Ein Haus des interreligiösen Dialogs – 60 Jahre Gemeinde Innsbruck

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Am Sonntag, den 16.09.18 haben sich in Amras/Innsbruck anlässlich der 60 Jahrfeier der Gründung der Gemeinde Innsbruck der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften Tirols, Vizebürgermeister Franz X. Gruber, sowie Mitglieder und Freunde im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes versammelt.

Die Gründerzeit

Bischof Gerhard Egger ging in seiner Ansprache auf den geschichtlichen Werdegang der am 20. Juli 1958 gegründeten Kirchengemeinde ein. Auffallend dabei war, dass sechs junge Missionare, ab September 1956 bis zum Gründungstag der Gemeinde in organisierten Gottesdiensten und Versammlungen im Hotel Europa und im Stiftskeller sehr vielen interessierten Tirolerinnen und Tirolern die Lehren des Evangeliums aus Sicht der Kirche Jesu Christi näher brachten. 41 davon ließen sich entweder im Hallenbad, in der Sauna am Rennweg oder im Inn durch Untertauchen taufen und stellten somit die Basis zur Gründung der Gemeinde. Superintendent Mag Olivier Dantine zog in seiner Grußbotschaft Parallelen zwischen dem Wachstum der Evangelischen Kirche in Tirol und der Kirche Jesu Christi in den Fünfziger und Sechzigerjahren und wünschte der Glaubensgemeinde das aller Beste für die kommenden Jahrzehnte.

Eine neues Zuhause

1963 gab es den Spatenstich zum Bau des vierten österreichischen Gotteshauses der Kirche Jesu Christi in der Philippine-Welser-Straße 16 im Ortsteil Amras, um der jungen Gemeinde ein Zuhause zu geben. Auf dieses Zuhause ging in ihren Grußworten Dr. Gabriele Doppler, Repräsentantin der Buddhistischen Glaubensgemeinschaft und Sprecherin der Multireligiösen Plattform Innsbruck, ein. Sie meinte, wenn jemand vor 60 Jahren ein solches Haus baut und es dann erhält, pflegt und öffentlich nutzt, der ist wahrhat hier angekommen und Teil dieser Tiroler Gesellschaft geworden. Sie zeigt sich vom jahrelang geführten interreligiösen Dialog in diesem Haus angetan. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Tirol Burhan Türkmen schloss sich in seinen Grußworten diesen Inhalten an und lobte das multireligiöse Beisammen sein an diesem denkwürdigen Festtag.

Nächstes Jahr in Salt Lake City

Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg Günther Lieder sprach seine tiefe Dankbarkeit aus, dass er von Menschen mit so einer tiefen, religiösen und liebevollen Gesinnung schon mehrfach willkommen geheißen wurde. Er bendete seine Grußworte mit den Worten „… und nächstes Jahr in Salt Lake City“ in Anlehnung auf das jährliche Paschafest, bei dem am Ende aus der Haggada gelesen wird: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“

Religionen - zentrale Schlüsselfunktion

Franz X. Gruber sprach viele wichtige Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft an, wie etwa Toleranz, Solidarität, Aufgeschlossenheit, gegenseitigen Respekt und warnte vor der Entsolidarisierung, dem Werteverfall und des Egozentrismus. Es ist Zeit, dass Menschen sich nicht mehr „voneinander entfernen, sondern ein christlich/humanistisches Miteinander“ verwirklichen. Die Religionen spielen dabei eine zentrale Schlüsselfunktion, die „das Gute im Menschen fordert und fördert“.
Franz Mielacher, der Präsident des Pfahles (=Diözese) Salzburg freute sich über dieses multireligiöse Miteinander und die Möglichkeit Christus vor allem mit Liedern im Gottesdienst zu verehren.

Weitere ReligionsvertreterInnen

Ing. Max Valtingojer von der Neuapostolischen Kirche, DI Wilhelm Schwabl als Vertreter des Geistlichen Rates der Bahai Gemeinde Innsbruck, Mag. Thomas Lipschütz von der Israelitischen Kultusgemeinde, Prof. Dr. Timo Heimerdinger von der Evangelischen Auferstehungskirche und Mag.a Magdalena Modler-El-Abdaoui als Vertreterin der römisch-katholischen Kirche reihten sich unter den Gratulanten des 60-Jahr-Festes der Gemeinde Innsbruck ein. Musikalisch begleitet wurde der Festakt durch einen Chor aus Mitgliedern der Gemeinde Innsbruck und des Pfahles Salzburg. Nach dem Gottesdienst gab es bei Speis und Getränk einen regen Gedankenaustausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses gelungenen Tages des interreligiösen Dialogs.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist eine von sechzehn gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich. Die erste österreichische Gemeine wurde bereits 1901 in Haag am Hausruck (OÖ) organisiert. Weltweit werden über 16 Millionen Mitglieder gezählt. In Österreich gibt es über 4.600 Heilige der Letzten Tage. Der Hauptsitz liegt in Salt Lake City, im Bundesstaat Utah/USA.

Wo: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Philippine-Welser-Strau00dfe 16, 6020 Innsbruck auf Karte anzeigen

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