11.08.2017, 12:48 Uhr

Grödig sperrt bei Autobahn-Staus die Ortsdurchfahrten

Wenn der Stau bis zur Haberlander-Brücke zurück reicht, sperrt Grödig seine Ortsdurchfahrten für den Umgehungsverkehr. (Foto: Marktgemeinde Grödig/Hemetsberger)

Der Umgehungsverkehr wird ab sofort aus dem Ort verbannt. Die Kontrollen übernimmt ein privater Wachdienst oder die Polizeiinspektion Anif.

GRÖDIG (buk). Mit einer Sperre der Ortsdurchfahrten für den Umgehungsverkehr reagiert Grödig nun auf den Ausweichverkehr bei kilometerlangen Staus auf der Autobahn. Durch Verhandlugen mit der Bezirkshauptmannschaft, dem Land Salzburg und der Polizei konnte die Gemeinde nun eine Verordnung erwirken, die "rechtlich von vorne bis hinten abgedeckt und überprüft ist", wie Bürgermeister Richard Hemetsberger betont. Kontrolliert wird bereits seit heute, 11. August. Dabei gehe es vor allem um die Hauptreisezeiten im Sommer. "Im Herbst und Winter werden die Kontrollen erfahrungsgemäß ohnehin nicht nötig sein", so der Ortschef.

Verkehrssicherheit und Umweltbelastung

Konkret geht es hier um die Verkehrssicherheit und die Umweltbelastung der Bevölkerung, die – laut Bürgermeister – vor allem in Fürstenbrunn durch einen Umweltmediziner des Landes als "gesundheitsgefährdend" eingestuft worden ist. Darüber hinaus sei es für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich, wenn etwa Pkw-Gespanne mit schweren Anhängern – trotz Verbot – die extreme Steigung auf der engen Straße in Richtung Latschenwirt fahren.

Maßnahme bei Stau bis zur Haberlander-Brücke

Die "Notwehrmaßnahme" greift immer dann, wenn der Stau auf der A10 bis zur Haberlander-Brücke beim Knoten Wals zurück reicht. "Die Verkehrsleitzentrale sieht das auf ihren Kameras und informiet dann die Polizeiinspektion Anif", erklärt Hemetsberger. Wenn es die personellen Kapazitäten zulassen, dann rücken die Beamten selbst aus. Sollte sich das nicht ausgehen wird ein von der Gemeinde Grödig engagierter Wachdienst informiert.

Tolerante Kontrollen angedacht

"Auf der Alpenstraße wird grob gesichtet, wo die Fahrzeuge herkommen", sagt der Bürgermeister. Deutsche Kennzeichen – vor allem, wenn sie mit Wohnwagen oder Bootsanhängern unterwegs sind – werden dann nach Berchtesgaden weitergewunken. Dennoch lautet die Anweisung hier, tolerant zu sein. "Es soll eine Verbesserung und Hilfestellung sein und keine Schikane", ist Hemetsberger überzeugt.

"Decken zwei Haupteinfahrtsstraßen ab"

Natürlich werde dadurch in Richtung Berchtesgaden mehr Verkehr fließen, aber "die Urache der Staus geht ja auf die Grenzkontrollen in Deutschland zurück", so der Ortschef. Ob sich das System auch für andere Gemeinden anbietet, lässt sich laut Hemetsberger schwierig beurteilen und müsste von Fall zu Fall angesehen werden. "Wir haben hier das Glück, dass wir nur zwei Haupteinfahrtsstraßen – in Neu-Anif und in St. Leonhard – abdecken müssen. Sonst wäre es wesentlich komplizierter."


Hier geht's zum Kommentar "Wenn eine Sperre die Staus besiegen soll"

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