24.01.2012, 20:48 Uhr

Haubenmenü für Vierbeiner

Heupellets werden in der Schweinemast als Futtermittel verwendet. Resümee der Bauern: „Schweine stürzen sich darauf.“ Fotos: WOCHE, KK
Halbenrain: Heupelletierung | In Halbenrain werden Heupellets erzeugt und als hochwertiges Futtermittel genützt.

Um das auf den Naturschutzwiesen anfallende Heu besser verwerten zu können, startete der Verein „Lebende Erde im Vulkanland“ vor einigen Jahren ein Projekt zur Heupelletierung. Unter der Leitung von Andreas Breuss wurde in Radochen eine Anlage entwickelt, die bis zu 1.200 Kilogramm Heu pro Stunde zu Pellets verarbeiten kann. War ursprünglich hauptsächlich eine thermische Verwendung als Heizmaterial angedacht, sind die hochwertigen Heupellets nun aber als Futtermittel in der Schweinemast sehr gefragt. Das geförderte Projekt wurde im vergangenen Jahr wie vorgesehen von LEiV beendet und wird nun von einer Bauerngemeinschaft weitergeführt. Die Produktion siedelte von Radochen nach Halbenrain.
Obmann der Genossenschaft, zu der sechs Landwirte gehören, ist Günther Weiß aus Hürth. Die von LEiV entwickelte Anlage wurde in der ehemaligen Versuchsanstalt aufgestellt, die für fünf Jahre angemietet wurde. „Wir sind kein Gewerbebetrieb, sondern eine Bauerngenossenschaft“, betonte Weiß bei der Generalversammlung des Vereins LEiV, wo Andreas Breuss die Entwicklung des Projektes noch einmal Revue passieren ließ.
Die Anlage wird in Halbenrain noch weiterentwickelt, um auf eine wirtschaftliche Produktionsmenge von 1.000 Kilogramm pro Stunde im Dauerbetrieb zu kommen. Für die dem Schweinefutter beigemeingten Pellets wird nur hochwertiges Heu verwendet. „Die Schweine stürzen sich darauf“, berichtet Breuss und weiß von weiteren Vorteilen: „Auch die Verdauung funktioniert besser, der Kot ist nicht so klebrig und die Ställe können besser gereinigt werden.“
Ein Teil der Produktion fällt aber weiterhin auf Heizpellets. Bei diesen wird 80 Prozent Maisspindel zugemischt und nicht so hochwertiges Heu verwendet. „Maisbauern, die Schweine haben, könnten dadurch wieder zu Wiesenerhaltern werden“, hofft Breuss auf einen weiteren Effekt.



walter.schmidbauer@aon.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.