Wenig Kauflaune
Einkaufssamstag mit Pannen und mäßigen Umsätzen

Fehlende Gastronomie und Punschstände lassen Spontaneinkäufe ausfallen. | Foto: Zenzmaier
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  • Fehlende Gastronomie und Punschstände lassen Spontaneinkäufe ausfallen.
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Gezielte Einkäufe aufgrund mangelnder Gastronomie: Der Einkaufssamstag verzeichnete keine besonders hohe Frequenz, wenngleich der Kundenandrang mit Fortlauf des Tages zugelegt hat, so der österreichische Handelsverband in einer Aussendung. In Wien kam es aufgrund von technischen Zahlungsausfällen zu ungewünschten Warteschlangen.

ÖSTERREICH. Dort, wo sich vor den Geschäften Schlangen – als Resultat der eingehaltenen Abstands- und Zutrittsregeln in den Geschäftsräumen – bildeten, lief alles ruhig und sicher ab, mit Mindestabständen und Schutzmasken. Das Sicherheitskonzept der Händler habe laut Handelsverband gehalten.

Zahlungspanne in Wien

In Wien war der Handel besonders gefordert, weil es zwischen 12 und 14 Uhr rund zwei Stunden lang zu einem breitflächigen Ausfall der Payment-Terminals in den Geschäftslokalen der Händler gekommen sei. Vielfach haben Kunden die Geschäfte verlassen, da sie etwa bei kostspieligen Produkten wie Schmuck nicht ausreichend Barmittel eingesteckt hatten und auch die Kreditkartenzahlung zeitweise nicht funktionierte. Letztere wird von vielen Verbrauchern zurzeit häufig genutzt, da die Geldbeträge erst am Monatsende vom Konto abgebucht werden. Durch den knapp zweistündigen Ausfall der Kassenterminals sei vielerorts ein hoher Schaden an diesem wichtigen Einkaufstag entstanden, der nur schwer wieder aufzuholen sei, so die betroffenen Händler. Die Probleme dürften auf eine Störung bei einem Internetprovider zurückzuführen sein. Vorübergehend konnten dadurch Zahlungstransaktionen nicht korrekt abgewickelt werden, hieß es.

Positive Bilanz für Sportartikel-, Deko- & Homeware-Händler

Grundsätzlich sei aber die Bilanz des heutigen Einkaufssamstages zumindest im Bereich Sportartikel sehr gut ausgefallen. Auch Spielwaren, Homeware-, Dekorations- und Weihnachtsartikel funktionierten sehr gut. Bekleidung und Mode bewegte sich umsatzmäßig leicht unter dem Vorjahresniveau.

Durchwachsene Bilanz in den Landeshauptstädten

Während aus der Wiener Innenstadt sehr gute Umsatzmeldungen beim Handelsverband eingingen, fällt die Bilanz in den Landeshauptstädten laut Handelsverband durchwachsen aus. Gastronomie und Hotellerie fehlen dem Handel weiterhin sehr, insbesondere in den Wintertourismus-Regionen in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Dennoch: Der grundsätzlich positive Trend seit Freitag setze sich aber fort.

"Wenn die nächsten Tage so weitergehen, dann wird eine leichte Beruhigung der kritischen Situation in der Handelsbranche eintreten. Wir hoffen, der Politik ist bewusst, dass für den Handel die Ausläufer des Weihnachtsgeschäfts bis Ende Jänner andauern. Allein Gutscheine machen ein gutes Drittel der Weihnachtsumsätze aus, sie werden zu 90 Prozent erst nach Silvester eingelöst", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Konsumklima eingetrübt, historischer Anstieg der Sparquote

Neben der fehlenden Gastronomie und den geschlossenen Hotels sei die Zurückhaltung mancher Verbraucher auch auf eine allgemeine Verunsicherung zurückzuführen. Das eingetrübte Konsumklima habe bereits zu einem massiven Anstieg der Sparquote auf mehr als 15 Prozent geführt. Laut Österreichischer Nationalbank (OeNB) haben die Österreicher im Corona-Jahr 2020 rund zwölf Milliarden Euro mehr gespart als noch im Vorjahr, obwohl die Einkommen in Summe um fünf Milliarden Euro gefallen sind.

