Wirtshäuser im Blick
Fluch und Segen der Gastronomie

- In der Knödelzeit kocht Anita Haramia auch weiterhin mit viel Liebe und Hingabe Knödel für ihre Kunden.
- Foto: Oststeiermark Tourismus/B. Bergmann
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Geht es um eine belebte Region, führt kein Weg an den Gastwirten vorbei. Sie bereichern unsere Ernährung, gestalten unsere Freizeit mit und sind Mittelpunkt vieler Feierlichkeiten. Was würden wir auch ohne unsere Gasthäuser tun. In der Steiermark gibt es jedoch etwa 600 Gastrobetriebe weniger als noch vor 20 Jahren. Dabei wurden Gasthäuser und Gasthöfe um etwa 40 Prozent weniger, während Restaurants und Cafés zunahmen (71 und 21 Prozent). In Weiz ist seit 2001 ein Rückgang an Wirtshäusern von 234 auf 202 zu verzeichnen.
Wir haben uns in der Region umgehört, welchen Herausforderungen sich die Gastronome heutzutage stellen müssen, wie sie den Fachkräftemangel erleben und was das Rauchverbot ihnen gebracht hat.
Forellengasthaus in der Raabklamm sucht Nachfolger
Karin Kulmer vom Forellengasthaus zur Raabklamm ist momentan auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren Betrieb. Denn die passionierte Gastronomin hat den Familienbetrieb vor 29 Jahren in 4. Generation übernommen und mit Leidenschaft geführt: "Aber jetzt ist einfach die Luft raus", erzählt sie uns im WOCHE-Interview. Grund dafür ist die "mühselige Personalsuche" in den letzten Jahren. "Es ist von Jahr zu Jahr schwieriger geworden", wie sie aus Erfahrung sagt. Das Forellengasthaus war einer der ersten Slowfood Betriebe in der Region und wurde mit seinen selbst produzierten Lebensmitteln, den eigenen Wildkräutern, Natursäften und dem Sinnesgarten auch hervorragend angenommen – aber die Fachkräfte fehlen. Sie alleine kann das Unternehmen nun nicht mehr weiter stemmen und ist daher auf der Suche nach einem neuen Pächter, der mit Herzblut dabei ist. "Der Betrieb wäre perfekt für ein Pärchen oder eine Familie, die mit Leidenschaft in der Gastronomie arbeiten wollen", so Kulmer, die auf geeignete Anfragen hofft.
(Bei Interesse sind Anfragen gern an Karin Kulmer, Tel.: 0664/2239926,
schweinegger.kulmer@inode.at zu richten)

- Karin Kulmer vom Gasthaus zur Raabklamm.
- Foto: bernhard bergmann
- hochgeladen von Nadine Ploder
Erfolgsgeheimnis der Familie Holzerbauer
Ein positives Beispiel, was die Mitarbeitersuche angeht liefert Berggenuss Holzerbauer. Ihr Erfolgsrezept ist "die Begeisterung für den Beruf und an der Arbeit, trotz vieler Hürden, Aufgaben, Bürokratie und Vorschriften", so Ines und Andreas Holzerbauer.
"Für uns ist wichtig, dass überall "Liebe" drin steckt und unsere Freunde, Bekannten und Gäste das auch wahrnehmen. Als Familienbetrieb ist uns interne Gemeinschaft und ein familiäres Miteinander wichtig, wo wir auch unsere Gäste miteinschließen. Wir versuchen bei unseren Angestellten und auch Gästen so viele Wünsche wie möglich umzusetzen. Die Angestellten schätzen die Flexibilität und freundschaftliches Miteinander."
Sie haben vor kurzem ein zweites Lokal, "Aroma Holzerbauer", aufgemacht und sich davor natürlich auch mit dem Thema Fachkräfte auseinandergesetzt. "Unsere größte Sorge bei der Überlegung ob wir ein zusätzliches Lokal eröffnen sollten, war definitiv die Angst vor dem Facharbeitermangel. Wir mussten dann aber feststellen, dass alle Bedenken unnötig waren. Wir wurden so positiv überrascht, was uns heute noch freut. Wir hatten mehr als doppelt so viele Bewerbungen (nur Fachpersonal aus der Region), dass uns die Entscheidung nicht leicht viel, wem man absagen musste. Uns wurde immer wieder gesagt, dass dies für den Betrieb und den Inhabern spricht. Darauf sind wir Stolz." Das Rauchverbot ist für Familie Holzerbauer kein Thema mehr: "Wir haben seit einigen Jahren auch im Gasthaus auf Nichtraucher umgestellt und auch das Café bei der Eröffnung im Juli rauchfrei gemacht. Wir haben unseren Terrassen mit Heizstrahler und Decken ausgestattet, um es den Rauchern so gemütlich wie möglich zu machen. Nichtraucher, Familien mit Kindern und auch wir schätzen die rauchfreie Luft."

- Erfolg als Familienbetrieb: Ines und Andreas Holzerbauer.
- Foto: KK
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Was wäre Passail, ohne seine Knödel?
Auch über den Gasthof Schrenk "Knödelzeit" gab es in letzter Zeit viele Gerüchte über die Zukunft. Jetzt hat Geschäftsführerin Anita Harmia das Geheimnis gelüftet: Durch die Partnerschaft mit der VH Holding (Fam. Anna und Vinzenz Harrer) beginnt für die Knödelzeit eine neue Ära. Die Liegenschaft am Hauptplatz wurde an die VH Holding verkauft, aber das mehrfach ausgezeichnete Spezialitäten-Lokal bleibt bestehen und soll in den kommenden Jahren gemeinsam weiterentwickelt und ausgebaut werden.
Ihr Erfolgsrezept ist: "Meine große Portion an Herzlichkeit und die Liebe zur Knödelküche. Als wesentlicher Bestandteil gilt ebenso : Was in der Region wächst und produziert wird, bieten wir unseren Gästen in der Knödelzeit an." Besondere Herausforderung sieht Haramia in der klaren Berichterstattung: "Unser Spezialitäten-Lokal bleibt unverändert bestehen. Durch die Partnerschaft mit Vinzenz Harrer, soll in den kommenden Jahren die Knödelzeit weiterentwickelt und ausgebaut werden." Die Mitarbeitersuche ist zwar auch für das Knödelzeit-Team nicht immer einfach, aber "auch wenn es manchmal etwas länger dauert, formiert sich immer ein tolles Knödelzeit-Team."
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