Wie hält es der neue Bischof mit dem Freiheitskämpfer Andreas Hofer?

Der Mythos Hofer
  • Der Mythos Hofer
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Wo: HLT, Philippine-Welser-Straße 16, 6020 Innsbruck auf Karte anzeigen

Heute vor 250 Jahren wurde Andreas Hofer geboren (22.11.1767). Der Wirt aus dem Passeiertal wurde, nachdem er in drei Schlachten am Berg Isel die Franzosen und Bayern besiegt hatte, zu einem Idol für die politische Freiheit Tirols. Vertreter der röm.-kath. Kirche nutzten damals die Chance, auch ideologisch zu mobilisieren. Denn 1809 ging nicht nur darum, mit allen Kräften gegen die Fremdherrschaft sondern auch gegen die religiösen Erneuerungsbewegungen der Aufklärung anzukämpfen.

Bischof Manfred Scheuer nicht für einen verklärten Hofer

Bischof Manfred Scheuer sprach sich 2009 in Gedenken an 200 Jahre Tiroler Freiheitskampf ganz klar gegen eine rückgewandte Geisteshaltung aus. Die "innere Freiheit" und die notwendige Abkehr von Zwängen und Abhängigkeiten, die in Tirol teilweise schon verinnerlicht sind, müssen umgesetzt werden. Er stellte auch fest, dass eine starke Persönlichkeit mit eigener Identität keine Feindbilder braucht. Das starke "Wir" in Tirol, darf keine Menschen in irgendeiner Art herabsetzen oder schlecht machen. "Einzelne oder eine Gemeinschaft sollen ihren Glauben leben dürfen", so Bischof Scheuer in seiner Predigt. Selbstkritische Beurteilung des eigenen Standpunktes, Anerkennung und Wertschätzung der Mitmenschen, Gastfreundschaft, Hinwendung zu Unterlegenen und Bedürftigen - es gelte auch in Tirol die Migration wirtschaftlich, politisch, kulturell und religiös zu bewältigen - und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, sei notwendig.

Nachfolger Bischof Hermann Glettler

Der am 2.12 2017 neu geweihte Bischof Hermann Glettler tritt in dieser Hinsicht kein leichtes Amt an. Er wird in Zukunft auch daran zu messen sein, wie er mit dem Mythos Andreas Hofer umgeht. Wird er es versteht die Gläubigen dahingehend zu leiten, verstaubte Ansichten und verinnerlichte Fehleinschätzungen aufzugeben? Wird sich die "innere Freiheit" in unserer Gesellschaft wiederspiegeln. Wird die Religionsfreiheit in all ihren Facetten gewürdigt und allen in Tirol lebenden Menschen, Kulturen und Religionen mit Respekt, Achtung und Wohlwollen begegnet? Sind wir 250 Jahre nach der Geburt von Andreas Hofer im 21. Jahrhundert angekommen?

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