Crowdfunding als Finanzierungsform
Reich an Eiern, reich an Ideen, nur das Geld fehlt (noch)

"Hendlbauern": Markus und Christian Rothwangl inmitten ihres selbst geschaffenen "Eierreichs" in Kapfenberg.
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Zwei Brüder aus Kapfenberg suchen über "Crowfunding" Investoren zur Modernisierung ihres Bio-Hofes.

Bio-Eier und Nudeln von glücklichen Hühnern. Das Projekt "Bruder Hahn" unterstützen. Das Martinigansl von Bio-Weidegänsen. Das alles schaffen die Rothwangl-Brüder Christian und Martin schon jetzt in ihrem "Eierrreich". In Kapfenberg-Winkl versuchen sie einen heruntergekommenen kleinen Bauernhof wieder hochzubringen. "Wir verfügen nur über 2,4 Hektar landwirtschaftliche Fläche, um an Investitionsförderungen zu kommen, braucht es jedoch eine Mindestfläche von 3 Hektar", erklärt Christian Rothwangl. Gemeinsam mit seinem Bruder ist ihm die Idee einer "Crowdfunding-Finanzierung" (Siehe Info-Box) gekommen. Die benötigten 45.000 Euro kommen nicht von der Bank oder über Förderungen, sondern werden von den "Crowds", von einer Menschengruppe, bereitgestellt.

60.000 Eier für den Markt

"Momentan legen unsere 200 Hühner rund 170 bis 180 am Tag, im Schnitt sind das 60.000 Bio-Eier pro Jahr, die wir als Direktvermarkter an die Konsumenten bringen. 15 bis 20 Prozent der Eier gehen in die familieneigene Nudelproduktion", erklärt Markus Rothwangl das Geschäftsmodell.
"Mit dem bereitgestellten Geld möchten wir den Ausbau der Nudelproduktion und neue Schlafplätze für die Hühner finanzieren, um so den Erhalt des ,Eierreichs' sicherzustellen", sagt Christian ergänzend.

45.000 "Eier" sind gefragt

Mit 45.000 Euro soll der Bauernhof erweitert werden. Mit den ersten 5.000 Euro soll der Hühnerstall vergrößert und modernisiert werden. Dieser sollen für weitere Rassehühner (Altsteirer Hühner, Banevelder, Seidenhühner, etc.) in Verbindung mit zukünftigen Hühnerpatenschaften genutzt werden. Die nächsten 40.000 Euro soll für den Ausbau der Nudelproduktionsstätte und dem notwendigen Trockenraum verwendet werden.

Die Finanzpakete

Die finanzielle Unterstützungsmöglichkeit ist breit gefächert und ist in Finanzierungspakete verpackt. Es beginnt mit dem "Hühner-Gruß"-Paket um 5 Euro und endet mit dem "Lebensbaum"-Paket um 750 Euro. Man kann sich aber auch mit einem Jahresvorrats-Paket oder mit einer Patenschaft für ein Rassehuhn am Projekt beteiligen. Alle Informationen dazu auf www.startnext.com/eierreich.

Kenne Deinen Produzenten
Warum soll man das Projekt unterstützen? Christian Rothwangl weiß die Antwort: "Wir wollen nicht bloß Eier und Nudeln verkaufen – wir wollen Landwirtschaft greifbar machen, Wissen vermitteln und den persönlichen Bezug zu unseren Käufern unterstützen. Mit der Unterstützung kleiner Betriebe wird das unmittelbare Lebensumfeld bereichert und man erhält dafür frische Lebensmittel, deren Ursprung man kennt und deren Transport es nur kurzer Wege bedarf."

Es gilt nur Bio

Vor fünf Jahren haben die Brüder den geerbten Bauernhof übernommen, seit drei Jahren ist die Produktion biozertifiziert. "Wir wissen, wo das Futter für die Tiere herkommt, mit Bio sind wir automatisch am ,Bruder Hahn' Projekt beteiligt, also es wird auch das Überleben der Hähne gesichert – für uns kommt sowieso nur biologische Landwirtschaft in Frage. Sonst würden wir es nicht machen", sagt Christian Rothwangl.

Das ist Crowdfunding

Crowdfunding (von englisch crowd für "(Menschen-)Menge", und funding für "Finanzierung"), auf deutsch auch Schwarmfinanzierung oder Gruppenfinanzierung, ist eine Art der Finanzierung. Viele Menschen – "die Crowds" - beteiligen sich mit kleinen Beträgen an großen Ideen. Beispiel: Nicht ein Investor riskiert 300.000 Euro, sondern 300 sogenannte Crowdinvestoren investieren durchschnittlich ca. 1000 Euro in eine gute Idee. Durch die Streuung des Risikokapitals auf mehrere Projekte entsteht ein persönliches Portfolio an Investitionsprojekten, welches das Risiko der einzelnen Investoren minimiert.

Beim Crowdfunding können erstmals auch Normalverdiener als Investoren an Zukunftsprojekten teilnehmen.
Investoren können bei der Umsetzung und Verbreitung der Projekte mithelfen und liefern als erste Anwender einer neuen Lösung wertvolles Feedback. Da Crowdinvestoren in der Regel kein Mitspracherecht haben, behält der Unternehmer seine volle Entscheidungsfreiheit.
Crowdfunding ist eine aktive Beteiligungsform, wo Investoren gefordert sind eigene Investmentstrategien zu entwickeln. Der Nachteil ist, dass Investoren eine Pleite des Unternehmers einkalkulieren müssen und somit auch das Risiko mitzutragen haben. Quelle: WKO

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