Biodiversitätsprojekte im Bezirk
Wildbienen und Schmetterlinge freut’s
- Schüler aus Friedburg setzen sich für Umwelt- und Artenschutz ein, indem sie ein Obstspalier und eine Beerennaschhecke errichten.
- Foto: Garten-Franz
- hochgeladen von Barbara Ebner
Franz Hönegger hat unzählige Blühflächen und Wildblumenwiesen im Bezirk angelegt und erklärt, was jeder Einzelne für Umwelt- und Artenschutz tun kann.
BEZIRK BRAUNAU (ebba). „Nur was man kennt, schützt man auch“, ist der Friedburger Gärtnermeister Franz Hönegger alias „Garten-Franz“ überzeugt. Darum sei es besonders wichtig, schon den Kleinsten zu vermitteln, wie Blumenwiesen richtig angelegt werden, wie Lebensraum für Bienen und Insekten entsteht und dass sogar mit Totholz ein Biotop voller Leben geschaffen werden kann. „Die Leute müssen wieder mehr rausgehen, die Natur spüren und sie auch im Kleinen erleben. Das ist in unserer schnelllebigen, digitalen Welt ein Erlebnis, das viele gar nicht mehr so kennen“, meint Hönegger.
Garten-Franz zeigt, wie es geht
Im Rahmen des Projekts „Biodiversität für Groß und Klein“ förderte die Leader-Region Oberinnviertel-Mattigtal getreu ihrem Motto „dahoam aufblian“ drei Jahre lang das Anlegen von artenreichen Blühflächen und Wildblumenwiesen durch kostenlose Schulungen mit Franz Hönegger. Ziel dieser Workshops war es, zu vermitteln, wie man eine Wildblumenwiese richtig und nachhaltig anlegt. Sei es im eigenen Garten, im Kinder- oder Schulgarten, auf landwirtschaftlichen Flächen oder geeigneten Gemeindeflächen. Gemeindebedienstete, Pädagogen, Schüler, Imker, Landwirte und alle interessierten Bürger und Hobbygärtner wurden dahingehend geschult.
Franz Hönegger: „Die Kinder waren mit Eifer dabei und bekommen nun den Biologieunterricht im Schulhof vermittelt.“
Wurzelstöcke, Trockenbiotope, Blumenwiesen
Entstanden sind zahlreiche Vorzeige-Projekte, vor allem auf öffentlichen Gemeindeflächen und Schularealen. Ein paar Beispiele: In Friedburg sind vor dem Gemeindeamt Blühflächen angelegt worden, auch Geh- und Radweg-begleitend. Der Kirchberger Aussichtspunkt ist mit Wurzelstöcken, Blühflächen, Hecken, Trockenbiotopen und Tothölzern artenschutztechnisch aufgepeppt worden. „Eine gelungene Geschichte ist auch das Trockenbiotop mit Blumenwiese und Steinschlichtung neben dem Schloss Mattighofen“, berichtet Hönegger.
Eine besondere Freude hatte der Landschaftsgestalter jedoch bei den Schulprojekten mit den Kindern. Schulen wie die VS Friedburg, die Mittelschule Mattighofen, die Volksschulen Auf der Schanz und Laab in Braunau sowie die VS Gilgenberg waren sofort mit an Bord, als es darum ging, ihre Schulgärten mit einheimischen Wildblumen umzugestalten. Es entstanden unter anderem Naschhecken, Trocken- und Feuchtbiotope, Blumenwiesen, Benjeshecken und Apfelspalier-Reihen. „Die Kinder waren mit Eifer dabei und bekommen nun den Biologieunterricht im Schulhof vermittelt“, freut sich der Gärtner.
Private wie Firmen – alle sind gefordert
„Es gibt ja Kinder, die haben noch nie eine Blindschleiche oder Eidechse gesehen. Was für uns früher ganz normal war, ist es heute längst nicht mehr“, bedauert Hönegger. Daher sei es wichtig, den Tieren wieder mehr Lebensräume anzubieten. Eine zu intensiv betriebene Landwirtschaft, das Zupflastern von Boden, Steingärten und perfekt gemähte Rasen tragen viel dazu bei, dass nicht mehr so viel umher fliegt. „Laut Krefeld-Studie ist innerhalb von 30 Jahren rund 75 Prozent der Insektenmasse verschwunden. Wenn das so weitergeht, müssen unsere Enkelkinder irgendwann ins Haus der Natur fahren, um noch einen Schmetterling zu sehen – einen präparierten wohlgemerkt“, betont Hönegger.
Dabei könne jeder Einzelne im eigenen Garten einen wertvollen Beitrag leisten. „Und wenn es nur ein paar blühende Quadratmeter sind oder ein Strauch oder ein Blumenkisterl mit einheimischen Wildblumen.“ Auch an Firmen appelliert er: „Überall gibt es Flächen, die sich für Blühwiesen eignen, Retentionsmulden beispielsweise.“
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