Schaflinger wechselt nach Graz
Neuer Kages-Chef im Interview: "War noch nie so entspannt"

Erich Schaflinger stand im MeinBezirk-Interview in seinem Institut in St. Barbara Rede und Antwort. | Foto: MeinBezirk/Angelika Kern
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  • Erich Schaflinger stand im MeinBezirk-Interview in seinem Institut in St. Barbara Rede und Antwort.
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Seit dem Jahr 2005 ist er Ärztlicher Direktor – zuerst am LKH Mürzzuschlag, seit der Gründung des Spitalsverbundes mit 1. Jänner 2022 dann auch im LKH Hochsteiermark. Nun zieht es Erich Schaflinger nach Graz; er übernimmt mit 1. Oktober die Führung der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages). Im MeinBezirk-Abschiedsinterview spricht er über die schönsten Momente, aber auch die Schattenseiten und was er in Graz am meisten vermissen wird.

  • MeinBezirk: Wie ist es im Jahr 2005 dazu gekommen, dass Sie die Ärztliche Direktion übernommen haben?

ERICH SCHAFLINGER: Der ehemalige Primarius und Ärztliche Leiter im LKH Mürzzuschlag Helmuth Amsüss ist in diesem Jahr in Pension gegangen. Wir waren damals zu dritt als Primari oben in Mürzzuschlag: Helmuth Amsüss (Chirurgie), Klaus Pessenbacher (Anästhesie) und ich (Innere Medizin). Ich hab dann von Amsüss übernommen.

  • War das Teil Ihrer Lebensplanung oder sind Sie eher "unschuldig" zum Handkuss gekommen?

Nein, da war kein Plan dahinter. Ich habe schon damals drei Zusatzfächer gehabt, habe dazu über 16 Jahre Ausbildung gemacht: Ich war da Kardiologe, Gastroenterologe, Internist, Intensivmediziner und hatte mir schon vieles aufgebaut. Es war nicht wirklich mein Ziel, dass ich das übernehme, weil es ja eine schwierige Zeit war. Denn wenn du etwas übernimmst und du weißt schon im Vorhinein, eine Reform wird durchgeführt – das ist alles andere als leicht. Aber ich war da noch sehr jung, und das war mir damals offenbar noch nicht so klar, was das bedeutet. Damals hat die FPÖ hat ja relativ große Proteste gemacht, dass die Chirurgie in Mürzzuschlag geschlossen wird. Aber das waren politische Entscheidungen und nicht die Entscheidung von einem jungen Primarius.

  • Was sind rückblickend die schönsten Momente gewesen? 

Ich bin stolz darauf, dass wir es geschafft haben, die Region medizinisch zu stabilisieren. Jeder ist eigentlich gut versorgt, vor allem mit den zwei Zentrenbildungen in Bruck und Leoben, die nur 20 Minuten voneinander entfernt sind.

Von seinem Büro im LKH Hochsteiermark verabschiedet sich Erich Schaflinger offiziell am 30. September; mit 1. Oktober übernimmt er die Kages-Führung. | Foto: MeinBezirk/Angelika Kern
  • Von seinem Büro im LKH Hochsteiermark verabschiedet sich Erich Schaflinger offiziell am 30. September; mit 1. Oktober übernimmt er die Kages-Führung.
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  • Was wird Ihnen positiv in Erinnerung bleiben?

Positiv in Erinnerung bleibt mir mit Sicherheit, dass wir trotz Widerstand aus der Politik Reformen durchgesetzt haben und im Endeffekt der Plan aufgegangen ist. Und man sieht jetzt, dass die Versorgung gewährleistet ist. Das ist schon sehr positiv. Bruck ist für mich nun das wirkliche Akuthaus, nämlich wenn ich einen Herzinfarkt habe, wenn ich einen Schlaganfall habe, wenn ich einen akuten Lungeninfekt habe – das sind brisante Geschichten. Das sind ein bisschen schwerer akut zu versorgen als manche Verletzungen, das sage ich auch ganz bewusst. Also Bruck ist für mich die Perle der Akutversorgung, ohne Wenn und Aber.

