Simulierter Ebola-Verdacht
Klinik trainiert für gefährliche Infektionskrankheiten
- An der Innsbrucker Klinik wurde der Umgang mit einem simulierten Fall einer hochansteckenden Infektion geprobt.
- Foto: tirol kliniken/Schwamberger
- hochgeladen von Pascal Pali
Was passiert, wenn ein Patient mit Verdacht auf eine hochansteckende Infektionskrankheit in die Klinik kommt? Dieser Ernstfall wurde am Freitag, 25. September, an der Innsbrucker Klinik der tirol kliniken geprobt. Bei einer umfangreichen Simulationsübung wurde der gesamte Ablauf von der Aufnahme bis zur Verlegung auf die Sonderisolierstation trainiert.
INNSBRUCK. Im Übungsszenario kam ein simulierter Patient mit Symptomen einer hochansteckenden Infektion in die Notfallaufnahme. Das Personal arbeitete nach den festgelegten Protokollen und betreute den Patienten zunächst im Infektbereich.
Ärzte und Pflegepersonen wurden unter strengen Hygienevorgaben ein- und ausgeschleust. Gleichzeitig wurde der HOKO-Alarm ausgelöst. HOKO steht für „hochansteckende und kontagiöse Erkrankungen“.
- Ein Team der MZA-Notaufnahme zieht die Schutzausrüstung an.
- Foto: tirol kliniken/Schwamberger
- hochgeladen von Pascal Pali
Mehrere Stunden bis zur Sonderisolierstation
Ein wichtiger Teil der Übung war die Zeit zwischen der Aufnahme des Patienten und seiner Verlegung auf die Sonderisolierstation (SIS). Das Team musste diese Phase überbrücken, während die Station vollständig hochgefahren und in einen betriebsbereiten Zustand versetzt wurde.
Der simulierte Patient wurde schließlich unter Begleitung des Sicherheitsdienstes und des Krankenhaushygieneteams auf die Sonderisolierstation gebracht.
Ebola als mögliches Szenario
Welche Bedeutung solche Abläufe haben, erklärt Günter Weiss, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin II.
„Verdachtsfälle oder Erkrankungen durch virale hämorrhagische Fieber wie Ebola erfordern höchste Sicherheitsstandards und klare, strukturierte Abläufe – ein einziger Fehler im Ablauf kann für Patienten und Personal schwerwiegende Folgen haben“
sagt Weiss.
Ein großflächiger Ausbruch sei dabei nicht das wahrscheinlichste Szenario.
„Das realistischste Szenario bei uns ist kein großflächiger Ausbruch, sondern ein Einzelfall: ein Tourist, der aus einem Endemiegebiet zurückkehrt, oder ein NGO-Mitarbeiter nach einem humanitären Einsatz in einer Krisenregion“
erklärt der Klinikdirektor.
Genau auf solche Fälle müsse man jederzeit vorbereitet sein. Die Übung sollte deshalb vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Bereiche und die festgelegten Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen überprüfen.
- Bei der HOKO-Übung wurde der gesamte Behandlungspfad von der Aufnahme bis zur Verlegung trainiert.
- Foto: tirol kliniken/Schwamberger
- hochgeladen von Pascal Pali
Erkenntnisse fließen in weitere Trainings ein
An der HOKO-Übung waren zahlreiche Bereiche der Innsbrucker Klinik beteiligt. Nach Abschluss des Szenarios fand am Nachmittag eine strukturierte Nachbesprechung mit den beteiligten Abteilungen statt.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt in die Weiterentwicklung der Ablaufpläne und in weitere Trainings einfließen. Ziel ist es, die Abläufe für einen tatsächlichen Verdachtsfall regelmäßig zu überprüfen und die Sicherheit von Patienten und Personal zu gewährleisten.
- Die Sonderisolierstation wurde im Rahmen der Übung für den simulierten Patienten hochgefahren.
- Foto: tirol kliniken/Schwamberger
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