Kaum freie Plätze
Radler plagen Parkplatzsorgen in der Grazer Innenstadt
- Das Eck Murgasse/Sackstraße ist aktuell Notparkplatz für viele Räder. Rund um den Hauptplatz findet man kaum freie Abstellplätze.
- Foto: VP Graz
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Der Radverkehr nimmt in der steierischen Landeshauptstadt kontinuierlich zu, besonders in den Innenstadtbezirken. Damit steigt auch der Bedarf an Abstellplätzen, genau daran mangelt es rund um den Grazer Hauptplatz aber zunehmend. Ein Lokalaugenschein zeigt, wie eng es Radfahrerinnen und Radfahrern in der Innenstadt inzwischen wird.
GRAZ. Die Fortbewegung in der Stadt Graz wird immer umweltfreundlicher. Fuß- und Radverkehr sind auf dem Vormarsch, vor allem in den Innenstadtbezirken, das bestätigte auch die jüngste Mobilitätsstudie der Stadt Graz. Mehr Fahrradverkehr bedeutet auch mehr abgestellte Fahrräder im Bereich rund um den Grazer Hauptplatz. Die Abstellplätze dort platzen regelmäßig aus allen Nähten, wie ein Lokalaugenschein zeigt.
- An der Kreuzung von Schmidgasse und Kaiserfeldgasse waren alle Abstellplätze belegt.
- Foto: MeinBezirk
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Wir haben einen Mittwoch Mitte August, die Sonne scheint, es kündigt sich ein schöner Sommertag an. Die Stadt befindet sich zwischen Urlaubszeit und Ferien noch ein wenig im Sommerschlaf. Es ist 8.30 Uhr, die Schmiedgasse zeigt sich mäßig gefüllt, ein älteres Ehepaar spaziert langsam Richtung Süden, ein E-Scooter-Fahrer schlängelt sich vorbei, der Großteil der Geschäfte hat noch geschlossen, die Gastgärten im Norden sind ebenfalls noch versperrt. An den drei Radabstellplätzen – vor dem Amtsgebäude im Süden, vor dem Landhaus und vor dem Congress – findet man zu diesem Zeitpunkt dennoch genau einen freien Radabstellplatz. Theoretisch gäbe es noch einen Zweiten, ein anliegend abgestelltes, für den Stangenabstand der städtischen Fahrradständer zu breites, E-Bike versperrt diesen allerdings. Rund um das Amtsgebäude haben sich die Fahrräder sowieso schon in beide Richtungen anliegend des Radabstellplatzes ausgebreitet.
- Die Abstellplätze vor dem Rathaus sind regelmäßig prall gefüllt. Mangels Alternativen parken viele Radlerinnen und Radler im Umkreis.
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Radparkplatz mit Fußweg
Geht man weiter Richtung Hauptplatz, werden die Aussichten auf eine Abstellmöglichkeit nicht gerade besser. Vor dem Rathaus befindet sich traditionell neben dem Abstellplatz eine Radkolonne, an diesem Mittwochmorgen finden sich hier noch vier freie Stellplätze, zwei davon werden innerhalb von fünf Minuten ebenfalls belegt. Wir gehen weiter Richtung Norden. In der Sporgasse sind kurz vor 9 Uhr noch drei Abstellplätze frei, in der Sackstraße keiner. Etwas besser stehen die Parkchancen in der Kaiserfeldgasse, während die Fahrradständer anliegend der Schmiedgasse gut gefüllt sind, finden sich sowohl am Eisernen Tor, als auch gegenüber des Café Kaiserfeld insgesamt rund 15 freie Abstellplätze. Mit Ferienende wird es aber auch hier wieder enger werden.
So viele Abstellplätze hat die Innenstadt
Kritik an mangelnder Infrastruktur
Wie und wo sich die Radabstellplätze in Graz befinden sollen, darüber wurde in der Vergangenheit schon öfter diskutiert, MeinBezirk berichtete. Fakt ist, es wird in Zukunft mehr Abstellplätze brauchen. Kritik an der aktuellen Lage kommt auch von der Grazer Volkspartei, Clubobfrau Anna Hopper: "Das Stadtbild leidet, Gehwege werden blockiert, und für Fußgängerinnen und Fußgänger – vor allem ältere Menschen oder Familien mit Kinderwägen – entstehen unnötige Hindernisse."
- ÖVP-Clubobfrau Anna Hopper ist die aktuelle Situation rund um "wild" abgestellte Fahrräder in der Innenstadt ein Dorn im Auge.
- Foto: VP Graz
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Verstärkt wird die aktuelle Situation durch den baustellenbedingten Wegfall des Abstellplatzes an der Murbrücke. Vor allem Eck Murgasse/Sackstraße ist die Zahl der "wild" abgestellten Fahrräder seither stark gestiegen. Die Volkspartei urgiert weiter, dass die aktuelle Situation sich auch in puncto Tourismus negativ auf die Innenstadt auswirke und fordert von der zuständigen Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) Sofortmaßnahmen. "Wer Mobilitätsprojekte plant, muss sie auch zu Ende denken. Dazu gehört auch, wo Fahrräder sicher und platzsparend geparkt werden können", so Hopper.
Bedarf in der Innenstadt bekannt
Die Vizebürgermeisterin versucht zu kalmieren: "Wir wissen um den Bedarf in der Innenstadt und suchen intensiv nach neuen Standorten – gemeinsam mit Betrieben, Eigentümerinnen sowie Eigentümern und Institutionen." Man wolle die Bedingungen "Schritt für Schritt" verbessern. Schwentner betont weiter, dass seit 2021 im gesamten Stadtgebiet über 1.000 neue Abstellplätze geschaffen wurden.
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