Winter 2019
Schneemassen werden zum Problem für Wildtiere

Gämse kämpft gegen die Schneemassen.
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TIROL. Der Schnee hat Tirol fest im Griff. Die aktuellen Schneemengen machen nicht nur den TirolerInnen zu schaffen, sie sorgen auch für massive Probleme für Wildtiere.

Fütterung von Wildtieren unter schwierigen Bedingungen

Derzeit häufen sich die Meldungen, dass Tiere gegen den Schnee kämpfen oder gar geborgen werden müssen. Auch die Fütterung der Wildtiere im Gebirge wird zum Problem. Einerseits müssen die Reh- und Rotwildfutterplätze freigehalten werden. Andererseits müssen diese täglich aufgefüllt werden. Manche Plätze sind nur mit Schneeschuhen oder Schier erreichbar. Manche Jäger bleiben gleich auf den Hütten in der Nähe. Die An- und Abfahrt ins Tal wäre aufgrund der Lawinensituation zu gefährlich.

Schwierige Lage für Wildtiere

Leider haben Wildtiere kaum mehr die Möglichkeit, sich in flachere, vor den riesigen Schneemengen geschützte Gebiete zurückzuziehen. Denn diese sind im Normalfall bebaut. Die Wildtiere müssen daher in höher gelegenen, exponierten Lagen überwintern. Dies führt dazu, dass die Tiroler Jägerschaft die Tiere mit artgerechtem Futter versorgen muss. Die regelmä´ßigen Fütterungen verhindern auch die Schäden am Wald durch das Verbeißen von Jungbäumen des Wirtschaftswaldes und des Schutzwaldes.

Schnee wird zum Problem für Wildtiere

Gerade jetzt versuchen sich Wildtiere dort aufzuhalten, wo weniger Schnee ist. Daher sind sie jetzt häufig auf Forstwegen oder -straßen anzutreffen. Die Tiroler Jäger bitten daher darauf bei der Tourenplanung darauf Rücksicht zu nehmen. Eine Flucht durch hohen Schnee ist für Wildtiere mit großen Anstrengungen verbunden. Eine Gämse verbraucht auf der Flucht etwa 7-mal so viel Energie wie im Normalzustand, bei der Flucht durch brusthohen Schnee sogar 15-mal so viel. Bei häufigen Fluchten kann dies für schwächere Tiere zum Tod führen.

Tipps beim Kontakt mit Wildtieren

Anton Larcher, Tiroler Landesjägermeister, weist die Bevölkerung auf Tipps hin, was es beim Kontakt mit Wildtieren zu beachten gibt.

  • Was gilt es zu beachten, wenn man eingeschneite oder verletzte Tiere findet? Wildtiere werden durch anwesende Menschen gestresst. Sollte man daher ein eingeschneites oder verletztes Tier finden, sollte man am besten den nächsten Jäger verständigen, zum Beispiel über den Tiroler Jägerverband oder über die Homepage www.tjv.at
  • Wie verhalten sich Wildtiere im Winter?  Wenn Tiere wenig Futter finden, dann bewegen sie sich so wenig wie möglich. Gleichzeitig wird die Körpertemperatur abgesenkt. Dadurch wird eine schnelle Bewegung unmöglich. Werden sie zur Flucht gezwungen, muss der Stoffwechsel schnell hochgefahren werden. Dadurch verbrauchen sie wesentlich mehr Energie. Durch den hohen Energieverbrauch werden die Tiere noch mehr geschwächt.
  • Was sollten Spaziergänger jetzt berücksichtigen? Aktuell sollten die Hauptrückzugsgebiete und die Fütterungsstellen von Wildtieren möglichst großräumig gemieden werden. Grundsätzlich wird aufgrund der Lawinengefahr und der Gefahr durch Schneebruch von Bäumen aktuell von Waldspaziergängen abgeraten.
  • Was sollten Wintersportler momentan beachten? Wintersportler sollten auf den ausgeschriebenen Wegen und Routen bleiben. Sperren sollten dringend berücksichtigt werden. Dadurch werden nicht nur die Wildtiere geschützt sondern auch die Jungbäume. Diese werden durch die scharfen Kanten der Skier leicht beschädigt.
  • Welche weiteren Maßnahmen zum Schutz der Wildes wären notwendig? Die Jägerschaft fordert schon länger sogenannte Wildruhegebiete. Dadurch könnte der Lebensraumverlust der Wildtiere ein wenig ausgeglichen werden. In diesen Ruhegebieten hätte das Wild sichere Rückzugsgebiete, ohne Störungen durch Menschen.

In diesem Winter haben auch Wildtiere mit den Schneehöhen zu kämpfen

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Projekt Bergwelt Tirol

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Bezirksblätter Tirol aus Innsbruck

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