Aber der wirkliche Hammer ist die Psychiatrie. Weil wir fahren ja mit den psychiatrischen Fällen aus der gesamten Obersteiermark nach Graz, das ist für die Rettung, für die Transporte unheimlich belastend, und auch für die Leute, die dem UBG unterliegen, also dem Unterbringungsgesetz, früher hat man geschlossene Abteilung dazu gesagt. Da musste die Polizei ausrücken, die Rettung ausrücken –  das ist aber dann bald alles in Bruck zentriert. Der Bau ist schön, die Personalsituation schaut sehr, sehr gut aus von den Ärzten her. Und es sind auch von der Schwesternseite sehr viele Bewerbungen, hätte ich mir nicht gedacht. Das ist eine richtige Aufwertung für die Region.

  • Und in Zeiten wie diesen absolut zeitgemäß, oder? Psychiatrie braucht es doch derzeit überall.

Ja genau, so ist es. In Zeiten wie diesen, in denen viele Leute überlastet sind, viele Leute Existenzängste haben, viele Leute depressiv sind. Da können wir ihnen relativ gut helfen, und es tut ihnen auch gut, wenn sie dann mit ihrer Erkrankung mehr regional fixiert sind und nicht irgendwohin abgeschoben werden nach Graz.

  • Was waren weniger schöne Momente?

Also manche politische Diskussionen hätte ich gern gestrichen, weil ich bin, sage ich, sachlich-fachlich orientiert, das ist mein Zugang. Dass jeder seine Politik machen muss, ist mir schon klar. Aber die Gesundheit ist ein öffentliches Gut, und die Gesundheit betrifft alle, und mit der Gesundheit macht man keine Parteipolitik. Da tut mir leid, das gehört raus Das ist meine ehrliche Meinung, egal welche Partei das ist. Und das, muss ich sagen, ist etwas, was mich schon ein bisschen negativ tangiert hat. Wobei, irgendwann lernst du dann, es ist so, du musst das akzeptieren. Die Proponenten werden sich nicht ändern, aber man muss trotzdem auf der sachlichen Ebene bleiben. 

Erich Schaflinger (in weiß) tritt die Nachfolge von Gerhard Stark (rechts davon) mit 1. Oktober an. | Foto: Paller
  • Erich Schaflinger (in weiß) tritt die Nachfolge von Gerhard Stark (rechts davon) mit 1. Oktober an.
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  • Was heften Sie sich als persönlichen Erfolg auf die Fahnen?

Dass ich mein Team immer habe mitnehmen können. Denn allein geht gar nichts. Dass ich Ärzte, diplomierte Krankenschwestern, die meisten vom Personal und auch die Betriebsräte überzeugen habe können, dass wir gemeinsam den richtigen Weg machen. Denn eines ist klar: das geht nur gemeinsam. Wir haben zusammengefunden. Und was wirklich schön ist, jetzt sieht man schon auch im Personal: die Zufriedenheit ist eingekehrt. Man braucht sich nur die Abteilung für Ortho-Trauma anschauen: jetzt sind alle glücklich und zufrieden, dass das läuft, sie arbeiten gern, wir haben keinen Personalmangel mehr, wir haben auch keinen Anästhesistenmangel mehr, wir sind sogar überbesetzt auf der Anästhesie. Das ist der Erfolg vo Teamplaying.

  • Was denken Sie jetzt im Nachhinein über die Vorkommnisse der letzten Jahre in Bezug auf die Abteilung für Ortho-Trauma, Anästhesie, usw. Da haben ja einige Ärzte fluchtartig das Haus verlassen. Was hätte man anders machen können?

