Innsbruck
Aus dem Alltag der Gemeinderatsmitglieder

Derzeit gibt es auch nicht das politische Leben im Gemeinderat.
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INNSBRUCK. Innsbruck ist im Stillstand. Auch das politische Leben. Statt Stadtsenatssitzungen, Ausschüsse und Gemeinderat gilt aktuell das Notrecht. Welche Herausforderung stellt diese Situation für die Gemeinderatsmitglieder dar? Gibt es eine politische Kommunikation, wie sieht es mit der "Freizeit aus" und haben Sie eine Botschaft an die Bevölkerung? Das Stadtblatt hat die Innsbrucker Gemeinderäte eingeladen, einen kleinen Blick auf ihr aktuelles "Alltagsleben" zu geben.

Uschi Schwarzl, Bürgermeisterstellvertreterin

Bürgermeisterstellvertreterin Uschi Schwarzl bei der Angelobung durch Landeshauptmann Platter.
  • Bürgermeisterstellvertreterin Uschi Schwarzl bei der Angelobung durch Landeshauptmann Platter.
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Stadtblatt: Gemeinderat im Zeitalter der Corona-Krise. Wie geht es Ihnen persönlich mit der aktuellen Situation?
Uschi Schwarzl: Wir haben entschieden, dass aus dem Team Bürgermeister und zwei VizebürgermeisterInnen eine/r im Home Office arbeiten und einsatzfähig sein sollte, falls beide anderen ausfallen. Das bin ich, da meine Arbeit wegen der Ressortzuständigkeiten momentan am besten digital abwickelbar ist. Weil ich aber eine Teamarbeiterin bin, die unglaublich gerne im Rathaus mit den MitarbeiterInnen face to face arbeitet, gehen mir die Sozialkontakte schon sehr ab. Aber so geht es ganz vielen Menschen, bei denen ich mich herzlich für das Aufsichnehmen etlicher Entbehrung zum Schutz anderer herzlich bedanke.

Stadtblatt: Seit 23.2. gibt es die Gemeindeeinsatzleitung, sind Sie in diesem Bereich eingebunden?

Uschi Schwarzl: Aufgrund der oben geschilderten Notwendigkeit bin ich telefonisch und am PC eingebunden.

Stadtblatt: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden zu sein?

Uschi Schwarzl: Telefonkonferenzen, Videokonferenzen, Mail, Telefonate.

Stadtblatt: Wie funktioniert die Kommunikation zwischen den Ihnen und den anderen Stadtsenatsmitglieder?

Uschi Schwarzl: Sehr gut über die genannten Kanäle sowie eine koalitionäre Chatgruppe

Stadtblatt: Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der jeweiligen städtischen Abteilung hinsichtlich Ihrer Ressortverantwortung?

Uschi Schwarzl: Sehr gut über die oben beschriebenen Hilfsmittel. Meine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei derzeit dem Kulturressort, da KünstlerInnen, VeranstalterInnen, Kulturinitiativen, … von der Covid 19 Krise massiv betroffen sind. Ich habe daher beispielsweise gemeinsam mit dem Kulturamt wesentlich die Änderungen betr. Subventionsordnung – Kulanzen, Unterstützungen – vorangetrieben. Bereits seit längerem vereinbarte Termin von Kulturschaffenden bei mir absolviere ich derzeit telefonisch.

Stadtblatt: Wie gestalten Sie ihre "Freizeit", was liegt Ihnen derzeit besonders am Herzen?

Uschi Schwarzl: Als passionierte Radfahrerin fehlt mir Bewegung ganz besonders. Wir absolvieren daher in der Familie jeden Tag ein schweißtreibendes Indoor-Fitnessprogramm. Zudem nütze ich die Zeit, um Gedanken zu sortieren, Altes aufzuarbeiten und Wesentliches für „die Zeit danach“ vorzubereiten.

Stadtblatt: Nutzen Sie persönlich einen Blog, youtube-Kanal oder ähnliches, um zu kommunizieren?

Uschi Schwarzl: Ich nutze Facebook – vor allem auch um viele kreative virtuelle Angebote unserer Kulturschaffenden zu verbreiten. Denn in solchen Zeiten braucht es Kunst und Kultur ganz besonders.

