Gefragte Frau Adelheid Moretti
Wirtschaft in Frauenhand: Gefragte Frauen mit Adelheid Moretti von Frau in der Wirtschaft

Flexiblere Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Für Adelheid Moretti Gründe, warum die Zahl der Unternehmerinnen, auch in Graz und der Steiermark, stetig steigen.
  • Flexiblere Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Für Adelheid Moretti Gründe, warum die Zahl der Unternehmerinnen, auch in Graz und der Steiermark, stetig steigen.
  • Foto: Mediendienst/Willke
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Diese Zahl ist wahrlich beeindruckend: Mit Anfang Oktober sind bereits 28.266 Betriebe in der Steiermark in Frauenhand. Jene Zeiten, in denen die Wirtschaftswelt männerdominiert war, gehören der Vergangenheit an. Diese Zahlen freuen auch Adelheid Moretti, die sich als Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft für alle Unternehmerinnen einsetzt.

Die Zahl an Betrieben, die von Frauen geführt wird, steigt: Wie stolz macht Sie das?
Es freut mich sehr, dass es immer mehr Frauen in Wirtschaftsbereichen Verantwortung übernehmen. Unternehmerinnen können heute großteils sehr flexibel arbeiten – das ist mit Kindern gut zu vereinbaren.

Was sind die Kernaufgaben von Frau in der Wirtschaft?
Frau in der Wirtschaft besteht seit Anfang der 70er Jahre. Wir sind die Interessenvertretung für Unternehmerinnen und mittätige Ehefrauen. Darunter versteht man Frauen, die gemeinsam mit dem Partner ein Unternehmen führen. Ein Beispiel: Der Mann ist Elektromeister und hat den Gewerbeschein, die Frau macht Büroarbeiten und ist die Finanzministerin der Firma. Wir sind aber nicht nur Interessenvertretung, sondern auch Netzwerkplattform und Informationszentrum.

Welche Projekte führt Frau in der Wirtschaft in der Steiermark und auch in Graz durch?

Das Projekt Betriebshilfe gibt es bereits seit 2005 flächendeckend. Dazu wurde in der vergangenen Woche bereits zum vierten Mal die steirische Unternehmerin des Jahres gekürt. Im Juni organisieren wir immer jährlich den "Tag der Frauen in der Wirtschaft". Zwei Mal pro Jahr gibt es darüber hinaus ein Unternehmerinnenforum mit aktuellen Referentinnen und Diskussionen.

Welche Hemmnisse und Barrieren gibt es heute noch für Frauen im Hinblick auf die Leitung von Unternehmen?
Barrieren sind nach wie vor, vor allem im ländlichen Raum, schlechte Betreuungsmöglichkeiten für kleine Kinder. Hemmnisse sind oft auch fehlender Mut zur Selbstständigkeit und Angst vor einer Krankheit, einem Unfall oder vor dem Scheitern.

Wie wichtig ist es, wirtschaftliches Denken bereits in jungen Jahren, zum Beispiel in der Schule, verstärkt zu vermitteln?
Wirtschaftliches Denken ist nicht nur für "Chefs" wichtig – man braucht es in jeder Lebensphase. Je früher dafür Verständnis oder Interesse geweckt werden kann, desto besser.

Was muss passieren, damit noch mehr Frauen den Weg in die Wirtschaft finden?
Der Weg stimmt. Man muss sich nämlich vor Augen führen: Mehr als die Hälfte der Unternehmensgründer sind bereits weiblich!

Sie sind selbst Unternehmerin, haben in Graz unter anderem das Lokal Laufke geführt. Zahlt man da auch Lehrgeld?
Grundsätzlich wollte ich immer mein eigener Chef sein. Fehler macht man aber immer, das gehört dazu.

Gab es Einstiegsbarrieren?
Ja, jung und Frau zu sein. Ich war damals erst 23 Jahre alt.

Welche Herausforderungen gibt es heute noch für Frauen in der Wirtschaft?
Grundsätzlich sind es dieselben Herausforderungen wie bei männlichen Unternehmern, außer die "Organisation" der Familie. Aber das ist für alle Frauen eine Herausforderung, wenn sie im Beruf stehen.

Wie sehen Sie aus Frauensicht den Wirtschaftsstandort Graz? Wird eine Infrastruktur geboten, die die Vereinbarkeit von Job und Familie gewährleistet?
Graz ist ein Top-Wirtschaftsstandort. Es gibt gute Betreuungsangebote für Kinder, vor allem auch ganztägig , daher ist die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie mehr als gegeben.

Welche Eigenschaften muss eine Frau in Führungspositionen mitbringen? Was können Frauen im unternehmerischen Kontext besser als Männer?
Eine gute Ausbildung, Mut und Ausdauer sind von Vorteil. Frauen haben eine hohe soziale Kompetenz, daher sind gemischte Teams optimal.

Steckbrief

Geboren am 19. Jänner 1958 in Niklasdorf
Arbeitete in jungen Jahren als Hotelkauffrau.
Seit 2000 Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, seit 2007 auch Bundesvorsitzende.
Moretti sitzt für die ÖVP auch im Nationalrat.

Woche-Wordrap

An Graz mag ich ... die Altstadt.
Ich lese gerne ... Krimis von Agatha Christie.
Unternehmerisches Denken heißt ... Chancen erkennen und umsetzen.

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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