Das ist eine schwierige Frage... (überlegt)... Ich sage einmal so: Die Reform war absolut notwendig, da hätten wir gar nichts anders machen können. Wo wir aber immer schwach waren oder immer ein bisschen nachgehinkt sind, ist die Kommunikation. Man hat immer gesehen, wir sind in der Defensive; man hätte mit den Mitarbeitern rechtzeitig kommunizieren sollen. Wir haben uns zwar bemüht, es ist aber nicht immer gut gelungen. Wichtig wäre auch gewesen, dass man die Regionalpolitiker mitnimmt, das wird uns auch nie ganz gelingen, auch da haben wir uns bemüht. Und, auch wichtig: dass man auch die Medien gut einbindet. Da sind schon Schwächen gewesen, das muss ich schon sagen, ja. Aber das war die Hektik, da war so viel auf einmal zum Changen. Da ist damals unter viel Zeitdruck Vieles sehr schnell entstanden. Und viel Zeitdruck, schnelle Veränderungen tun halt den Leuten weh. Das ist so.

  • Sie haben jetzt kurz die Rolle der Medien angesprochen, welche Sie ja auch immer wieder kritisiert haben. Glauben Sie im Nachhinein wirklich, dass die Medien schuld waren oder war es die Politik?

Teils teils, sage ich ehrlich. Es gibt solche Berichterstatter, und solche, ich sage jetzt keine Namen. Ich kann einen Satz so formulieren und er kommt negativ, und ich kann einen anders formulieren und er kommt positiv. Aber ich denke, es ist halt so: wie man in den Wald reinruft, so kommt es auch wieder zurück. 

  • Manche haben ja gemeint, es gehöre alles zu einem größeren Plan, sprich: die Abteilung an die Wand fahren, um sie dann nach Leoben zu verorten und neu aufzubauen? Was sagen Sie denen?

Also das ist ja völliger Blödsinn. Also jeder, der bewusst eine Abteilung an die Wand fährt, ist ein Trottel; das kannst du nicht machen. Das war nie Teil des Plans, sondern Teil des Plans war die unfallchirurgische Versorgung zentral in der Obersteiermark zu positionieren. Es war immer ein Plan, das so zu zentrieren, dass wenn du mit einem Unfall kommst, dass du an einem Ort mit allem versorgt werden kannst. Immer das Ganzheitliche sehen, das war der Plan. 

In den letzten Jahren musste Erich Schaflinger als Ärztlicher Direktor des LKH Hochsteiermark viele Medienanfragen beantworten. | Foto: Paller
  • In den letzten Jahren musste Erich Schaflinger als Ärztlicher Direktor des LKH Hochsteiermark viele Medienanfragen beantworten.
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  • Wie wird es mit dem LKH Hochsteiermark weitergehen? Wird es noch gröbere Veränderungen geben? 

Also in der Hochsteiermark sind wir jetzt dann bald fertig, weil wir haben ja die Abteilungen aufgeteilt. Wir haben den chirurgischen Aufbau in Leoben, wir bespielen dort dann neun Tische, die wir mit den neuen Dienstmodellen sogar länger bespielen können, nämlich bis 19 Uhr. Die Grundkonstruktion, jetzt wenn die Psychiatrie da ist und die Derma da ist, glaube ich, sind wir gut aufgestellt und das passt. Ein paar Feinheiten werden wir nachjustieren, aber das Grobe, dass die Bevölkerung gut versorgt ist, steht. Möglicherweise wird die Hochsteiermark noch gestärkt, um andere Regionen mitzuversorgen. Ich sehe die Hochsteiermark immer als Pendant zur Klinik.

  • Und die drei Standorte werden sicher bleiben? Gibt es da eine Standortgarantie?

Es gibt eine Standortgarantie, aber Standortgarantie heißt, der Standort bleibt erhalten, aber das heißt das nicht, dass immer alle Betten erhalten bleiben. Ich sehe jetzt aber keine Gefahr. Die Standorte bleiben einmal so erhalten, wie sie sind. Wir haben es ja so aufgestellt, dass es passt. Ist auch im RSG so vorgesehen.