Stadtblatt: Wenn Sie möchten, können Sie gerne auch mit einer persönlichen Botschaft das Interview beenden.

Uschi Schwarzl: Ich möchte mich ganz herzlich bei allen MitarbeiterInnen im Gesundheits- und Pflegebereich, im Lebensmittelhandel, ... aber auch bei unserem so gut funktionierenden Einsatzstab und den vielen MitarbeiterInnen der Stadt und unserer Beteiligungen bedanken, die im Hintergrund oder sichtbar in den Öffis, bei der Straßenreinigung oder bei der Müllentsorgung Unbezahlbares leisten.
Als Kulturreferentin danke ich ganz besonders auch dem so agilen Kulturnetzwerk in der Stadt und kann versichern, dass wir alles daransetzen werden, gemeinsam mit Bund und Land die Folgen der Krise abzufedern.
Und ich wünsche mir, dass wir alle nach der Krise nicht einfach zur Tagesordnung übergehen:

  • ·Solidarität zum Schutz der Schwachen ist jetzt die Maxime. Und das ist wunderbar so. Wie können wir diesen Spirit aus der aktuellen Erfahrung auch auf andere große Herausförderungen übertragen?
  • ·Wissenschaft wurde noch nie so ernst genommen wie jetzt, wäre das nicht auch in Sachen Klimaschutz angesagt?
  • ·Der neoliberale Abgesang auf den Staat wird gerade eines Besseren belehrt, der Markt kann eben doch nicht alles regeln. Der Staat feiert ein Comeback, er wird gebraucht. Die staatlichen Beschränkungen müssen nach der Krise ein Ende haben, die Frage, wo der Staat eingreifen soll, wird bleiben.
  • ·Die Covid 19 – Krise macht das Missverhältnis zwischen Systemrelevanz und Gehältern der „SystemerhalterInnen“ (Gesundheits- und Pflegebereich, Lebensmittelhandel, …) besonders sichtbar. Dies zu ändern, wird nicht mehr zu ignorieren sein.

Markus Lassenberger, Gemeinderat

Markus Lassenberger: "Nur durch Zusammenhalt und Disziplin ist dieser Virus zu bekämpfen und dessen Ausbreitung zu verhindern."
  • Markus Lassenberger: "Nur durch Zusammenhalt und Disziplin ist dieser Virus zu bekämpfen und dessen Ausbreitung zu verhindern."
  • Foto: C. Forcher
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"Wir befinden uns alle in einer sehr schwierigen Zeit. Noch vor 2 Monaten hätte niemand damit gerechnet, dass es Innsbruck, Tirol und Österreich je so treffen und das Alltagsleben so zum Stillstand kommen könnte. Auch dass das politische Leben von 100 auf 0 runtergefahren wird war undenkbar.
Persönlich muss und musste ich mich natürlich mit der Corona-Krise auseinandersetzen da ich schon aufgrund dessen, dass ich hauptberuflich Polizist und Personalvertreter bin täglich damit zu tun habe. Hier sind vor allem die zu treffenden Schutzmaßnahmen wichtig, um meine Familie und mich zu schützen aber auch die Personen und Parteien mit denen ich zu tun habe.
Die Kommunikation unter den Gemeinderäten findet im Moment vorwiegend innerhalb des Gemeinderatsklubs der FPÖ sowie mit meiner Lebensgefährtin die ebenfalls Gemeinderätin ist statt.
Bis auf wenige Beispiele, in denen der Bürgermeister bisher vom Notrecht Gebrauch gemacht hat ist sozusagen politischer Stillstand feststellbar. Nichts desto trotz bringen wir unsere Ideen und Anfragen ein. Dies aber vorwiegend auf telefonischem und somit kurzem Weg direkt beim Bürgermeister oder den Stadträten über die Stadträte der FPÖ.
Meine Freizeit besteht im Moment darin die Zeit zu Hause zu nützen um zb den Garten aus dem Winterschlaf zu holen oder mit meiner Lebensgefährtin wieder einmal Zeit zu verbringen denn diese ist aufgrund meines Zivilberufs als Exekutivbeamter von Haus aus sehr gering und außerhalb der Corona-Krise durch die Politik noch viel dünner gesät.
Für die Kommunikation mit den Bürgern nutze ich Facebook und den telefonischen Kontakt. Über Facebook kann man sehr gut seine Botschaften an alle verteilen."
Meine persönliche Botschaft an die Innsbrucker/innen lautet:
"Bleibt bitte alle zu Hause und schützt damit eure Familien und Angehörige. Nur durch Zusammenhalt und Disziplin ist dieser Virus zu bekämpfen und dessen Ausbreitung zu verhindern."

