Kinderweihnacht Gleisdorf
Wenn schauen mehr als nur sehen ist
- Miriam Pichler, Anna und Lena Lehr, alle drei Ministrantinnen der Pfarre Sinabelkirchen, schauen der Kinderweihnacht schon mit viel Motivation entgegen.
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Wenn Kinderaugen zu leuchten beginnen, dann ist Weihnachten gekommen. In der Kinderweihnacht in Gleisdorf tun sie das dieses Jahr auf eine ganz besondere und auch lustige Art und Weise. Durch Papierbrillen, die vielleicht dabei helfen, aufs Wesentliche zu schauen. Aufs Jesuskind. Aber auch ein bisserl mehr auf sich selbst.
GLEISDORF. So eine Kinderweihnacht ist ja an sich schon etwas ganz Besonderes. Weil ihr ein gewisser Zauber innewohnt. Weil es um die Kinder geht. Um eines natürlich ganz speziell – auf das wir schauen, wie es da in seiner Krippe liegt. Dieses Jahr in Gleisdorf und Umgebung auf eine ganz besondere Art und Weise. Durch die (ein bisschen rosa ist sie wirklich) Papierbrille nämlich. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Wie das geht? An alle Kinder werden im Vorfeld Papierbrillen ausgeteilt. An die Erwachsenen übrigens Brillenputztücher. Warum? Dahinter stecken ein paar gute Gedanken. Und der kreative Kopf von Pfarrer Giovanni Prietl, der sich immer wieder aufs Neue etwas einfallen lässt, um das Jesuskind für die Menschen auch in ihrem Alltag spürbarer werden zu lassen. Weil er sie näher zu sich selbst und auch zusammen bringt. Und zum Hinschauen.
Im Schauen steckt Beziehung
„Ich passe auf dein Kind auf“, sage man laut Prietl im Volksmund eigentlich nicht. Sondern: „Ich schaue auf dein Kind“, erzählt er und meint weiter: „Schauen meint hier mehr als nur das Sehen.“ Damit werde ausgedrückt, dass hier mehr dahintersteckt, als das Kind nur zu beaufsichtigen. Nämlich, dass man eine Beziehung zu diesem Gegenüber aufbauen möchte. Wenn man sagt, man passt auf ein Kind auf, dann wird das eher funktional verstanden. Man passt auf, dass nichts passiert, dass das Kind die Benimmregeln einhält und so weiter. „Reflektiert betrachtet steht so der Erwachsene oben und das Kind unten, der Erwachsene weiß, was richtig ist und das Kind soll gelenkt werden. Wenn wir aber sagen, wir schauen auf ein Kind, dann schwingt noch etwas ganz anderes mit. Da lenke ich meine Aufmerksamkeit auf das Kind, bin offen und gegenwärtig. Es heißt, es nicht kontrollieren zu wollen, sondern es wahrzunehmen. Es geht nicht darum, Regeln einzuhalten, sondern Vertrauen aufzubauen.“
- Die Weihnachtskrippe in der Sakramentenkapelle.
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Auf ein Kind zu schauen, kann allerdings auch bedeuten, es als Vorbild zu sehen, zu ihm aufzuschauen, sich zu fragen, welche Botschaft es für mich hat. "Das kann heißen, ich bin aufmerksam dafür, was das Kind mir lehren möchte. Und es wird automatisch zu einem Gegenüber. Wer also auf ein Kind schaut, übernimmt eine große Verantwortung, bekommt aber gleichzeitig auch die Chance, in der Begegnung mit diesem Kind auch selbst persönlich zu wachsen", erklärt Giovanni Prietl seine Gedankengänge, die ihn auf die Idee brachten, an Heiligabend allen Kindern wie auch Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, so auf das Jesuskind in der Krippe zu schauen. Um sich fragen zu können, was die Botschaft dieses Jesuskindes für einen selbst ist.
„Dieses Gotteskind sieht mich an und gibt mir dadurch ein Ansehen. Genau darum geht es, auch den Mitmenschen dieses Ansehen zu schenken. Das versuche ich heuer in der Kinderweihnacht einzubauen und allen mitzugeben. Deshalb bekommen die Kinder so eine Brille, die ja ein Stück weit auch für die Erwachsenen gedacht ist. Für diese gibt's übrigens Brillenputztücher.“ Ein paar sehr schöne Gedanken. Die helfen sollen, vielleicht über sich selbst nachzudenken und zu verstehen. Auch die anderen nämlich.
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