25.01.2018, 07:00 Uhr

Lexikon des unnützen Wissens: Wer kalte Füße bekam, schob das anderen in die Schuhe

Wer Schulden hat, steht bekanntlich bei jemandem in der Kreide - womit ich Sie herzlich beim zweiten Teil meiner Erklärung über die Hintergründe von Redewendungen begrüße.

In der Kreide steht man deshalb, weil früher bei Wirten und Geschäften angeschrieben werden konnte - und zwar mit Kreide auf kleinen Tafeln. Hat man die Rechnung bis zum Monatsende nicht bezahlen können, verblieb der Name des Schuldners und der geschuldete Betrag auf der Tafel - man war also "in der Kreide".

Wenn man einst verwundet auf einem Schlachtfeld lag, gab es wenig Chance auf Rettung - mann biss ins Gras, verstarb also. Hintergrund sind die Schmerzen, die sterbende Soldaten hatten - und zu deren Linderung sie oft in die Erde bissen. Und auch bei der Jagd verwundete Tiere haben oft den Reflex, vor ihrem Tod in die Erde zu beißen.

Wenn man jemandem etwas in die Schuhe schiebt, ist man kein Guter.

Das waren auch jene Diebe im Mittelalter, die in großen Herbergsschlafsälen Diebesbeute bei Kontrollen noch schnell in den abgestellten Schuhen anderer Gäste versteckten - und diese somit verdächtig machten.

Die Diebe hatten also kalte Füße bekommen. Der Begriff stammt aus der Zeit, in der das Glücksspiel noch verboten war und man es im Keller ausübte. Dort wurde nicht geheizt - und Spieler mit schlechten Karten benutzten oft die vermeintlich kalten Füße als Ausrede, um aus dem Spiel auszusteigen.
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