Julia Seidl, Gemeinderätin

Julia Seidl: "Nachdem ich eine neue FB Onlineplattform „Kaufe vor Ort -Angebot in Innsbruck“ gegründet habe, um Innsbrucker Unternehmen eine Kommunikationsmöglichkeit über Online-Lieferdienste und Angebote zu geben, bin ich aktuell hauptsächlich damit beschäftigt, diese am Laufenden zu halten"
  • Julia Seidl: "Nachdem ich eine neue FB Onlineplattform „Kaufe vor Ort -Angebot in Innsbruck“ gegründet habe, um Innsbrucker Unternehmen eine Kommunikationsmöglichkeit über Online-Lieferdienste und Angebote zu geben, bin ich aktuell hauptsächlich damit beschäftigt, diese am Laufenden zu halten"
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Stadtblatt: Wie geht es Ihnen persönlich mit der aktuellen Situation?
Julia Seidl: Ich habe das Gefühl, dass es zu einer Verlangsamung der Dinge kommt, auch der politischen, oft sehr hektischen, schnellen Handlungen! Das ist nicht das schlechteste. Persönlich bin ich ein sehr umtriebiger Mensch, natürlich fällt es mir aktuell schwer, wie vielen, die Dinge langsamer anzugehen und zu reduzieren. Beruflich werde ich mir aber auch etwas überlegen müssen, ich rechne bis in den späten Sommer mit keinen Aufträgen mehr. Meine Kunden sind ja Unternehmen, die bis dahin, anderes zu tun haben, als mich für Teambuilding-Workshops und Trainings zu buchen. Ich bin aber immer jemand der immer das Positive sieht und mit Zuversicht durchs Leben geht. Insofern, alles wird gut.

Stadtblatt: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden zu sein?

Julia Seidl: Hauptsächlich nutze ich alle erdenklichen Onlineangebot. Für Nachrichten, über die ich mich regelmäßig informiere, nutzte ich zahlreiche online Angebot aller Medien. Insgesamt spielt sich sowieso aktuell vieles digital ab. Insgesamt schaue ich aber vermehrt TV-Nachrichten.

Stadtblatt: Wie funktioniert die Kommunikation zwischen den Ihnen und den anderen Gemeinderatsmitgliedern?
Julia Seidl: Aktuell kommuniziere ich mit Mtgl. aus dem GR, aber vor allem mit Ausschussmitgliedern, über Chatsysteme / Whatsapp, Telegram, Signal etc. und natürlich auch über Mail. Ab und zu wird auch telefoniert - manchmal über Skype oder Zoom, je nachdem.

Stadtblatt: Die üblichen demokratiepolitischen Entscheidungsfindungen sind derzeit außer Kraft gesetzt, können Sie sich trotzdem entsprechend einbringen?

Julia Seidl: Als Oppositionspolitikerin sich einzubringen ist aktuell schwierig, zumindest was das „tagespolitische“ betrifft. Es gibt bis jetzt noch keine regelmäßigen Infos aus dem Krisenstab oder dem Stadtsenat. Ich habe jedoch Herrn Bgm. und Herrn Vize.Bgm. darum gebeten, uns ein regelmäßiges Update zukommen zu lassen. Alles in allem sind aber alle sehr bemüht, Inputs die ich hauptsächlich per Mail verschicke schnell zu beantworten oder in eine Umsetzung zu bringen. So habe ich bereits Mitte letzter Woche darum gebeten, bei der Hausmüllentsorgung die Frequenz zu erhöhen. Denn, die Mülltonnen in den Wohnanlagen sind aktuell verständlicherweise schneller gefüllt als sonst. Diese Anregung wurde aufgenommen und man versucht eine Lösung zu finden. Der politische Diskurs, das gemeinsame Suchen nach den besten Lösungen und die Demokratie erfährt, so hoffe ich, eine neue Wertschätzung.

