Zweisprachige Aufkleber
Aktivisten beklebten Ortstafeln von Villach mit "Beljak"
- Die "Solidarische Bürger*innen Gruppe "Solidarität in solidarnost" beklebte laut Eigenangaben drei Ortstafeln der Stadt Villach.
- Foto: Solidarnost Gruppe
- hochgeladen von Mag. Stephan Fugger
Drei Ortstafeln in Villach wurden um den slowenischen Ortsnamen "Beljak" ergänzt. Die Gruppe "Solidarität in solidarnost" bekannte sich zu der Aktion, die in der Nacht auf den 10. Oktober stattfand. Damit rückt die zweisprachige Beschilderung in Kärnten erneut in den Fokus – auch vor dem Hintergrund früherer Schmieraktionen an Ortstafeln in Südkärnten.
VILLACH. Laut eigenen Angaben haben Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe "Solidarität in solidarnost" in der Nacht vom Freitag, den 9. auf den 10. Oktober 2026 drei Ortstafeln der Stadt Villach um dessen slowenische Bezeichnung "Beljak" ergänzt. "Aus Höflichkeit haben wir das für die Stadtregierung gemacht. Sie sollen überlegen, wie sie die staatsvertraglichen Verpflichtungen zum Schutz der zweiten Landessprache auch diesbezüglich umsetzen", erklärt die Gruppe in einer Aussendung.
- Foto: Solidarnost Gruppe
- hochgeladen von Mag. Stephan Fugger
"Jahrelange Verdrängung"
Das Datum mit 10. Oktober, an dem traditionell in Kärnten die Volksabstimmung gefeiert wird, ist kein Zufall. Für viele sei laut der Gruppe dieser Tag "kein Grund zum Feiern, denn was folgte, war eine jahrelange Verdrängung, Assimiliation und Verweigerung von Menschen- und Minderheitenrechte."
- Der slowenische Name der Ortschaft Lauchenholz/Gluhi les wurde übermalt.
- Foto: GWL St. Kanzian/Škocjan
- hochgeladen von Evelyn Wanz
Antwort auf Vandalismus
Die Gruppe wolle damit ein Zeichen setzen. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Ortstafeln in Südkärnten beschmiert und dabei die slowenische Bezeichnung unkenntlich gemacht. Der Rat der Kärntner Slowenen sowie Vorsitzende des Volksgruppenbeirates und der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen verurteilten die Schmieraktion. Spannende Randnotiz: Die Freiheitliche Bezirkspartei (FPÖ) Völkermarkt setzte eine Belohnung in der Höhe von 1.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Der Staatsschutz ermittelte, bis heute gibt es keine Ergebnisse. Auch 2024 kam es zu einer Schmieraktion, hinter der ein politisches Motiv vermutet wird. Auch damals verurteilten alle Lager diesen Anschlag.
Die Zahlen zu Villach
Die Anzahl der Kärntner Slowenen und Sloweninnen in Villach ist jedenfalls gering. In einer OGM-Studie von 2022 werden Zahlen aus der Volkszählung 2001 zitiert. Diese besagen, dass in Klagenfurt und Villach etwa 1.500 gemischtsprachige Personen in Klagenfurt/Celovec und Villach/Beljak leben. Für die Erfüllung der Ortstafellösung aus dem Jahr 2011 ist das jedenfalls zu wenig. Damals einigte man sich darauf, in 164 Kärntner Ortschaften verpflichtend zweisprachige Ortstafeln anzubringen. Der Anteil der gemischtsprachigen Bevölkerung von mindestens 17,5 Prozent muss dabei erfüllt werden.
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