Katholische Kirche im Salzkammergut
Predigt von Sabine Pesendorfer für 23. August 2026

Sabine Pesendorfer. | Foto: Pesendorfer

Die Predigt für den 23. August 2026 stammt von Sabine Pesendorfer, Wortgottesleiterin und Begräbnisleiterin in Ohlsdorf, und beschäftigt sich mit Mathäus 16, 13 – 20.

SALZKAMMERGUT. Heute geht es um den Petrus! Einiges wissen wir über ihn. Petrus war ein Fischer. Aber als er Jesus nachfolgte, ließ er seine Familie im Stich und hörte spontan seinen Beruf auf. Aber als seine Schwiegermutter schwer krank wurde, bat er Jesus, ihr zu helfen, und der heilte sie. Petrus konnte sich auf der einen Seite schnell begeistern und dann wieder begriff er nur sehr langsam, wenn Jesus etwas wollte. Bei der Verklärung am Berg bekam er sogar Angst, weil er einfach nicht verstand: worum es hier eigentlich ging.

So viele Widersprüche!

Aber es geht noch weiter. Petrus konnte auch nicht verstehen, dass die Juden, das kleine Volk – die nicht jüdische Welt, einfach vom Reich Gottes ausschließen wollen. Als dann Jesus von seinem nahen Ende sprach, da wehrte der Petrus entsetzt ab. „Der Jesus darf doch nicht sterben! Wie sollte es denn ohne ihn weitergehen?“ Als man dann Jesus gefangen nahm, schlägt Petrus voller Angst und Wut dem Diener des Hohen Priesters mit dessen Schwert das rechte Ohr ab. Doch kurz darauf verleugnet er Jesus dreimal, noch ehe der Hahn krähte. Und als Jesus seine Jünger fragte: „Für wen haltet ihr mich?“ Da meinte der Petrus voller Überzeugung: „Jesus, du bist für mich Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Da staunten die anderen Jünger!

Deshalb hat der Petrus, trotz seiner vielen Widersprüche und seiner Fehler, das vollste Vertrauen Jesus. Jesus bezeichnet ihn als den Felsen, auf den er seine Kirche bauen will! Und dafür gibt er ihm symbolisch die Schlüssel für den Himmel. Doch Jesus meint nicht, dass er nun der Portier ist, der in einem Buch nachsehen muss, wen er in die Ewigkeit hereinlässt und wen nicht. Das allein kann nur Gott! Petrus soll Menschen den Himmel aufschließen. Das heißt, er soll allen von Gott erzählen. So, wie Jesus es getan hatte. Denn jeder und jede soll die Chance haben, umkehren zu können und somit gut zu werden.

Kennst du Linus?

Petrus hatte nach dem Tod Jesus einen Helfer namens Linus. Die beiden gingen nach Rom. Als Petrus starb, wurde Linus sein Nachfolger. Petrus gilt als der erste Papst und Linus als der zweite Papst in der kath. Kirche. Auch Linus bemühte sich, gut zu sein. Und übergab die Aufgabe dann dem nächsten Papst. Seitdem versuchen Päpste, Gutes zu tun und wollen vielen vom Gottes Reich erzählen. Sie besuchen arme Menschen und Menschen im Gefängnis. Sie wollen das Himmelreich, so wie Petrus, für alle aufschließen.

Unfehlbar!

Ein Papst ist unfehlbar, das bezieht sich aber nur auf das unverfälschte Bewahren der Lehre! Denn auch Päpste sind Menschen. Menschen, wie du und ich. Und wir alle machen gelegentlich Fehler. Darum tut es so gut zu wissen, dass Jesus den Petrus trotz seiner Widersprüche, trotz seiner Fehler gern hatte. Und dann sagt Jesus zu Petrus: „Was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.“

Binden und lösen?

Damit meint er, wenn wir gut zu anderen sind, dann binden wir uns an Jesus Worte und somit an Gott. Wir sind auf Erden schon mit ihnen verbunden und werden dann, wenn wir sterben im Himmel mit ihnen verbunden sein. Aber es gibt Menschen, die sind böse, gewalttätig, grausam. Diese werden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Man sperrt sie weg. Da sie sich von dem Guten lösen, sind sie auch vom Himmel gelöst. Der Himmel wird ihnen versperrt sein. Lasst uns auf Jesus hören und folgen wir ihm nach. So wie Petrus es tat. Denn auch dir und mir drückt Jesus die Schlüssel des Himmelreichs in die Hand. Das heißt, auch wir dürfen und sollen den Menschen zeigen, wie schön es im Himmel sein kann, wenn wir jetzt gut sind. Lasst uns nicht müde werden, denn das Himmelreich ist nahe.

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