  • Ist das LKH Hochsteiermark, so wie es jetzt dasteht, auch für andere Regionen so eine Art Vorbild?

Absolut. Es ist sogar österreichweit ein Vorbild, weil ja die diversen Spitalträger herumschauen in der Steiermark. Und wenn du dir jetzt noch Niederösterreich anschaust, jetzt habe ich mit denen schon ein bisschen Kontakt, schauen die schon alle, ein bisschen neidisch auf die Steiermark. Das gilt auch für die kommenden Projekte, die in der Kages dann entstehen werden, zusammenarbeiten mit dem niedergelassenen Bereich und so.

  • Wie ist das Haus, das Sie jetzt übergeben, aufgestellt? Gibt es irgendwo Bereiche, die noch aufgebessert werden müssen, oder ist das perfekt, so wie es jetzt ist?

Perfekt ist nichts, aber es ist konsolidiert, es steht solide da und es ist so aufgestellt, dass es für keinen Standort eine Gefährdung gibt. Es ist einfach gut aufgestellt. Mit allen Feinheiten, die wir dann noch entwickeln, es kommt ja dann noch ein zweiter Linac, also ein Bestrahlungsgerät nach Leoben. Das heißt, wir stärken das Haus weiter. Das ist eine große Investition, womit wir die Bestrahlungszeiten etwa für Brustkrebs verkürzen können. Das wird in zwei Jahren dann so weit sein. Das heißt, es wird ja weiter aufgewertet und auf der Basis, die wir jetzt haben, auf der soliden, wird der nächste Kollege und das nächste Direktorium das sehr gut verfeinern und weiterentwickeln.

Erich Schaflinger ist einer, der sich kein Blatt vor dem Mund nimmt und klar sagt, was Sache ist. | Foto: Paller
  • Erich Schaflinger ist einer, der sich kein Blatt vor dem Mund nimmt und klar sagt, was Sache ist.
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  • Welche Besonderheiten hat die Region rund um das LKH Hochsteiermark?

Die Besonderheit ist, dass die Patientenversorgung natürlich von der Entfernung her nicht überall gleich ist. Also es ist ein Unterschied, ob ich in Mürzsteg wohne und ins nächste Spital fahren muss, da gibt es kaum Kritik oder bewusst geschürte große Aufregung wie wenn ich bpsw. aus dem Raum Bruck für hochspezialisierte medizinische Versorgung 20 Kilometer auf der Schnellstraße an den Standort Leoben fahren muss. Die Herzinfarkt- und Schlaganfall- sowie Lungenpatienten aus dem Raum Leoben müssen zur Spezialversorgung auch am LKH Standort Leoben vorbeifahren und sich 20 Kilometer weiter entfernt einer diesbezüglich hochspezialisierten Behandlung am LKH Standort Bruck versorgen lassen.

Aus der Region Leoben hat man diesbezüglich noch nie Kritik gehört, weder von politischer noch vonseiten der Patienten. Da ist jedem klar, dass das hochspezialisierte Eingriffsteam für Herzerkrankungen und Schlaganfälle am Standort Bruck die Patienten der gesamten Obersteiermark versorgt. Es gibt auch keine Unstimmigkeiten, weil es keinen Herzkathetertisch in Leoben gibt. Man kann in regional so kurzen Entfernungen unmöglich überall Doppelstrukturen aufbauen und damit von medizinisch fachlicher Seite (Fallzahlen, Personalressourcen) aber auch von der finanziellen Seite her das gesamte Gesundheitssystem zerstören. Eine solche Vorgangsweise wäre aus der Sicht der Experten extrem gefährlich und zerstörend.

  • Gibt es jetzt zum Abschied irgendwas, was Sie der Politik in der Region ausrichten möchten?

