Bürgermeister Burghausen
Zur Regelung des Grenzverkehrs auf der "Alten Brücke"

- Schilder über Schilder: Die Grenzbrücke von Burghausen nach Ach.
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Florian Schneider, Bürgermeister von Burghausen, hat in einem Telefonat Stellung zum Artikel über die Regelung auf der Alten Brücke zwischen Ach und Burghausen genommen.
BURGHAUSEN, ACH. Florian Schneider, der nun seit 2020 das Amt des Bürgermeisters in Burghausen bekleidet, ist selbst auf der Burg in Burghausen aufgewachsen, und kennt die Probleme der Altstadt. Dennoch spaltet die Einbahnregelung auf der "Alten Brücke" zwischen Ach und Burghausen die Gemüter.

- Schilderwald an der Grenzbrücke nach Ach.
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Grenzregion eng verknüpft
Hintergrund für den Wunsch Burghausens, die Brücke in eine Einbahn zu verwandeln ist, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Stadtplatz. Die Brücke zwischen Ach und Burghausen ist ein wichtiger Verbindungsweg, der den kulturellen, freundschaftlichen und wirtschaftlichen Austausch der Grenznachbarn möglich macht. Denn: Wo keine Brücke, da kein Verkehr.

- Der Stadtplatz ist für Geschäfte und Restaurants eher zu ruhig.
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"Mehr Verkehr heißt nicht mehr Menschen"
"Mehr Verkehr bedeutet nicht mehr Menschen", betont Florian Schneider. Und damit meint der Bürgermeister wohl mehr Bummler, Einkäufer und Restaurantgäste. Denn Menschen gibt es am Stadtplatz Burghausen nur morgens und mittags wirklich viele: Jeweils 500 Schüler des anliegenden Kurfürst-Maximilian-Gymnasiums und 500 der Maria-Ward-Realschule tummeln sich dann gemeinsam mit denen der Stethaimer Grundschule am Stadtplatz. Darunter etliche Schüler aus Duttendorf, Wanghausen, Ach und Hochburg. Schulbusse und PKWs von Eltern stehen zu den Stoßzeiten Schlange.

- Am Stadtplatz in Burghausen: Mittags treffen Busse, Schulkinder, Radfahrer, Fußgänger, Hunde, Motorradfahrer und Touristen aufeinander.
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Noch vor der Pandemie irrten Touristen und Spazierfahrer auf der Suche nach Parkplätzen oder der Burg über den Stadtplatz und in Sackgassen. Veranstaltungen sprengten die Kapazitäten regelmäßig. Anwohner mussten dabei häufig den Kürzeren ziehen. Für die - eher unbelebten - Grüben brachten diese aber Geschäft.
Die "Neue Brücke" zwischen dem Kreisverkehr bei Wanghausen und der Tittmoninger Straße in Burghausen, wird besonders vom Güterverkehr genutzt. Auch Berufspendler befahren die Brücke stark, da das bayerische Chemie-Dreieck viele Arbeitgeber aus Österreich beschäftigt, und umgekehrt viele Deutsche in den Bezirk Braunau pendeln.

- Gerade in der Mittagszeit: Busse, Schulkinder, Autos, Radfahrer, Hunde, Elterntaxis....
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Emotionaler Streit um Einbahnregelung
Versteht man die Verbundenheit der Grenznachbarn über die trennende Salzach hinweg, versteht man auch die hohe emotionale Komponente, die den Streit um eine verbindende Brücke bestimmt. "Gemeinsam statt Einbahn", hieß es bei der Demo der Bürgerinitiative L501 im Oktober 2021, die von Acher Anrainern gegründet wurde.
Dennoch ist offensichtlich, dass der zweispurige Autoverkehr über die "Alte Brücke" unmöglich aufrechterhalten werden kann. Alternativen zur Einbahnregelung auf der Brücke gibt es kaum, da die räumlichen Bedingungen im Salzachtal zu wenig Spielraum bieten. Noch im ersten Quartal des Jahres 2022 soll ein endgültiger Beschluss im Stadtrat Burghausen zum Verkehr auf der Alten Brücke gefällt werden, so Florian Schneider.
Vor der derzeitigen Einbahnregelung seien Anfragen an das Bundes- sowie Bayerische Innenministerium, das Polizeipräsidium Oberbayern und viele mehr gestellt worden. Laut Florian Schneider habe es keine Einwände gegen die Regelung gegeben.

