Katholische Kirche im Salzkammergut
Predigt für 30. August 2026 von Martin Krammer
- Martin Krammer von der Pfarre Gmunden.
- Foto: Foto art Laakirchen
- hochgeladen von Kerstin Müller
Die Predigt für Sonntag, 30. August 2026, stammt von Martin Krammer von der Pfarre Gmunden.
GMUNDEN. Liebe Glaubensschwestern und Glaubensbrüder! Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Die Antwort ist eindeutig und liegt klar auf der Hand: Um keinen, das menschliche Leben ist unbezahlbar, es ist unendlich wertvoll, jedes einzelne Leben für sich. Und doch scheint es eine galoppierende Inflation dieses universellsten Wertes zu geben.
Wie wenig ist jenen alten Männern das Leben von jungen Menschen wert, die von ihnen in Kriege geschickt werden, Kriege, aus denen sie sich selbst und ihre Familien heraushalten? Wie wenig ist Schleppern das Leben von Migrantinnen und Migranten wert, die im Mittelmeer ertrinken, weil sie bewusst in seeuntüchtige Boote gesteckt werden?
Wert des Lebens entdecken
Ein Leben lässt sich nicht zurückkaufen, aber es wird verkauft und regelrecht verschleudert. Stehen wir in den eben genannten und ähnlichen Fällen hilflos vor der Missachtung des Wertes von Leben, geschieht diese in völlig anders gelagerten Fällen, nicht selten auch durch sich selbst. Hier können wir eingreifen. Wenn man selbst etwa vor lauter Arbeit und Stress überhaupt nicht mehr zu Atem kommt. Oder wenn man vom Leben enttäuscht in Süchte und Abhängigkeiten flieht. Wenn im schlimmsten Fall Menschen ihrem Leben selbst ein Ende setzen, weil nichts mehr einen Wert hat. Niemand kann sein Leben zurückkaufen, aber jede und jeder kann den Wert des Lebens (wieder) entdecken, auch wenn das für viele Menschen einen mühsamen Prozess bedeutet. Das Leben erhält wieder Wert, wenn es gelingt in aller Unmäßigkeit wieder ein Maß zu finden. Wenn es gelingt, dieses Maß zu halten und dadurch wieder Haltung und Halt zu gewinnen. Um Halt zu gewinnen, muss uns jemand Halt geben. Das können andere Menschen, das kann vor allem aber auch der Glaube sein. Ein tief verwurzelter Glaube gibt Halt im Leben. Doch fällt ein solcher Glaube nicht vom Himmel. Es braucht Zeit, bis der Glaube erste Wurzeln schlagen kann, bis er sich tiefer und fester verwurzeln kann. Dann aber gibt er dem Leben halt. Wir Menschen brauchen das Gefühl, brauchen die Erfahrung, ich werde gehalten. In Jesus finden wir Halt, unser Leben lang. Und mit diesem Halt können wir dann auch andere stützen. Amen.
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