Bruck an der Mur
Trachtenmode Metter schließt nach 26 Jahren
- Manuela Metter schließt mit Ende November nach 26 Jahren ihr Trachtenmodengeschäft in der Brucker Innenstadt.
- Foto: Ekatarina Paller
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Manuela Metter hat beschlossen, nach 26 Jahren ihr Trachtenmode-Geschäft in der Brucker Innenstadt zu schließen. Sie kehrt nun sozusagen zurück zu ihren Wurzeln und stellt die Maßschneiderei wieder mehr in den Fokus.
BRUCK AN DER MUR/TURNAU. Es war nicht nur ein Geschäft, es war ein Ort der Begegnung, der Tradition und der Freude; so beschreibt Manuela Metter ihr Trachtenmodegeschäft, das sie 26 Jahre lang in der Brucker Innenstadt geführt hat. Nun ist aber Schluss, mit 30. November schließen sich die Türen zum Geschäft für immer; der Abverkauf der vorhandenen Modestücke beginnt mit 10. September.
- Manuela Metter in ihrem Element: Sie liebt den Kontakt zu den Kundinnen und Kunden.
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Mehrere Gründe
Gründe für diese Entscheidungen gibts mehrere, wie Metter erklärt: "In den letzten Jahren ist die wirtschaftliche Entwicklung immer schwieriger geworden, man hat das Gefühl, es schläft alles ein. Die Innenstädte entwickeln sich, wie allgemein bekannt, nicht unbedingt positiv und das geht auch an uns nicht spurlos vorbei. Ich warte eigentlich seit 15 Jahren darauf, dass sich was tut – aber es passiert nichts. Das alte Konzept, wie es früher einmal war, funktioniert nicht mehr. Die Laufkundschaft wird immer weniger, dennoch bleiben die Kosten für mich die gleichen. Es geht sich so einfach nicht mehr aus." Dazu kommt, dass der Online-Handel immer übermächtiger wird und die Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten insgesamt einfach weniger Geld ausgeben, erst Recht für Trachten und Mode. "Das macht sich im Geschäft durch ein ständiges Auf und Ab bemerkbar. Daher ziehe ich die Reißleine, bevor es zu spät ist."
- Manuela Metter hat in den letzten Jahren zudem einige Zusatzausbildungen absolviert.
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Der aktuellen Stadtregierung will sie keinen Vorwurf machen, denn: "Die Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger war immer sehr bemüht, hat Sorgen und Probleme immer ernst genommen und sich gekümmert; sie hat ja auch bei mir eingekauft, aber ich glaube, die Generationen davor haben vieles verbockt", ist Metter überzeugt. "Ohne Geld geht halt nichts, das ist wahrscheinlich das größte Problem."
Mit Optimismus in die Zukunft
Dennoch hegt sie keinen Groll, sondern sieht das ganze trotz aller Tragik positiv, denn: "Es ist ja keine Entscheidung gegen meinen Beruf, sondern eine bewusste Entscheidung für neue Schwerpunkte." Soll heißen: Metter wird sich ab sofort wieder mehr um die Maßschneiderei, was ja ohnehin immer schon ihr Steckenpferd war, kümmern. Gleichzeitig wird sie sich aber einen lang gehegten Wunsch erfüllen und ihr in den letzten Jahren angereichertes Wissen im Bereich Pflanzen- und Kräuterkunde in Form von Kursen und Workshops an Interessierte weitergeben.
"Ich habe die Ausbildung zur Diplom-Räucherpraktikerin abgeschlossen und möchte nun den Leuten mein Wissen weitergeben – von der Herstellung natürlicher Hausapotheken und Naturkosmetik über das Seifensieden bis hin zum traditionellen Räuchern mit heimischen Kräutern und Harzen. Es ist mir ein Anliegen, altes Wissen zu bewahren und Menschen die Schätze der Natur wieder näherzubringen", beschreibt sie ihre Motivation.
- Manuela Metter kehrt zurück zu ihren Wurzeln und legt den Fokus wieder auf die Maßschneiderei.
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Anbieten wird sie die Kurse in ihrer Heimatgemeinde Turnau. Auch die Maßschneiderei, in der sie auch Nähkurse anbietet, findet sich an dieser Adresse. "Wir haben dafür extra unser Privathaus umgebaut, damit alles seinen Platz hat", erklärt die 56-Jährige.
Mehr Lebensqualität
Durch die berufliche Veränderung erhofft sich Metter, mehr Lebensqualität zu gewinnen und ihre Leidenschaft ausleben zu können. Bei ihren zahlreichen Stammkundinnen und Stammkunden – in ihrer Kartei finden sich weiter mehr als 1.000 Namen – möchte sie sich zum Abschluss ausdrücklich bedanken. "Viele haben mich über Jahrzehnte begleitet, manche sind längst zu Freunden geworden. Für ihre Treue, ihre Vertrauen und die vielen schönen Begegnungen bin ich von Herzen dankbar. Ohne sie wären diese 26 Jahre nicht das gewesen, was sie waren."
Und weiter: "Ich verabschiede mich daher nicht in Wehmut, sondern mit großer Dankbarkeit. Denn ich darf das weiterführen, was mich schon immer begeistert hat: Menschen mit handwerklichem Können, Kreativität und dem Wissen über die Kraft der Natur zu begleiten."
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