Haus der Musik Gleisdorf
Weltklasse-Musik mit Rudi Planks "Ars Harmoniae"
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Eigentlich müsste Rudolf Plank mit seinem Ensemble Ars Harmoniae sofort auf Welttournee gehen – nach Wien, Paris, London, New York, Rio, Tokio … Denn was die Musikerinnen und Musiker in ihrem Konzert „Pasticcio IX“ am 16. November im Haus der Musik boten, war nichts weniger als Weltklasse. Dies verdankt sich einerseits der grandiosen Virtuosität des Ensembles, andererseits den raffiniert ausgearbeiteten Kompositionen und Arrangements von Rudi Plank, die mit charmantem Humor präsentiert wurden und dem Publikum spürbare Lebensfreude schenkten.
GLEISDORF. Das Ensemble Ars Harmoniae präsentierte erneut sein markantes Konzept: ein Programm, das Grenzen überwindet und verschiedene musikalische Traditionen zu einem stimmigen Ganzen verbindet. Das „Pasticcio“ erwies sich dabei als elegante Kunstform – ein bewusst komponiertes Miteinander, das das Publikum seit Jahren begeistert.
Die Wurzeln der mehr als 50-jährigen Gleisdorfer Akkordeontradition unter der Leitung von Rudolf Plank und die jüngsten Erfolge – etwa beim internationalen Festival in Wien – bilden dafür ein herausragendes Fundament.
Hommage an Astor Piazzolla
Mit „Tango pour Claude“ in einem Arrangement von Rudolf Plank, gestaltete das Ursprungsensemble von Ars Harmoniae, die Akkordeongruppe der Musikschule Gleisdorf. Fünf herausragende Akkordeonist*innen (Bernd Kohlhofer, Gerhard Burger, Theresia Holesinsky, Martin Saurer und Gerhard Veith) interpretierten Zubitskys „Omaggio ad Astor Piazzolla“ – eine klangvolle Verneigung vor dem Mann, der das Akkordeon ins Zentrum zeitgenössischer Musik führte.
Tango Nuevo – veredelt und erweitert
Mit Piazzollas „Triunfal“ betrat das Ensemble jene musikalische Sphäre, in der es sich hörbar zuhause fühlt: den Tango Nuevo. In einer subtil erweiterten Fassung mit jazzigen Einsprengseln brillierten die Solist*innen Olena Mischi, Borislava Marinova, Bernd Kohlhofer, Peter Blasge und Ewald Prügger. Das Ergebnis war ein Tango, der seine Wurzeln ehrt und gleichzeitig selbstbewusst neue Wege geht.
Virtuosität auf Konzertniveau
Ein technisch wie musikalisch herausragender Moment des Abends war Piazzollas „Etüde Nr. 3“. Musikschulleiterin Hannelore Farnleitner (Violine) und der internationale Akkordeonpreisträger Bernd Kohlhofer gestalteten ein Duo, das mühelos den Schritt vom traditionellen Tango zur klassischen Hochkultur vollzog – fokussiert, leidenschaftlich und hochpräzise.
„Orientango“ – Rudi Planks eigene Klangsprache
Mit „Orientango“ zeigte Rudi Plank jene kompositorische Handschrift, die ihn unverwechselbar macht: die kunstvolle Verbindung scheinbar gegensätzlicher Welten. Tangorhythmik trifft orientalisierende Melodik – interpretiert mit großer Intensität von Bernd Kohlhofer. Ein Werk, das musikalische Grenzen nicht nur überwindet, sondern neu definiert.
Steirischer Rap mit literarischem Anspruch
Die Uraufführung des „Steira Rap“ war einer der überraschendsten Momente des Abends. Plank vertonte einen Text der steirischen Lyrikerin Hermine Arnold, der mit liebevoll-kritischem Blick Tradition, Identität und gesellschaftliche Gegenwart beleuchtet. Georg Laube übernahm den Sprechgesang, unterstützt von Matthias Meister, Hannelore Farnleitner, Olena Mischi sowie vier jungen Sängerinnen der Musikschule Gleisdorf – gemeinsam mit Arnold und ihrem Gatten. Eine ungewöhnliche Form, die poetische Tiefe und musikalische Modernität vereinte.
Jazz auf Top-Niveau: „Birdland“
Einen brillanten Schlusspunkt setzte Joe Zawinuls „Birdland“ in einer farbreichen Bearbeitung von Rudi Plank. Erika Buglyo, Hannelore Farnleitner und Matthias Meister überzeugten mit improvisatorischer Leichtigkeit und jener musikalischen Intuition, die exzellente Jazzinterpretationen auszeichnet.
Kultur mit Haltung
Trotz seiner künstlerischen Exzellenz bleibt Ars Harmoniae seinem Anspruch treu, Kultur für alle zugänglich zu machen. Dank regionaler Sponsoren bleiben die Eintrittspreise bewusst moderat.
Mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations endete ein Konzertabend, der eindrucksvoll bewies, dass Weltklasse-Musik nicht nur in Metropolen, sondern auch im Herzen der Steiermark zuhause ist.
Die Protagonist:innen des Abends
Leitung: Rudolf Plank
Peter Blasge, Vibraphon
Erika Buglyo, Flöte
Gerhard Burger, Akkordeon, Percussion
Hannelore Ramminger, Violine
Theresia Holesinksy, Percussion, Akkordeon
Bernd Kohlhofer, Akkordeon
Borislava Marinova, Klavier
Matthias Meister, Saxophon
Olena Mischii, Cello
Ewald Prügger, Kontrabass
Martin Saurer, Akkordeon
Gerhard Veith, Akkordeon
Gast: Georg Laube, Sprechgesang
Freie Redaktion
Hermine Arnold
Poesie.Musik.Text.Atelier
https://www.nedi.at
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