10.11.2017, 05:30 Uhr

(Un-)typische Welt der Harmonika

Der 29-jährige Rene Kogler wurde 2011 Harmonikaweltmeister – mit neuem Programm im Musikkoffer ist er jetzt unterwegs. (Foto: Rene Kogler)

Der Harmonikaweltmeister Rene Kogler ist mit neuem Soloprogramm unterwegs.

Rene Kogler beherrscht zehn Instrumente. Darunter die Steirische Harmonika, mit der er sich sogar zum Weltmeister gespielt hat. Demnächst ist der Deutschfeistritzer mit seinem neuen Soloprogramm unterwegs. Mit der WOCHE sprach er über die Welt der Harmonikas und darüber, warum das Instrument mehr als jedes andere für Heimat steht.

Selbstunterricht

Im Durchschnitt übt Kogler fünf Stunden am Tag, vor Wettbewerben sind es sogar bis zu 16. Angefangen hat alles, als er im zarten Alter von sieben Jahren das Durchschlaginstrument zum ersten Mal in Händen hielt. "Zu diesem Zeitpunkt war Klavier mein Hauptinstrument und ich sollte später eigentlich aufs Konservatorium übersiedeln", erzählt der 29-Jährige. Aber daraus wurde nichts, weil Kogler sich auf seine Kfz-Technik-Lehre konzentrierte. Doch die Liebe zur Musik ließ ihn zwischen Abgaswerten und Sicherheitseinrichtungen nicht los, und so brachte er sich kurzerhand im Selbstunterricht das Harmonika-Spielen bei. "Während der Lehrzeit packte mich der Ehrgeiz, ich ging in die Abendschule und stieg als Harmonikaspieler, Keyboarder und Sänger bei der Gruppe Ingrid und Steirerboys – die sich aus meinen Eltern, Kollegen und mir zusammensetzte – ein", sagt Kogler.

Harmonikaweltmeister

Aus der Leidenschaft wurde rasch die berufliche Orientierung in Richtung Musik. "Ich begann mit dem Vorbereitungsjahr für das Studium 'IGP Volksmusik' an der Kunstuni Graz." Harmonikaweltmeister wird man aber nicht, weil man fleißiger Student ist. Bei den Weltmeisterschaften, die in der Regel alle zwei Jahre stattfinden, prüft eine Jury unterschiedliche Parameter wie Technik, Expression oder Bassspiel. "Natürlich wird auch die Komposition unter Umständen bewertet, denn diese sagt viel über den Musiker, seine Kenntnisse und Fertigkeiten aus", verrät Kogler. Und mit all dem konnte er die Musikerjury gleich mehrmals überzeugen: 2009 holte er sich den Vizetitel, 2011 sicherte er sich den ersten Platz.

Traditionen

Sich wieder verstärkt verwurzelt fühlen und an angestammten Traditionen festhalten – das Heimatgefühl hat in den letzten Jahren einen wahren Boom erfahren. Kaum ein anderes Instrument steht so sehr dafür wie die Harmonika. "Die Harmonika wird mittlerweile in vielen Musikstilen eingesetzt, um vor allem mit dem unverkennbaren Sound einen Heimatbezug herzustellen", meint Kogler. Für ihn ist es ein markantes Instrument, eines, das zwar für die Volksmusik gedacht ist, aber eine radikale Entwicklung mitgemacht hat. Der leidenschaftliche Musiker fühlt sich geradezu verschmolzen mit der Harmonika. "Das ist so verinnerlicht, dass ich die Harmonika auch fühlen kann, wenn ich sie nicht umgehängt habe."

Soloprogramm

Immer wieder sieht man Kogler mit der Familie, aber auch mit seiner Lebensgefährtin, als Duo Schwarz & Weiß, auf der Bühne. "Familie ist einer der wichtigsten Erdungspunkte in meinem Leben", sagt er. Im Moment ist er mit dem neuen Soloprogramm "typisch – untypisch" unterwegs, einer "Symbiose aus Sinfonie, Fantasie und Dichtung, mit mehr Gefühl und Melodie", wie er sagt. Darüber hinaus will Kogler die Harmonika in ein neues Zeitalter führen und dem Publikum aufzeigen, was typisch und untypisch an diesem Instrument ist.

Information:
Am 11. 11. präsentiert Rene Kogler im Festsaal Übelbach ab 19 Uhr sein neues Soloprogramm „Typisch – untypisch“ – mit einer unvergleichlichen Spielweise und einer Prise Humor. Karten: 03125/2261 oder 0664/420 21 01
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