08.09.2016, 18:29 Uhr

Viel Geschichte und Tradition

So wurde unter Tag fast in der gesamten Weststeiermark gearbeitet. (Foto: Lasnik)

Am Knappen- und Hüttentag am 24. und 25. September in Voitsberg steht viel Geschichtliches im Mittelpunkt.

Die Braunkohlenlagerstätten rund um Voitsberg wurden bereits vor 1800 entdeckt und in Abbau genommen. Ver- wendung fand die Kohle zum Kalk- u. Ziegelbrennen, in verschiedenen Betrieben und einige Bedeutung erlangte auch die Gewinnung von Alaun. Seit der Zeit um 1840 gab es Bestrebungen, mehrere der zumeist kleinen Gruben zu vereinen und so entstanden größere Grubenbetriebe. 1857 wurde durch die Tregister Kohlenbergbau-Gesellschaft und durch die I. Voitsberger Kohlenwerke AG das Voitsberger Bergrevier gebildet. 1860 wurde die Eisenbahnlinie nach Graz in Betrieb genommen. Dadurch konnte nun die heimische Braunkohle kostengünstig in weite Teile der K.u.K. Monarchie geliefert werden, was zu einer starken Ausweitung der Bergbautätigkeiten führte. So entstanden in Voitsberg die Anlagen „Josef-Schacht“ und „Victor-Schacht“ und die Fördermengen stiegen von ca. 35.000t im Jahr 1855 auf fast 112.000t im Jahr 1863.

August Zang

Im Jahr 1870 begann der Wiener Zeitungsverleger und Bankier August Zang als Kohlengewerke hier in Voitsberg tätig zu werden. Er modernisierte die Gruben und legte das Schwergewicht auf die Gewinnung der Kohle im Tagbau. Am 1. November 1897 erwarb die GKB von der Gewerkin Zang deren umfangreichen Montanbesitz und konzentrierte ihre Bergbautätigkeiten nun auf den Bereich Zangtal. 1948 war die Grube Zangtal ein reiner Tagbaubetrieb und als solcher der leistungsfähigste Bergbau Österreichs. 1950 wurde wieder mit einer Untertagsförderung begonnen und 1957 gab es bei einem Belegschaftsstand von 690 Personen eine Fördermenge von mehr als 404.000 t Kohle. In der Folge wurde die Grube Zangtal mit modernen Maschinen wie Walzenschrämlader, Kohlenhobel, Streblader, Förderbändern und Streckenvortriebsmaschinen ausgestattet. 1974 begann die Aufschließung des Zangtaler Unterflözes. 1980 gab es bei einer Belegschaft von 225 Arbeitern und 20 Angestellten eine Fördermenge von 648.000 t Kohle. Am 23. März 1989 wurde aus der Grube Zangtal „der letzte Hunt Kohle“ zutage gefördert. Damit hatte 190 Jahre Bergbautätigkeit im Bereich um die Stadt Voitsberg ein Ende gefunden!
Insgesamt wurden zwischen 1800 und 1989 rund 27,7 Millionen Tonnen Braunkohle – davon rund 15 Millionen Tonnen aus Tagbauen – aus der Erde geholt!
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