Das einzig Stetige ist die Veränderung: Kaspar Harnisch-Geschäftsführer Primschitz im Gespräch

Augenschmaus: Nicht nur dem Gaumen, auch den Augen schmeichelte die Mahlzeit in Ferls Weinstube. Anton Primschitz von der „Kaspar Harnisch GmbH“ und WOCHE-Redakteur Robert Bösiger werden wieder kommen.
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Im Jahr 1919 gründete ein gewisser Kaspar Harnisch in Graz eine Gebäudereinigungsfirma. Heute, fast 100 Jahre später, kennt die ganze Stadt seinen Namen. „Schuld“ daran ist wohl Anton Primschitz, der den Betrieb 1978 übernahm und zur „Kaspar Harnisch GmbH“ ausbaute, indem er das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten um das Künstlerbedarf-Geschäft und das Schubertkino samt Café erweiterte. Wir haben Anton Primschitz zum Business-Lunch in Ferls Weinstube getroffen und uns über den Wandel als Lebenseinstellung und betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, sowie das einzige umweltzertifizierte Kino Österreichs unterhalten.

WOCHE: Gebäudereinigung, Künstlerbedarf, Kino und Café. Wie geht das zusammen?
Anton Primschitz: Fragen Sie mich nicht wie, es geht sich irgendwie aus. Das funktioniert aber nur, weil wir überall tüchtige Mitarbeiter haben, auf die man sich verlassen kann.

Wie behalten sie als Geschäftsführer aller Bereiche den Überblick?
Letztlich entscheiden die Zahlen, man muss den Überblik über die Kosten behalten. Ich habe immer im Auge, wo man noch etwas verbessern kann.

Die Geschichte Ihrer Firma ist ja eine sehr bewegte. Ständiger Aus- und Umbau, mit dem Kino und dem Café kamen auch ganz neue Bereiche dazu. Ist der ständige Wandel eine Konstante des Unternehmens?
Das ist tatsächlich ein wichtiger Leitspruch, den ich auch meinen Mitarbeitern immer sage, wenn wir etwas verändern. Das einzig Stetige ist die Veränderung. Diese Denkweise pflegen wir und sind ständig dahinter, uns zu verbessern.
Ist das Ihre Lebenseinstellung oder eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit?
Leben heißt Bewegung. Die Menschen verändern sich stetig, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Man muss sich immer den Gegebenheiten anpassen, wenn man überleben und zeitgemäß agieren will, und wenn man den Betrieb aufrecht erhalten will.

Beispiel Handel: Was bezeichnen Sie hier als zeitgemäßes Agieren?
Eine gute Präsentation im Internet und den sozialen Medien etwa, auch eine funktionelle Interaktionsplattform für den Kunden. Außerdem passen wir unsere Preise ständig an, wir haben die gleichen Preise wie der Großhandel in Deutschland, in Zeiten der EU und des Internets lassen sich Preisunterschiede nicht aufrecht erhalten. Die Versandhandelspreise sind unser großer Vorteil.
Und, so nebenbei bemerkt: Die Kaspar Harnisch GmbH ist auch „Emas“-zertifiziert. Das ist eine europäische Umwelt-Zertifizierung, im Rahmen derer wir uns freiwillig zum nachhaltigen Wirtschaften bekennen.

Wie schlägt sich diese Umweltzertifizierung nieder?
Dazu wird ein Managementsystem eingesetzt. Als Beispiel haben wir keine Plastiksackerln mehr und mit der neuen Klimaanlage im Kino sparen wir bis zu 20 % Energiekosten ein. Wir sind übrigens das einzige Kino und Café in Österreich, die Emas-zertifiziert sind. Klimaschutz gehört zu unserer Lebensphilosophie.

... und zur Marketingstrategie?
Klar, das ist das eine, bei Ausschreibungen von Gebäudereinigungen etwa kann das eine Rolle spielen. Andererseits spart man mit der Energie auch deren Kosten ein. Ökonomisch gesehen zahlte sich diese Investition schon aus.

Machen die vielen „Baustellen“ müde, oder halten diese auf Trab?
Wie heißt es so schön: Wer rastet, der rostet. Stillstand geht nicht.

Zur Person

Anton Primschitz
Geboren: 26.10.1952 in Graz
Verheiratet, vier Kinder
Ausbildung: Studium der Volkswirtschaft
Geschäftsführer seit 1978, hat den Familienbetrieb von seiner Mutter übernommen
Schätzt an seinem Beruf die Abwechslung und die tägliche Herausforderung
Legt als Chef Wert auf Verlässlichkeit, Fachkompetenz und auf die „leider notwendige“ Flexibilität im Handel.
Seine Mitarbeiter erwarten von ihm, dass sie „pünktlich ihr Geld bekommen“ und Wertschätzung.
Den Ausgleich holt er sich in der Natur beim Wandern.

Zur Firma

Die Kaspar Harnisch GmbH umfasst das Schubertkino und Café, das Handelsunternehmen „Kaspar Harnisch“ und „Express Harnisch“ (Gebäudereinigung).
Gegründet 1919 von Kaspar Harnisch als Gebäudereinigungsfirma. Aus der Produktion der eigenen Reinigungsmittel ist das Handelsunternehmen entstanden.
In den letzten 40 Jahren auf Künstler- und Bastelbedarf spezialisiert.
1985 kam das Kino dazu, 2003 um zwei Säle erweitert.
180 Mitarbeiter, ca. 140 in der Gebäudereinigung
Web: www.kasparharnisch.at

* Hier lesen Sie weitere Interviews in unserer Serie "Business-Lunch".

Augenschmaus: Nicht nur dem Gaumen, auch den Augen schmeichelte die Mahlzeit in Ferls Weinstube. Anton Primschitz von der „Kaspar Harnisch GmbH“ und WOCHE-Redakteur Robert Bösiger werden wieder kommen.
In zweiter Generation leitet Anton Primschitz seit 1978 das Unternehmen.


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