Ja, ich mache ihnen das Angebot, sich mit mir zusammensetzen und die besten Lösungen zu finden. Das will ich wirklich machen. Also ich will keine Konfrontation, ich brauche das alles nicht, ich will eine Lösung haben. Und das ist mir jetzt egal, wer das ist, ich strecke die Hand aus und sage: Reden wir darüber und schauen wir, dass wir gemeinsam das Beste herausholen. Das ist mein wirklicher Wunsch. Es geht mir um das Ganze. Schauen wir, ob wir es schaffen.

  • Sie wechseln jetzt nach Graz und werden mit 1. Oktober Kages-Vorstand. Wie viel Zeit nimmt das jetzt schon in Anspruch?

Ich bin derzeit am Abbauen des Resturlaubs und dadurch schon sehr oft in Graz. Zum Unterschreiben diverser Unterlagen komme ich aber schon noch ins LKH Hochsteiermark; ich stehe ja bis 30. September noch in der Verantwortung.

  • Sie könnten eigentlich schon in Pension gehen, wieso tun Sie sich das an?

Das ist eine gute Frage. Das haben mich viele gefragt. Weil ich anscheinend ein Optimist bin und glaube, dass ich wirklich ein bisschen was mit meiner Erfahrung einbringen kann und hoffe, dass mir das ein bisschen was helfen kann. Das ist es eigentlich. Weder finanziell noch sonst was treibt mich an, sondern rein der Gedanke, dass wir irgendwas zusammenbringen. Das ist der Antrieb, schauen wir, ob wir es schaffen. Man wird es erst sehen, aber ich bin optimistisch. Das ist es.

Vor allem mit der regionalen Politik führte Schaflinger unzählige Diskussionen. | Foto: Paller
  • Vor allem mit der regionalen Politik führte Schaflinger unzählige Diskussionen.
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  • Werden Sie der Region, außer jetzt in ihrer Ordination in St. Barbara, irgendwie erhalten bleiben?

Naja, ich werde mich bemühen. Ich sage ganz offen, die Region liegt mir sehr am Herzen. Ich meine, ich bin ja schon ewig da, ich kann mich zurückerinnern, als ich 1998 angetreten bin als Primarius, ganz jung. Es klingt jetzt so blöd, zu sagen, dass man irgendwie die Hand darüber hält, aber ich werde wirklich ein Auge darauf werfen, dass das wirklich gut läuft. Das liegt mir wirklich am Herzen. Weil wenn du so lange da bist, du kennst jeden, das verbindet halt. Und wir sind die einzige Region, die ein Schwerpunktspital hat, in der ganzen Steiermark. Das ist schon eine gute Geschichte, nicht?

  • Sie waren ja immer schon recht umtriebig und in vielen Gremien (Landessanitätsrat, Koordinationsgremium für Versorgungssicherheit) – wie sehr hat sich Ihr Weg also bereits abgezeichnet? War der Kages-Vorstand die logische Folge daraus?

Nein, das war keine logische Folge. Es war nicht von vornherein klar, dass ich das Hearing für mich entscheiden werde und für mich auch nicht absehbar.  

  • Sie waren der Wunschkandidat des Landesrates – ehrt Sie sowas?

Das ehrt mich sehr, weil ich den Karlheinz Kornhäusl sehr schätze, also wirklich auch persönlich sehr schätze. Ich freue mich, wenn wir gemeinsam was zusammenbringen; es geht ja auch nur gemeinsam.

  • Wie gut kennen Sie einander?

Ich kenne den Charly Kornhäusl schon als Schüler im Stift Rein. Da hat es 1998 ein Gesundheitsprojekt gegeben, eine Ernährungs- und Vorsorgestudie, die ich damals als junger Primar begleiten durfte. Da sind alle Schüler untersucht worden und der Schulsprecher damals war der Charly. Und ich habe ihn da schon kennengelernt.

  • Sie bekommen sehr viele Vorschusslorbeeren. 

Wirklich? Das freut mich.

  • Verspüren Sie dadurch Druck für die künftige Aufgabe?

Nein, das ist mir relativ egal. Ich habe keinen Druck mehr. Ich war noch nie so entspannt.

  • Ist das eine Alterserscheinung?