"Konsum ist Psychologie. Erst wenn wir Verbraucher wieder einen gewissen Optimismus haben, gehen wir gerne shoppen. Daher müssen wir wieder ein Klima der Zuversicht erzeugen. Etwa durch die Ausgabe von Österreich-Schecks – Gutscheine im Wert von 500 Euro, die im österreichischen Handel eingelöst werden können. Wir freuen uns über jeden Kunden, der seine Weihnachtsgeschenke in den heimischen Geschäften einkauft. Man kauft damit nicht nur etwas für die Liebsten, man ist auch Arbeitsplatzsicherer", so Handelssprecher Rainer Will.

Mietzinsreduktion: Jeder zweite Händler ohne Erfolg

Angesichts deutlich reduzierter Umsätze und Kundenfrequenzen haben mehr als 90 Prozent aller Handelsbetriebe in den letzten Wochen/Monaten Gespräche mit ihren Vermietern über eine Anpassung des Miet- bzw. Pachtzinses geführt.

Das ernüchternde Fazit der Verhandlungen: Weniger als die Hälfte der Händler konnten tatsächlich eine Reduktion ihres Mietzinses erreichen, 9 Prozent einen kompletten Erlass der Miete zumindest für den Zeitraum des harten Lockdowns. 51 Prozent wurden hingegen in den Gesprächen auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet oder abgelehnt.

Corona-Hilfen: Händler hoffen auf Ausweitung des Verlustausgleichs 

In puncto Corona-Hilfen haben mittlerweile rund 40 Prozent der Betriebe den beantragten Lockdown-Umsatzersatz erhalten. Österreich zahlt damit deutlich schneller aus als die meisten anderen EU-Staaten. Eine wichtige Liquiditätsspritze für die Unternehmen, wenngleich der mit max. 800.000 Euro gedeckelte Umsatzersatz bei vielen mittelständischen und größeren Händlern nur einen Bruchteil der Verluste ausgleichen kann.

Gerade vor diesem Hintergrund hofft der Handelsverband noch immer, dass die EU zumindest eine Anhebung des für Mitte Dezember in Österreich angekündigten Verlustausgleichs von 3 Millionen auf 5 Millionen Euro zulässt. Auch ein beschleunigtes Verfahren bei den COFAG-Garantien wäre sinnvoll.

Handelsverband: Indirekt betroffene Betriebe dürfen nicht durch die Finger schauen

Existenzbedrohende Ausmaße hat die Corona-Krise und insbesondere der "Lockdown light" bis 7. Jänner auch für den B2B-Großhandel angenommen. Für viele Lebensmittel- und Elektrogroßhändler sowie andere Zulieferer von Gastronomie und Hotellerie ist der de facto Wegfall des gesamten Weihnachtsgeschäfts eine wirtschaftliche Katastrophe.

Der Handelsverband appelliert daher an die Bundesregierung, das angekündigte Umsatzersatz-Modell für indirekt vom Lockdown betroffene Unternehmen rasch auf den Boden zu bringen. Immerhin stehen mehr als 190.000 Jobs im österreichischen Großhandel auf dem Spiel.

Grünes Licht für Maskenpflicht im Freien
Zahl der "Positiven" vor Weihnachten immer noch hoch
Fehlende Gastronomie und Punschstände lassen Spontaneinkäufe ausfallen. | Foto: Zenzmaier
Entspanntes Shoppen? Fehlanzeige! Maskenpflicht, Sicherheits- und Hygienebestimmungen und in Wien auch noch Zahlungsschwierigkeiten in den Geschäften trübten die Kauflaune am Einkaufssamstag ein. | Foto: Tyler Olson/Fotolia

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