30.11.2016, 11:51 Uhr

Ab 1. Jänner 2017: Die Zusammenführung der Spitäler LKH Voitsberg und LKH Deutschlandsberg

Ab 1. Jänner 2017 ergeben sich für das LKH Voitsberg einige gravierende Änderungen. (Foto: Cescutti)

Am 7. Dezember wird in Lieboch die Gesundheitsreform bis zum Jahr 2035 für den Steirischen Zentralraum vorgestellt.

In wenigen Tagen referieren die steirischen Größen der Gesundheitsszene in Lieboch vor den Vertretern des Steirischen Zentralraums und der Bevölkerung, wie sie sich die Gesundheitsreform bis zum Jahr 2035 vorstellen. Der LKH Voitsberg ist von diesen Plänen unmittelbar betroffen. Die Bezirke Leibnitz und Deutschlandsberg - wo auch Vertreter aus Voitsberg waren - wurden bereits in einer früheren Versammlung informiert und Gottfried Filzwieser, der zukünftige Leiter des LKH Weststeiermark, präzisierte in einem Interview mit der WOCHE die Vorgangsweise.
Laut Dr. Filzwieser sieht es so aus: Die Zusammenführung der beiden Spitäler Deutschlandsberg und Voitsberg ist ein Teil einer lange fälligen Reform des steirischen Gesundheitssystems, die auf mehrere Versorgungsebenen zielt und nun an Dynamik gewinnt. Das neue LKH Weststeiermark in Deutschlandsberg vermeidet mit Ausnahme der Inneren Medizin, wo es aufgrund des Bedarfs notwendig ist, zwei Abteilungen an getrennten Standorten (Deutschlandsberg und Voitsberg) zu führen, Doppelgleisigkeiten.


Chrirugische Ambulanz

Ab dem 1. Jänner 2017 ist in Deutschlandsberg die stationäre und ambulante Chirurgie rund um die Uhr stationiert, dazu die MED, die Anästhesiologie, die Intensivmedizin sowie die Frauenheilkunde und Geburtshilfe. In Voitsberg gibt es eine chirurgische Ambulanz täglich von 7 bis 19 Uhr. "Längere Öffnungszeiten sind aus ärztlichem Personalmangel leider nicht möglich", so Filzwieser. "Die Inanspruchnahme der chirurgischen Ambulanz in Voitsberg ist in diesem Zeitraum sehr gering, wie wir aus unseren Aufzeichnungen wissen. Weiters gibt es in Voitsberg eine MED mit Akutgeriatrie/Remobilisation und eine anästhesiologische Ambulanz, in der der Patient unmittelbar nach Indizierung eines Eingriffs durch den Chirurgen vom Anästhesisten auf seine Narkosetauglichkeit hin untersucht wird und somit in kürzester Zeit alle für den geplanten Eingriff erforderlichen Untersuchungen und Beratungsgespräche erledigen kann. "Ein One Stop Shop", soszusagen. Erst am Tag der Operation kommt der Voitsberger Patient ins Spital nach Deutschlandsberg. Die Nachkontrolle erfolgt als Service für die Voitsberger wieder in der chirurgischen Ambulanz in Voitsberg.


Erweiterung um 24 Betten

Das LKH Voitsberg wird um 24 Betten der Akutgeriatrie/Remobilisation (AG/R) erweitert, zwölf davon werden als tagesklinische Betten geführt. Somit wird Voitsberg als Zentrum für Altersmedizin prominent positioniert. Angesichts der demographischen Entwicklung ist dies eine langfristige Investition in die Zukunft. Die Inbetriebnahme ist nach Beendigung der Vorarbeiten mit Ende 1. Quartal 2017 projektiert. "Die Möglichkeiten, die die auf modernstem Niveau errichteten Therapieplätze bieten, werden wir auch dafür nutzen, um geeignete Patienten nach chirurgischen Eingriffen unter Abkürzung der Liegephase auf der chirurgischen Abteilung so früh wie möglich direkt auf die AG/R für eine zügige Remobilisation zu transferieren. Das wird Modellcharakter für die ganze Steiermark haben", so Filzwieser.


Das neue Leitspital

Die Notarztsysteme bleiben in beiden Bezirken weiter bestehen. Das in Deutschlandsberg stationierte Palliativteam wird weiterhin beide Bezirke versorgen. "Das neue LKH Weststeiermark wird mit den Fächern Innere Medizin, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin die breite Grundversorgung auf dem Spitalssektor für die Bevölkerung der Weststeiermark sicherstellen", meint der zukünftige Leiter des Leitspitals im Westen.
Gibt es personelle Veränderungen? "Es gibt einen wohldurchdachten und fairen Sozialplan. Kein Mitarbeiter unserer Spitäler verliert seinen Arbeitsplatz. Einige werden innerhalb ihres Spitals den Arbeitsplatz wechseln. Etwa 20 Mitarbeiter werden zukünftig von Voitsberg nach Deutschlandsberg pendeln. Aus bisher zwei Anstaltsleitungen wird eine", so Filzwieser abschließend.
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