Stadtblatt: Wie gestalten Sie ihre "Freizeit", was liegt Ihnen derzeit besonders am Herzen?

Julia Seidl: Ich habe das Glück, dass ich zu Hause eine große Terrasse nützen kann. Dort wird in der Freizeit schon mal Federball gespielt oder gegartelt. Und ich kenne jetzt viele in unserem Haus, die ich vorher nicht gekannt habe. Wir treffen uns immer um 18:00 Uhr um zu plaudern und Musik zu hören! Schön, wenn die Nachbarschaft wieder einen Stellenwert bekommt. Ansonsten versuche ich, mit meiner großen Familie regelmäßig Videotelefonate zu führen, besonders mit meinen drei Schwestern. Wir haben eine gute Beziehung und sehen uns normalweise sehr oft. Ich vermisse die Nähe zu meiner Familie sehr. Meine Nichten und Neffen wieder zu sehen und sie zu umarmen, darauf freue ich mich am meisten!

Stadtblatt: Nutzen Sie persönlich einen Blog, youtube-Kanal oder ähnliches um zu kommunizieren?
Julia Seidl: Meine Facebookseite nutze ich aktuell intensiv. Nachdem ich eine neue FB Onlineplattform „Kaufe vor Ort -Angebot in Innsbruck“ gegründet habe, um Innsbrucker Unternehmen eine Kommunikationsmöglichkeit über Online-Lieferdienste und Angebote zu geben, bin ich aktuell hauptsächlich damit beschäftigt, diese am Laufenden zu halten - das ist richtig Arbeit. Ich freue mich, dass die Seite so gut funktioniert. Bei politischen Botschaften halte ich mich momentan sehr zurück. Kritik ist sicherlich in manchen Bereichen angebracht, aber derzeit ist der Grad sehr schmal, um nicht selbst in eine unnötige Profilierungsschleife zu kommen. Deshalb vermeide ich das aktuell. Ich lese aber auf FB Vieles von div. Politiker_innen auch auf Gemeindeebene, die mir nicht gefallen, weil sie genau das tun - wo es um die eigene Profilierung geht. Das finde ich aktuell mehr als unpassend. Für populistische Forderungen, von welcher Seite auch immer, habe ich derzeit kein Verständnis! Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es einen Zusammenhalt gibt - mehr ein Miteinander, statt ein Gegeneinander. Das ist schön! Die Nachwehen dieser Krise werden uns lange beschäftigen, da haben wir noch genug zu tun!

Stadtblatt:Wenn Sie möchten, können Sie gerne auch mit einer persönlichen Botschaft oder Geschichte, das Interview beenden.
Julia Seidl: Ich spüre momentan einen großen Zusammenhalt, einen starken Willen von Vielen, im Sinne der Allgemeinheit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn wir nur ein bisschen von dieser Haltung für die Zukunft mitnehmen können, bringt es unsere Gesellschaft weiter. Zudem denke ich viel an kleine Unternehmen, EPU, KMU Betriebe nach, deren Zukunftsängste enorm sind, die werden sehr hart getroffen - hier hoffe ich, dass wir es schaffen, dass viele das wirtschaftlich überstehen! Ein Umdenken, in unserem Konsumverhalten, mehr Acht zu geben auf Regionalität, das wäre langfristig ein guter Weg, um uns gegenseitig zu unterstützen! Viele Menschen tragen momentan dazu bei, dass unsere Welt weiterläuft - Ihnen ALLEN ein großes DANKE für ihr TUN!
Persönlich freue ich mich sehr, auf die Zeit, wo wir uns wieder gemeinsam treffen, Feste feiern, Spaß haben und Zeit verbringen können. Die virtuelle Welt ersetzt nie, die Nähe zu Anderen!