Wahrscheinlich. Nein, ich sage, es ist eine Unabhängigkeitserscheinung. Es ist ja so, wenn du wirklich unabhängig bist und das bin ich, brauche ich nichts, oder? Es freut mich total, wenn ich Vorschusslorbeeren bekomme, aber es macht mir keinen Druck. Ich freue mich eher darauf und ich hoffe, ich hoffe, dass ich ein paar von den Erwartungen erfüllen kann. 

Das LKH Hochsteiermark am Standort Bruck. | Foto: Kages
  • Das LKH Hochsteiermark am Standort Bruck.
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  • Was werden Sie in Graz vermissen?

Das ist eine gute Frage. Der persönliche Kontakt in der Region, der vielleicht ein bisschen schwächer wird. Ich bin einer, der die Leute mag. Und mir taugt das da und ja, das wird mir vielleicht abgehen, aber ich gehe davon aus, dass ich mir das in Graz auch aufbauen werde. Ich kenne die Grazer sehr gut, ich war ja lange unten. Viele sind noch da, die sind jetzt auch ein bisschen jünger gewesen, die habe ich zum Teil ausgebildet. Ich werde allen verbunden bleiben und ich werde auch sehr viel da sein. Also ich sehe das alles positiv.
 

  • Wer wird Ihr Nachfolger?

Die Stelle des Ärztlichen Direktors muss natürlich ausgeschrieben werden. Mein bisheriger Stellvertreter Michael Feichtinger wird aber sicherlich als Favorit ins Rennen gehen.

  • Zum Abschluss eine Frage als Einschätzung: Wird es je ein Leitspital geben?

Ich sage einmal so: Das Leitspital kann man in den nächsten Jahren gar nicht diskutieren, weil kein Geld da ist. Wir haben in den nächsten Jahren überhaupt kein Geld mehr für Bauten. 

Persönliches

Geboren am 9. September 1959
Lebt in einer Lebensgemeinschaft, sechs Kinder
Wohnhaft in St. Kathrein am Hauenstein
Hobbys: Klettern, Kampfsport, Wasserskifahren, Geschichte (Ägyptologie)
Leitspruch: Mit freudiger Erwartung in die Zukunft

Beruflicher Werdegang

Erich Schaflinger ist seit 1998 Primarius der Abteilung für Innere Medizin am LKH Mürzzuschlag und seit 2005 Ärztlicher Direktor des Krankenhausverbundes Mürzzuschlag-Mariazell bzw. des heutigen LKH Hochsteiermark. Er studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Graz und ist Facharzt für Innere Medizin mit den Additivfächern Kardiologie, Gastroenterologie und Hepatologie sowie Geriatrie. Nach seiner Ausbildung war er von 1987 bis 1998 als Assistenz- und Oberarzt an der Medizinischen Universität Graz tätig.

Mit dem Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl verbindet Erich Schaflinger vieles; die beiden kennen sich schon seit einigen Jahren. | Foto: Paller
  • Mit dem Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl verbindet Erich Schaflinger vieles; die beiden kennen sich schon seit einigen Jahren.
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Neben seiner klinischen Tätigkeit engagiert sich Erich Schaflinger seit vielen Jahren in leitenden Funktionen des steirischen Gesundheitswesens. Seit 2020 ist er Vorsitzender des Landessanitätsrates für Steiermark, seit 2021 zudem Vorsitzender des Koordinationsgremiums für Versorgungssicherheit des Landes Steiermark.

Seine wissenschaftliche Qualifikation ergänzte er mit einem Masterstudium der Medizinischen Genetik, das er 2017 mit dem Master of Science (MSc) abschloss. Im Jahr 2024 promovierte er an der Medizinischen Universität Graz zum Doktor der medizinischen Wissenschaft (Dr. scient. med.). Darüber hinaus ist er Geschäftsführer des Instituts für nichtinvasive Kardiologie und Hypertonie sowie der Ordination Erich Schaflinger.

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