- Florian Schneider ist seit 2020 Bürgermeister von Burghausen.
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"Die Versuchsphase hat als erstes Fazit zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer im Bereich des Bruckgasse geführt, was vor allem für die vielen Schüler, die in diesem Bereich unterwegs sind, von großer Wichtigkeit ist, zudem ist eine feststellbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Stadtplatz eingetreten.
Wenn der Stadtrat im März seine Entscheidung treffen wird, gibt es nur zwei Alternativen, entweder die Einbahnstraßen-Regelung wird dauerhaft umgesetzt oder wir kehren zum vorherigen Zustand mit Zwei-Richtungsverkehr zurück. Ale anderen ins Spiel gebrachten Überlegungen sind nicht sinnvoll umzusetzen."
Florian Schneider, Bürgermeister Burghausen
Salzländensanierung ab März
Weil zwischen März und Oktober die Salzlände der Stadt Burghausen (Uferstraße) saniert wird, kann der zweispurige Verkehr dort nicht aufrechterhalten werden. Umwege für Pendler und Anwohner sind die Folge. Auch Hannes Preishuber klagte wegen der Umwege durch die Einbahnregelung. Er wohnt in Duttendorf, arbeitet aber in Burghausen. Nicht nur er ist betroffen, sondern auch viele Eltern, die ihre Kinder vom Bezirk Braunau aus nach Burghausen in die Schule bringen.

- Von der Salzlände aus geht es über eine Nadelöhrkurve zum Stadtplatz Burghausen.
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"Während der Bauphase wird eine zweispurige Fahrt durch die Salzlände Burghausen nicht möglich sein", so der Bürgermeister von Burghausen. Der Umgehungsberg werde eine große Rolle für den Ausweichverkehr spielen. Dort wurde kürzlich eine Geschwindigkeitsreduktion auf 50 KMH eingeführt.

- Auf der Salzlände ist nur zu Stoßzeiten richtig was los.
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Umwege für Pendler
Fährt man von Ach zum Stadtplatz Burghausen macht das 350 Meter und man benötigt eine Minute Fahrzeit.
Will man aber zurück, dann macht das wegen der Einbahnregelung inzwischen 3,3 Kilometer, bei sieben Minuten Fahrzeit.
Noch weiter wird der Umweg ab März, wenn die Salzlände gesperrt ist. Dann fährt man vom Stadtplatz Burghausen nach Ach ganze 5,2 Kilometer und benötigt dafür 8 Minuten Fahrzeit laut Google Maps:
Gerade in Zeiten der "Grünen Mobilitätskonzepte", des Klimawandels und gestiegener Benzinpreise ist dies schwer vermittelbar.
Gestaltung der Altstadt
Für die künftige Gestaltung der Altstadt ruft die Stadt Burghausen Bürger auf, sich mitzubeteiligen. „Es geht darum, individuelle Lösungen zu finden, die für Burghausen Sinn machen“, sagt Bürgermeister Florian Schneider.

- Am Ende des Stadtplatzes von Burghausen führt eine Kurve zur Salzlände. Diese wird ab März 2022 gesperrt sein.
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Gefragt sind auch neue Ansätze bei der Verkehrsführung. Also Bewährtes auch in Frage zu stellen, so heißt es auf der Homepage der Stadt Burghausen.
„Der Lenkungskreis ist ein Baustein des Mobilitätskonzeptes, das am Ende für die ganze Stadt weniger Autoverkehr vorsieht und gleichzeitig den Ausbau des ÖPNV sowie des Radwegenetzes. Ich möchte, dass wir auch die Verkehrsführung zu Erreichung dieser Ziele neu denken."
Bürgermeister Florian Schneider

- Schilder über Schilder: Die Grenzbrücke von Burghausen nach Ach.
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