Kurt Wallasch, Gemeinderat

Kurt Wallasch: "Es ist nichts mehr, wie es war und es wird auch nicht mehr, wie es war. Das erfordert von uns allen ein generelles Umdenken in allen Bereichen."
  • Kurt Wallasch: "Es ist nichts mehr, wie es war und es wird auch nicht mehr, wie es war. Das erfordert von uns allen ein generelles Umdenken in allen Bereichen."
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Stadtblatt: Wie geht es Ihnen persönlich mit der aktuellen Situation?
Kurt Wallasch: Diese Krise, die Angst und Ungewissheit hat uns alle zutiefst getroffen und betroffen gemacht. Die Angst, selbst zu erkranken und die Angst, dass Verwandte, Freunde oder Bekannte schwer erkranken, lässt einen angesichts der dramatischen Entwicklung nicht mehr los. Diese Angst ist allgegenwärtig und lässt nur bedingt ein "normales" Leben zu. Aber wir versuchen täglich, aus der Situation heraus das Beste zu machen und sind für die Zukunft sehr zuversichtlich.

Stadtblatt: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden zu sein?
Kurt Wallasch: Wie wohl jeder nütze ich das gesamte Spektrum der Medien (Internet, TV, Zeitungen, Smartphone).

Stadtblatt: Wie funktioniert die Kommunikation zwischen den Ihnen und den anderen Gemeinderatsmitgliedern?
Kurt Wallasch: Ich hatte bisher nur wenig Kontakt zu den Gemeinderatsmitgliedern außerhalb unserer Fraktion. Innerhalb der Fraktion tauschen wir uns über Mails, Chats und telefonisch aus.

Stadtblatt: Die üblichen demokratiepolitischen Entscheidungsfindungen sind derzeit außer Kraft gesetzt, können Sie sich trotzdem entsprechend einbringen?
Kurt Wallasch: Die Situation bedingt es, wichtige Entscheidungen den hoffentlich bestens informierten Entscheidungsträgern, insbesondere im Gesundheits- und Sicherheitsbereich, zu überlassen. Gibt es Vorschläge oder Informationen, werden diese besprochen und koordiniert an die Entscheidungsträger herangetragen.

Stadtblatt: Wie gestalten Sie ihre "Freizeit", was liegt Ihnen derzeit besonders am Herzen?

Kurt Wallasch: Der Tag ist nicht langweilig. Meine Frau und ich haben einen schulpflichtigen Sohn und eine ältere Person in unserem Haushalt. Es gibt genug zu organisieren. Wir haben uns darauf verständigt, dass immer dieselbe Person die Einkäufe erledigt. Für die Einkäufe bin ich zuständig. Wir nutzen die Zeit auch gemeinsam für Gesellschaftsspiele, Lesen und verbringen auch sehr viel Zeit vor dem Computer, weniger vor dem Fernseher. Ich persönlich nutze die Zeit auch dafür, mich für die politische Arbeit nach der Krise vorzubereiten. Es ist nichts mehr, wie es war und es wird auch nicht mehr, wie es war. Das erfordert von uns allen ein generelles Umdenken in allen Bereichen. Besonders am Herzen liegt mir, dass auch die "Unverbesserlichen" erkennen, wie dramatisch und lebensbedrohend die Situation sein kann und deshalb aus Rücksicht allen Mitmenschen gegenüber, aber auch zum Eigenschutz, den Anweisungen der Behörde "stay at home" Folge leisten. Es sind noch zu viele Gruppen jüngerer Menschen unterwegs oder treffen sich privat.

Stadtblatt: Nutzen Sie persönlich einen Blog, youtube-Kanal oder ähnliches um zu kommunizieren?
Kurt Wallasch: Ich kommuniziere nur mit Familienangehörigen, Freund(inn)en, dem Klub und Bekannten.

Stadtblatt: Wenn Sie möchten, können Sie gerne auch mit einer persönlichen Botschaft das Interview beenden.
Kurt Wallasch: Jede Krise zeigt Schwächen im System auf, aber die damit verbundenen Erkenntnisse und Entbehrungen bedeuten auch neue Chancen und Perspektiven. Für mich persönlich sollte das Ziel sein: "Mehr Regionalisierung als Globalisierung in vielen Bereichen unseres Lebens!

