Schlachthof
Abbruch, Neubau, Sanierung, Studentenwohnungen und Barrierefreiheit

"wir bauen ein Stück Stadt" lautet die Devise bei der Neugestaltung des Schlachthofes.
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INNSBRUCK. Der Innsbrucker Schlachthof wird neu. Einst gefürchtet, gemieden und trotzdem stadtbekannt, die Wohnblöcke sin ein inoffizieller Stadtteil. Jetzt hat die Stadt Innsbruck die Pläne der Neugestaltung präsentiert.

Schlachthof

Am Gelände des ehemaligen Schlachthofs zwischen Bahnlinie und Sill wurde 1922–1925 der Schlachthofblock unter Leitung von Stadtbaudirektor Jakob Albert und Architekt Theodor Prachensky als eine der ersten städtischen Wohnanlagen erbaut, die als Prototyp für weitere städtische Wohnbauten diente. Die 19 fünfgeschoßigen Häuser bilden eine geschlossene Anlage von 183 Wohneinheiten. Über Jahre wurde die Zukunft des Blocks politisch diskutiert. Die Vierkoalition der Stadtregierung war sich 2014 nicht einig, 2016 wurde ein Sanierungsantrag von GR Helmut Buchacher angenommen. Mit der Projektvorstellung scheint die Zukunft des Schlachthofes geregelt.

Präsentation

Wesentliche Qualitätsverbesserung und behutsame Weiterentwicklung versprechen die aktuellen Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe zum Schlachthofblock in Dreiheiligen. Unter dem Vorsitz von Gemeinderat Helmut Buchacher wurde in fünf Sitzungen die Weiterentwicklung des Projekts erarbeitet. Die Details präsentierten Bürgermeister Georg Willi, die Gemeinderäte Helmut Buchacher und Lucas Krackl (Vorsitzender des Bauauschusses), der Amtsleiter für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration, Wolfgang Andexlinger, sowie der Geschäftsführer der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG), Franz Danler. „Die Arbeitsgruppe hat gute Ergebnisse für die weiteren Schritte gesetzt. Mit einer teilweisen Erhaltung der Bestandsgebäude und einem partiellen Neubau können nicht nur die Nutzfläche und Anzahl der Wohnungen erhöht werden, wir schaffen auch eine interessante Erweiterung des Kreises der Nutzenden im Sinne einer Durchmischung“, beschreibt Bürgermeister Willi.

Wesentliche Qualitätsverbesserung und behutsame Weiterentwicklung versprechen die aktuellen Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe zum Schlachthofblock in Dreiheiligen.
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Nutzungsmöglichkeiten

Von den bestehenden 209 Wohnungen steht aktuell knapp die Hälfte frei. Diese können (general)saniert und Bestandswohnungen mit Balkonen aufgewertet werden. Jedes Stiegenhaus in den verbleibenden Bestandsgebäuden bekommt im Innenhof einen Aufzug. Die Gebäude in der Ingenieur-Etzel-Straße 24, 26 und 28 sowie in der Schlachthofgasse 2, 4 und 6 würden abgebrochen und neugebaut. Die verbleibenden drei Eckgebäuden bieten Platz für studentisches Wohnen und im Innenhof soll ein dreigruppiger Kindergarten errichtet werden. Zudem wird im nördlichen Bereich des Innenhofs eine Tiefgarage eingeplant. „Wir wollen eine Weiterentwicklung des Areals zusammen mit dem Sachverständigenbeirat für Stadt- und Ortsbildschutz sicherstellen. Dieser sieht die Pläne positiv und beteiligt sich deshalb daran“, betont der Arbeitsgruppen-Vorsitzende Buchacher. Der Vorsitzende des Innsbrucker Bauausschusses, Gemeinderat Mag. Lucas Krackl, erklärt: „Der Erhalt der straßenseitigen Fassade und damit die Sanierung großer Teile des Schlachthofblocks war einer Mehrheit im Gemeinderat besonders wichtig, auch wenn das aus rein wirtschaftlicher Betrachtung mehr als kritisch gesehen werden muss. Mit dem geplanten Architektenwettbewerb soll jedenfalls ein qualitätvolles Zusammenspiel von Bestand und Neubau erreicht werden.“

Information

Das Dachgeschoss könnte für eine freifinanzierte Nutzung ausgebaut werden, damit würde sich die Anzahl der Wohnungen noch einmal von 235 (ohne Dachgeschoss) auf 258 Einheiten erhöhen. „Die Mieterinnen und Mieter wurden nun von uns über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe informiert und über die weiteren Schritte aufgeklärt. Einige könnten in den Wohnungen bleiben, sie bekommen aber die Möglichkeit sich während der Bauarbeiten für eine Ersatzwohnung zu entscheiden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie war es nicht möglich eine allgemeine Mieterversammlung abzuhalten, wir bieten aber selbstverständlich Einzelberatungen an“, betont IIG-Geschäftsführer Danler. In Kürze werden bereits die Sanierungsarbeiten für zwei beinahe leerstehende Stiegenhäuser sowie die Eckgebäude für studentisches Wohnen begonnen. Die großflächigen Gebäudesanierungen sind im Anschluss an den Wettbewerb geplant, der Neubau startet voraussichtlich 2023. „Der Schlachthofblock hat aufbauend auf dem Ergebnis der Arbeitsgruppe das Potenzial richtungsweisend für den Wohnbau in der Landeshauptstadt zu sein“, sind sich alle Teilnehmer des Pressegesprächs abschließend einig. In der Arbeitsgruppe waren Stadtplaner, Architekten, politisch Verantwortliche und IIG-Mitarbeiter vertreten.

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