Monitoringausschuss
Neuer Leitfaden soll barrierefreie Veranstaltungen in Tirol erleichtern
- Setzen sich für mehr Barrierefreiheit im Veranstaltungsbereich ein: Manuela Fuchs, Hannes Lichtner, Isolde Kafka und Gerhard Wieser (v. l.) stellten den neuen Kriterienkatalog vor, der Gemeinden und Veranstaltern als Orientierungshilfe dienen soll.
- Foto: Land Tirol/Dorfmann
- hochgeladen von Thomas Geineder
Ein neuer Kriterienkatalog unterstützt Gemeinden und Veranstalter dabei, Barrierefreiheit frühzeitig mitzudenken und Veranstaltungen für alle zugänglich zu gestalten.
TIROL. Ob Dorffest, Konzert, Kulturabend oder Sportveranstaltung: Damit möglichst viele Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, soll Barrierefreiheit künftig noch stärker in die Veranstaltungsplanung einfließen. Dafür wurde ein neuer Kriterienkatalog entwickelt, der Tiroler Gemeinden und Veranstalterinnen sowie Veranstaltern praktische Orientierung bietet. Er hilft dabei, mögliche Barrieren frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen für eine möglichst selbstständige Teilnahme aller Besucherinnen und Besucher umzusetzen. Erarbeitet wurde die Orientierungshilfe von der Servicestelle Gleichbehandlung und Antidiskriminierung des Landes Tirol gemeinsam mit dem ÖZIV Tirol sowie unter Mitwirkung der Abteilung Gemeinden des Landes Tirol, der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck und des Tiroler Monitoringausschusses.
Barrierefreiheit beginnt bei der Planung
Für Isolde Kafka, Antidiskriminierungsbeauftragte des Landes Tirol und Vorsitzende des Tiroler Monitoringausschusses, ist Barrierefreiheit von Beginn an mitzudenken.
„Barrierefreiheit beginnt nicht erst mit der Veranstaltung, sondern bereits bei der Planung. Sie ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Wer unterschiedliche Bedürfnisse von Anfang an berücksichtigt, schafft die Grundlage für ein inklusives Miteinander“, betont Kafka.
- Der neue Kriterienkatalog für barrierefreie Veranstaltungen wurde von der Servicestelle Gleichbehandlung und Antidiskriminierung des Landes Tirol gemeinsam mit dem ÖZIV Tirol erarbeitet.
- Foto: Land Tirol/Dorfmann
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Mehr als nur barrierefreie Zugänge
Der neue Kriterienkatalog widmet sich nicht nur baulichen Voraussetzungen wie stufenlosen Zugängen, ausreichend breiten Wegen, geeigneten Bodenbelägen oder barrierefreien Sanitäranlagen. Ebenso berücksichtigt werden die Bedürfnisse von Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen sowie von Personen mit kognitiven oder kommunikativen Einschränkungen. Empfohlen werden unter anderem:
- gut sichtbare und verständliche Beschilderungen
- Informationen über die Zugänglichkeit von Veranstaltungsorten
- barrierefreie digitale Kommunikation
- klar definierte Ansprechpersonen für Fragen und Unterstützungsbedarf
- gekennzeichnete Behindertenparkplätze in Eingangsnähe
Der Kriterienkatalog dient dabei als Orientierungshilfe für Veranstalter und Behörden, ersetzt jedoch keine baurechtlichen Prüfungen oder offizielle Beurteilungen der Barrierefreiheit.
Inklusion als Gewinn für alle
Für ÖZIV-Tirol-Geschäftsführer Hannes Lichtner profitieren von barrierefreien Veranstaltungen weit mehr Menschen als nur Personen mit Behinderungen.
„Echte Inklusion bedeutet, dass niemand vor verschlossenen Türen steht, sondern alle Menschen die Möglichkeit haben, teilzuhaben, mitzuwirken und Gemeinschaft zu erleben. Barrierefreiheit ist kein Privileg für einzelne, sondern ein Gewinn für uns alle“, hebt Lichtner hervor.
Neben Menschen mit Behinderungen würden auch ältere Personen, Familien mit Kindern oder Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen von barrierefreien Angeboten profitieren.
„Barrierefreiheit steigert damit die Qualität von Veranstaltungen und ermöglicht einem breiteren Publikum die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“, so Lichtner abschließend.
Orientierung für inklusive Veranstaltungen
Mit dem neuen Kriterienkatalog soll das Thema Barrierefreiheit bereits bei der Planung von Veranstaltungen stärker verankert werden. Ziel ist es, möglichst vielen Menschen eine gleichberechtigte, selbstbestimmte und unkomplizierte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
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