Brigitte Berchtold, Gemeinderätin

Brigitte Berchtold: "Krisen zwingen uns dazu, Dinge einmal ganz anders zu machen- den Alltag neu zu denken. Krisen fördern aber auch den Zusammenhalt."
  • Brigitte Berchtold: "Krisen zwingen uns dazu, Dinge einmal ganz anders zu machen- den Alltag neu zu denken. Krisen fördern aber auch den Zusammenhalt."
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Stadtblatt: Wie geht es Ihnen persönlich mit der aktuellen Situation?
Brigitte Berchtold: Die aktuelle Krise hat unseren gewohnten Alltag von heute auf morgen verändert - für uns alle eine Situation, die uns vor Herausforderungen stellt: Kaum Kontakt und direkte Kommunikation, die tatsächliche Arbeit mit den Menschen findet nicht statt. Die Corona- Krise stellt unseren gewohnten Alltag radikal auf den Kopf. Ich bin dankbar, dass ich gesund bin. Ich versuche den Alltag gut zu strukturieren, denn Struktur schafft Stabilität. Dank dem digitalen Zeitalter sind wir miteinander gut verbunden, trotz körperlicher Distanz. Natürlich ist mir bewusst, wie unverzichtbar der direkte Kontakt ist und wie sehr ich den direkten Dialog vermisse.
Ich vertraue in mein Netzwerk: Zum Beispiel: „Mit wem tausche ich mich aus, was steht an, oder wer braucht meine Unterstützung“? Ich verfolge aufmerksam die aktuellen Nachrichten und Informationen der Regierung. Die Maßnahmen die aufgrund der Corona- Pandemie getroffen wurden, erachte ich als richtig. Ich verfolge mit Interesse die Expertisen der Fachleute und fühle mich verantwortlich für die Menschen, die jetzt Unterstützung und Hilfe brauchen.

Stadtblatt: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden zu sein?
Brigitte Berchtold: Ich nutze Fernsehen, Radio, Smartphone- Instant-Messaging- Dienste, E-Mail……

Stadtblatt: Wie funktioniert die Kommunikation zwischen den Ihnen und den anderen Gemeinderatsgmitgliedern?
Brigitte Berchtold: Der Austausch findet in Gruppen über Instant- Messaging- Dienste statt, Telefon, E-Mail…

Stadtblatt: Die üblichen demokratiepolitischen Entscheidungsfindungen sind derzeit außer Kraft gesetzt, können Sie sich trotzdem entsprechend einbringen?
Brigitte Berchtold: Ich glaube, dass es in Zeiten der Krise besonders wichtig ist, unser Vertrauen zu aktivieren. Ich bringe mich ein, indem ich überlege, wer jetzt meine Unterstützung braucht: Aktiv und zielorientiert Nachbarschaftshilfe leben, Einkäufe erledigen, Bekannte und Freunde sowie Familienmitglieder unterstützen, die zur Risikogruppe gehören. Familien mit Kindern Tipps geben, wie Sie gemeinsam den Alltag zu Hause gestalten und strukturieren können.

Stadtblatt: Wie gestalten Sie ihre "Freizeit", was liegt Ihnen derzeit besonders am Herzen?
Brigitte Berchtold: Ich vertraue in mein Netzwerk. Ich stärke mein Immunsystem, ich überlege, wer meine Unterstützung braucht, denn das liegt mir besonders am Herzen.

Stadtblatt: Nutzen Sie persönlich einen Blog, youtube-Kanal oder ähnliches um zu kommunizieren?
Brigitte Berchtold: nein

Stadtblatt: Wenn Sie möchten, können Sie gerne auch mit einer persönlichen Botschaft das Interview beenden.
Brigitte Berchtold: Krise als Chance: Krisen zwingen uns dazu, Dinge einmal ganz anders zu machen- den Alltag neu zu denken. Krisen fördern aber auch den Zusammenhalt.
Ich wünsche mir, dass wir die Krise gemeinsam gut überstehen.

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