Wandern im Waldviertel
Von Raabs an der Thaya Richtung Liebnitz und am Romantikweg retour
- Foto: Gold Michaela/Moriyha
- hochgeladen von WANDERFEE MORIYHA/Michaela Gold
Ja die Thaya hat es mir angetan und so habe ich mir eine Wanderroute ausgesucht, bei der ich viel an ihrem Ufer gehen kann.
Ich starte am Hauptplatz, überquere die Thaya und folge dem Künringerweg 611 links an der Burg vorbei nach Oberndorf/Raabs. Mein Blick geht über Felder und Wiesen und die Baumgruppen leuchten bunt in der weiten Landschaft. Im Schritt und Schauen versunken, übersehe ich eine Abzweigung zur Thaya hinunter. Dafür komme ich zu einem schönen Marterl mit Bankerl, wo ich wieder Tschickstummel aufsammle, diesmal waren es eh nur nicht mal 30. Erst beim Weitergehen komme ich drauf, dass ich wieder zurück muss - also umdrahn und retua gehn. Und eine schöne groooße Eiche sehe ich auch noch - manchmal macht das Vergehen auch Sinn und ist schön.
Dem Feldweg folgend komme ich dann in der Nähe der Reismühle auf den Thayatalwanderweg. Weil i so "thayanarrisch" bin gehe ich erst links flussaufwärts Richtung Liebnitz, um mehr von dem Fluss zu haben. Ich komme an einem Fischer vorbei, der die Ruhe und Stille hier genießt, wie er sagt, und an einem Kletterfelsen. An den Bäumen am Ufer kann man erkennen, wie hoch das Wasser beim Hochwasser war. Ich hebe meine Hand und würde ca. 2 m über dem Boden wo ich stehe schätzen - man kann es am Foto gut erkennen. Daran erkenne ich aber auch, welche Gewalt und Macht das Wasser und der Fluss haben, wenn Hochwasser ist. Kurz vor der Reismühle drehe ich um und sehe in der Felswand ein Gedenkbild zum 40. Jubiläum, was mir sehr gut gefällt.
Was liegt denn da am Boden? Orange? Sind das Plastikkübelstücke? Nein, beim Näherkommen, sehe ich das es Schwammerl sind, die ich noch nie gesehen habe. Google-lens sagt mir, das es der Gemeine Orangebecherling ist. Ein wohl seltener Pilz und sehr schön. Er passt auch gut zu den Herbstfarben und die bunten Bäume spiegeln sich im stillen Wasser der Thaya, die manchmal so ruhig wirkt wie ein See.
Immer wieder ragen entlang des Wanderweges auf der rechten Seite des Weges mächtige und oft fast senkrechte, mal auch überhängende Felswände empor. Ich entdecke noch ein "Marterl" mit Heiligenbild mitten an einer Steilwand, welches 2004 vom Raabser Wanderverein renoviert wurde. Der Weg ist so abwechslungsreich - Felsen, Stein, Wiesen und Wälder und sogar Biberspuren entdecke ich. Zwar keinen Bau, aber angenagte Bäume, manche Nagespurens sind ganz frisch und manche schon recht alt.
In Oberpfaffendorf gehe ich über eine Brücke und wechsle die Seite. Ich gehe nun auf der linken Seite und sehe, dass der mir schon bekannte Graselweg hier auch durchführt. Und auch der Romantikweg, eine Tut Gut Runde 3, ist hier beschildert. Manche Wanderwege haben viele Bezeichnungen und manchmal hat man fast einen Schilderdschungel wie im Straßenverkehr🫣
Dieser letzte Wegabschnitt bis Raabs ist wieder so schön leuchtend, weil inzwischen die Sonne scheint und sich die Wolkendecke gelichtet hat. Hier finde ich die Bezeichnung für den Romantikweg sehr passend. Die Merkmale der starken Fokussierung auf die Natur, das Mystische und Exotische kann ich gut nachempfinden, weil ich bei vielen Wanderungen bzw. immer wieder in der Natur eine so schöne und berührende Verbundenheit empfinde, die für mich etwas mystisches hat. Romantik Epochenmerkmale: Dazu gehören die Betonung von Intuition und Emotion über die Rationalität, die Idealisierung der Vergangenheit, und eine starke Fokussierung auf die Natur, das Mystische und das Exotische. Die Romantik zelebriert das Individuum und seine Erfahrungen, wobei oft der Einzelgänger oder der Held in einer konfliktreichen Beziehung zur Gesellschaft steht.
Nach ca. 11 km und 4,5 Stunden (reine Gehzeit 3,25 Stunden) komme ich gesättigt, entspannt und angenehm müde wieder am Hauptplatz an. Beim Ankommen schon hab ich gesehen, dass es da eine Pizzeria gibt und ins Auge gefasst, mir eine zu genehmigen. Aus der Pizza wurde dann ein sehr gutes Kebab, welches ich mit heim genommen und gemütlich verzehrt habe. So war ich auch körperlich gut gesättigt.
Danke fürs Dabeisein, Lesen und Schauen
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