Regionale Kulturarbeit
Gleisdorf: ein Archipel
- Künstler Marcus Kaiser (links) und Pädagoge Franz Wolfmayr.
- hochgeladen von martin krusche
Das ist selbstverständlich eine Metapher. Im Gegensatz zu einem Kontinent besteht der Archipel aus Gruppen von Inseln, was eine Menge umgebendes Wasser zur Bedingung hat.
Das bedeutet, auf jedem Stück festen Bodens, das Bestand hat, können sich ganz unterschiedliche Verhältnisse entwickeln. Manche Position wird überdies frei bleiben müssen, bloß sporadisch nutzbar sein, weil sie gelegentlich unter Wasser steht.
Um bei dieser Metapher zu bleiben: ein Archipel eignet sich für ein Wechselspiel zwischen Bauten und Booten. (Auch Freischwimmer finden ihre Möglichkeiten.)
Dieser Archipel, so ein vorläufiger Arbeitstitel, ist quasi der Gedankenpalast einer sehr kontrastreichen Gruppe, die nun näher zusammengefunden hat. Ein Personenkreis, der Kompetenzen aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft verknüpft. Jener Prozeß des Zusammenfindens durfte bis heute mehr als ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen.
Als Impresario dieser Entwicklung fungiert Winfried Lechner, der als Architekt und als Unternehmer viel Erfahrung einbringt. Andere Unternehmer wie Werner Lafer oder Alfred Marchler teilen solches Kompetenzlevel. Franz Wolfmayr kommt dagegen von einer Schnittstelle zwischen sozialer Kompetenz und Unternehmertum. (Das sind nur einige Beispiele von unserer Credit List.)
Nein, es ist nun nicht so, daß derlei Kräfte aus der Wirtschaft von Kunstschaffenden als Sponsoren akquiriert wurden. Das wäre der konventionelle Modus. Im „Archipel“ hat sich eine inhaltliche Debatte entfaltet, die von allen Beteiligten mitgetragen wird. Das heißt, sachkundige Menschen aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft bearbeiten gemeinsam verschiedene Themen und Fragen.
Dabei spielt im Augenblick das Werk eines Gastkünstlers die Rolle des kommenden Initialereignisses für Schritte nach außen. Was Marcus Kaiser mit seinem „opernfraktal“ bearbeitet, ist verblüffend.
Sein enger Kooperationspartner, Joachim Eckl, hat für die passende Metapher zum gesamten Vorhaben gesorgt. Er betont das „archipelische Denken“ wie es Philosoph Édouard Glissant beschrieben hat.
Zugleich besteht die Idee, auf prozeßhafte Art die geistige Welt Gleisdorfs mit dem physischen Gleisdorf, dem „Körper der Stadt“, zu verknüpfen. Kein herkömmliches Verfahren, bei dem ein Subventionsansuchen zu einem Fördervertrag führt, in dem Ergebnisse schon festgeschrieben sind.
Es ist ein offener Arbeitsprozeß, über dessen Details laufend in einem Projekt-Logbuch informiert wird:
+) Archipel (Das Logbuch)
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