Interview mit Werner Gruber
Die Liebe zu Physik und Grammelknedl

Der österreichische Physiker rockt die Naturwissenschaft.
  • Der österreichische Physiker rockt die Naturwissenschaft.
  • Foto: Hubertus Seidl
  • hochgeladen von Katharina Bernbacher

Werner Gruber ist der wohl bekannteste Physiker Österreichs. Und absolut nicht nerdig. 

OSTERMIETHING, WIEN. Viele von uns denken bei Physik an langweilige Stunden in der Schule. Der gebürtige Ostermiethinger, Werner Gruber, hat die Physik in Österreich aber "salonfähig" gemacht. Wir haben mit ihm über die Liebe zur Physik und zu Innviertler Schmankerl gesprochen. 

BezirksRundschau: Herr Gruber, Sie haben ja einen Teil Ihrer Kindheit im Innviertel, in Ostermiething, verbracht. Inwiefern hat diese Zeit Ihre spätere Karriere beeinflusst?

Die Liebe zu den Knödeln und traditionellen Speisen – könnte man sagen, aber das hat dann doch eher etwas mit der Küche meiner Mutter zu tun, als mit dem Innviertel. Es gibt wenig Erinnerungen an diese Zeit, da mein Vater sich bald nach Linz versetzen ließ. Damit war ich gerade einmal 4 Jahre in Ostermiething, leider kann ich da nicht mehr berichten.

Wie kommt man als „Innvierter-Landbub“ auf die Idee, Physik zu studieren, beziehungsweise als Physiker in Wien tätig zu werden?

Ich hatte das Glück, dass mir meine Eltern sehr bald viele Bücher geschenkt haben. Bildung war ihnen wichtig und wenn der Sohn bald gut lesen kann, dann war das wertvoll. So habe ich schon bald nach den ersten Leselernbüchern auch Bücher über Naturwissenschaftler und bedeutende Mediziner gelesen, um nicht zu sagen verschlungen. Es hat mich fasziniert, die Raumfahrt, die Erkrankungen und vor allem, wie man sie bekämpft. Meine Eltern haben dieses Interesse gefördert und so bekam ich auch zwischendurch immer wieder spannende Bücher geschenkt. Damit war bald klar, es wird was aus dem Bereich der Physik oder Medizin werden. Ein paar Wochen vor dem Studium schlug dann das Pendel Richtung Physik aus.

Was ist die erste Tätigkeit, die Sie an Ihrem Arbeitsplatz am Morgen erledigen?

Kaffeekochen – für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mich,
schauen was in der Post ist und dann durchs Haus gehen und fragen, wie denn die Befindlichkeiten sind.

Wie kommt man auf die Idee, Physik für den Entertainment-Bereich zu etablieren?

Es klingt ein bisschen komisch, aber es war nicht so, dass ich in der Früh aufgestanden bin und mir gesagt habe: Ich möchte die Physik in die Öffentlichkeit tragen. Es gab vereinzelt Interviews, dann wurden es mehr, dann gab es Bücheranfragen, dann Anfragen vom Fernsehen für längere Gastauftritte und auf einmal steht man in der Öffentlichkeit.

Viele von uns denken bei Physik an langweilige Stunden in der Schule. Was würden Sie diesen Personen in drei Sätzen sagen, um sie von der „Coolness“ der Physik zu überzeugen?

Ich glaube, wenn Physik fachlich richtig erklärt wird, dann kommt die „Coolness“ von alleine. Mir ging es nicht um die Showeffekte, mir ging es immer darum, durch Experimente Erklärungen zu veranschaulichen und wenn einem das durch ein einfaches Experiment gelingt, dann ist das schon cool, wenn Personen sehen, wie einfach Physik sein kann.

Ist der Glaube ein Gegner der Wissenschaft?

Das Gegenteil von Wissen ist nicht Nicht-Wissen, sondern der Glaube – egal in welche Richtung. Durch die Wissenschaft müssen wir das unmögliche ausschließen und das was dann übrig bleibt, das ist dann die Wahrheit.

Was sagen Sie zum „Aus“ für die Zeitumstellung?

Tja, eine einfach Frage, gelassen ausgesprochen. Einerseits ist die zweimalige Umstellung der Uhren lästig. Es gibt auch Menschen, die mit dem „Jetlag“ Probleme haben. Andererseits hat es schon was für sich, wenn es ausreichend Tageslicht gibt. Eines wünsche ich mir nicht: Die dauerhaft Umstellung auf Sommerzeit. Erstens kann man dann am Abend die Sterne im Sommer so gut wie gar nicht mehr dem Publikum präsentieren – die meisten müssen am nächsten Tag in die Arbeit, und zweitens hat es schon einen Grund, warum wir sehr lange die Normalzeit hatten. Einen Fleckerlteppich von Zeitzonen in Europa gilt es auch zu vermeiden.

Hätten Sie einmal die Möglichkeit gehabt, Stephen Hawkings zu treffen, was wäre Ihre erste Frage an ihn gewesen?

Ich hatte die Möglichkeit und meine erste Frage war: Wie gehts?

Unter Physiker stellen wir uns heute meist Nerds, wie jene aus der Sitcom „The Big Bang Theory“ vor. Trifft das Bild zu?

Ja und nein, das Bild ist stark überzeichnet, aber es stimmt schon: Man konzentriert sich monatelang, teilweise jahrelang auf ein Thema und da ist man dann tatsächlich sozial unverträglich.

Wenn Sie sich eine Speise der Innviertler-Küche aussuchen dürften, wofür würden Sie sich entscheiden? Was ist Ihre Innvierter-Leibspeise?

Etwas Gutes: Hascheeknödeln, Grammelknödeln, überbackene Knödeln, Schweinsbraten, Mostbraten

Kochen Sie diese auch selbst?

Ja, leider zuviel. Das Problem ist eher das Essen, leider auch zuviel.

Gibts ein „Grubersches Innviertler Rezept“, dass Sie unseren Lesern verraten würden?

Die Hascheeknödeln meiner Mutter:
Haschee aus Fleisch, Wurstresten, Knoblauch, Zwiebeln, Majoran und Grammeln anbraten, Semmelknödelteig zubereiten, und die Semmelknödeln mit dem Haschee füllen. Darüber etwas Bratelfettn geben.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen