ÖVP und SPÖ, davor auch von den Grünen in Regierungsverantwortung, abgelehnt wurden, umso erfreulicher ist es, dass die Tiroler SPÖ nun offensichtlich umdenkt“, zeigt sich Abwerzger optimistisch.
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