18.08.2016, 00:00 Uhr

„Wer atmen kann, kann auch Yoga machen“

Ohne Bedienung glücklich: Maria Jamnik und WOCHE-Redakteur Max Daublebsky kommen mit der großen Auswahl am Mangolds-Buffet auch alleine gut zurecht. (Foto: geopho.com)

Maria Jamnik vom „Yuna Place“ erklärt, warum Yoga mehr ist, als eine Fitnessübung.

Am Weg zur Arbeit hat Maria Jamnik vor mittlerweile elf Jahren „Yuna Yoga“ – damals noch in der Leechgasse – entdeckt: „Ich habe es gesehen, bin rein, habe es ausprobiert und bin seither dabei geblieben.“ Inzwischen hat die 33-Jährige ihre Rolle als Kundin gegen die der Chefin getauscht und aus „Yuna Yoga“ wurde „Yuna Place“. Im Gespräch mit der WOCHE erklärt Jamnik, warum jeder Yoga machen kann und warum sie nicht darauf achtet, wie in anderen Studios gearbeitet wird.

WOCHE: Gibt es einen Yoga-Boom?
Maria Jamnik: Was mir auffällt, ist, dass Yoga immer mehr im Kommen und mittlerweile keine Modeerscheinung mehr ist, sondern dass die Menschen dran bleiben. Es ist keine Sache, die aufgepoppt ist und wieder verschwindet – es geht weiter.

Was macht den Reiz aus? Warum sollte ich beginnen, Yoga zu machen?
Zum einen trainiert man seinen Körper. Das Wichtigste ist aber, das eigene Potenzial zu erkennen. Oft sagt mir der Kopf schon „Das geht nicht“, wenn ich nur ein Bein hebe. Beim Yoga lernt man, wieder auf den eigenen Körper zu vertrauen – und das kann man auch in den Alltag mitnehmen. Zum Beispiel, wenn man sich nicht traut, Dinge auszuprobieren, von denen einen der eigene Kopf abhält.

Was ist bei Yuna anders als bei anderen Yoga-Studios?
Ich schaue mir andere Studios ehrlich gesagt gar nicht an, weil ich bei meinen Ideen bleiben möchte. Ich will den Yuna-Stil nicht dadurch verwaschen, dass ich mir andere anschaue. Wichtig ist, dass ich bei mir selbst und bei meinen eigenen Sachen bleibe.

Und was ist der „Yuna-Stil“?
Wir wollen Yoga für alle Menschen zugänglich machen und wir stecken niemanden in Schubladen. Das heißt, es gibt bei uns keine Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, alle Menschen kommen gemeinsam in einer Einheit zusammen. Wir fragen nicht, wie weit jemand schon ist oder was er schon kann, weil jeder jederzeit so weit ist. Der Mensch bringt schon das Wichtigste mit: sich selbst und die Bereitschaft, sich etwas Gutes zu tun.

Viele verbinden Yoga mit Esoterik. Zu Recht?
Das ist der Grund, warum wir das „Yoga“ aus unserem Logo rausgenommen haben. Wir wollen es für alle zugänglich machen und wir wollen den Menschen die Angst nehmen. Auf Facebook postet jeder irgendwelche Yoga-Verrenkungen, aber keiner stellt die Frage, ob ihn das auch im Alltag weiterbringt. Das ist alles vom Körperbau abhängig. Das versuchen wir auch in den Einheiten zu vermitteln: Wir passen uns nicht an die Yoga-Haltung an, sie passt sich an uns an. Es ist scheißegal, wie es von außen aussieht, wichtig ist, wie es sich anfühlt. Wer atmen kann, kann auch Yoga machen.

Sie haben „Yuna“ letzten November übernommen. Wie haben Sie das Unternehmertum in Graz seitdem erlebt?
Ich höre oft, dass man es als Unternehmer schwer hat. Das kann ich noch nicht bestätigen. Ich kann nur jedem empfehlen, etwas auszuprobieren, der kreative Ideen hat und an seinem Arbeitsplatz nicht mehr zufrieden ist. Wer sich nicht traut, darf auch nicht weiter jammern.

Gast und Wirtschaft

Mangolds
Griesgasse 11, 8020 Graz
Tel.: 0316/718 002
Web: www.mangolds.at
Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag jeweils von 11 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Ab dem 3. September ist das Lokal auch wieder am Samstag geöffnet.
Beschreibung: Bereits vor mehr als 25 Jahren als eines der ersten vegetarischen Lokale der Stadt eröffnet, bietet das Mangolds eine große Auswahl an fleischlosen Speisen vom Buffet.

Das Essen
Maria Jamnik entschied sich für ein veganes Polentalaibchen mit Letschogemüse und einem gemischten Salatteller vom Buffet, für die WOCHE gab es Vollkornspaghetti mit einer Eierschwammerl-Rahmsauce von der "Front-Cooking Station".
Die WOCHE meint: Wer auf keinen Fall auf Fleisch verzichten kann oder will, ist hier falsch – für alle anderen findet sich am reichhaltigen Buffet sicher etwas. Das Essen schmeckt und die Stimmung ist trotz der Größe des Lokals entspannt.

Maria Jamnik

Geboren am 26. August 1983 in Bruck an der Mur.
Von 2004 bis 2015 Krankenschwester für Kinderanästhesie am LKH Graz.
Hat 2005 mit Yoga begonnen und 2015 „Yuna Yoga“ übernommen, das sie nun als „Yuna Place“ weiterführt.
Unterstützt wird sie dabei von ihrem Lebensgefährten Michael Jahn.
Besucht selbst ungefähr drei Mal in der Woche Yoga-Einheiten im eigenen Studio.
Erwartet von ihren Mitarbeitern vor allem Freude am Umgang mit Menschen.
Im Gegenzug bietet sie Flexibilität sowie Wertschätzung: „Es ist mir wichtig, dass sich meine Mitarbeiter wohlfühlen.“
Hobbys sind u. a. das Grillen mit Freunden und Reisen.

Yuna Place

Adresse: Korösistraße 9, 8010 Graz
Tel.: 0316/890 855
Geöffnet hat das Yoga-Studio sieben Tage in der Woche.
Geschäftsführerin ist Maria Jamnik.
Vier Mitarbeiter am Front-Desk, sechs Yoga-Guides.
15 Euro kostet eine Einzeleinheit, wer das erste Mal kommt, zahlt nur 10 Euro.
Um 59 Euro kann man alle Einheiten vier Wochen lang unlimitiert testen.
Auf yuna.com/de/graz gibt es alle Informationen zu weiteren Abos und zum Studio.
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