Unwetter in Tirol
Straßensperre, Schienenersatzverkehr, Hagel

Das Unwetter sorgte nicht nur für Abkühlung. | Foto: FB/Sturm- und Gewitterjagd Tirol
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Ein kräftiges Unwetter hat in Tirol zahlreiche Spuren hinterlassen. Die B 171 zwischen Zirl und Innsbruck ist gesperrt, ein Schienersatzverkehr wurde eingerichtet. Rund 130 Einsätze wurden bislang insgesamt verzeichnet, davon im Bezirk Innsbruck-Land 90, wo allein in Kematen 47 Einsätze zu verzeichnen sind. 43 Feuerwehren befinden sich im Einsatz.

Aktuelle Meldung um 06:38 Uhr

INNSBRUCK. Infolge des Unwetters und mehrerer Murenabgänge heute, Montagabend, bleibt die B 171 Tiroler Straße zwischen Zirl und Innsbruck bis jedenfalls morgen, Dienstagfrüh, gesperrt. Morgen findet eine Begutachtung durch die Landesgeologie statt. Infolgedessen wird über die weitere Vorgehensweise entschieden. Eine Umfahrungsmöglichkeit besteht über die A12 Inntalautobahn.

Schienenersatzverkehr

Infolge der Unwetter am Montagabend ging gegen 19.40 Uhr im Bereich Martinswand eine Mure auf die Karwendelbahnstrecke ab. Ein Richtung Seefeld fahrender Zug geriet in das Geröll und blieb darin stecken. Zunächst sollten die rund 40 Fahrgäste unter Mithilfe des ÖBB Einsatzleiters und von Einsatzkräften in den nächsten Richtung Innsbruck fahrenden Zug evakuiert werden. Jedoch ging eine weitere Mure ab, die die Weiterfahrt dieses zweiten Zuges blockierte, sodass er die festsitzende Garnitur nicht erreichen konnte. Da auch eine Erreichbarkeit auf dem Straßenweg nicht gegeben war, mussten ÖBB-Einsatzleiter und Einsatzkräfte zu Fuß zu dem Zug aufsteigen. Nach Beurteilung der Situation vor Ort, der Wiederherstellung der unterbrochenen Stromversorgung, der Beseitigung der größten Schäden und einer Kontrolle der Zuggarnitur wurde entschieden, dass die Garnitur selbstständig bis zum Westbahnhof zurückfahren kann.

Dort wurden die Fahrgäste den Rettungskräften übergeben. Die ÖBB kümmern sich um Weitertransport der Fahrgäste. Die Passagiere des zweiten Zuges (Richtung Innsbruck) konnten mit Hilfe der Feuerwehr die Garnitur gesichert verlassen und werden dann ebenfalls weitertransportiert. Die Karwendelbahnstrecke bleibt auf Grund der Schäden voraussichtlich auch morgen Dienstag noch den ganzen Tag gesperrt.

Ein Schienenersatzverkehr zwischen Innsbruck und Seefeld ist eingerichtet. Die ÖBB bedanken sich bei den Einsatzorganisationen für die professionelle Abwicklung des schwierigen Einsatzes.

Muren - Ursachen, Schutzmaßnahmen, Zahlen und Fakten

Polizeimeldung

Am 12.08.2024 gegen 20:00 Uhr wurde die Polizei über einen Muren Abgang westlich von Innsbruck in Kenntnis gesetzt. Nach ersten Erhebungen konnte festgestellt werden, dass die B171 im Bereich StrKm 88 mehrfach vermurt worden war. Dadurch waren zehn Fahrzeuge mit insgesamt 17 Personen zwischen den Muren eingesperrt. Auch die Bahnstrecke der Karwendelbahn-Zugstrecke (Mittenwald-Bahn) wurde durch die Mure verlegt.

Zwei Personenzüge waren in unwegsamen Gelände unmittelbar betroffen. Ein Zug westlich der Mure, mit insgesamt 21 Personen. Die Fahrgäste wurden durch die Polizei, die FFW Zirl, die BFI, die Bergrettung und die Bergwacht vom Gefahrenbereich evakuiert und anschließend gesammelt von Zirl mit Fahrzeugen zum Westbahnhof nach Innsbruck verbracht. Der östliche der Mure betroffene Zug, mit ca. 40 Fahrgästen, konnte gegen ca. 23:00 Uhr zum Innsbrucker Westbahnhof geschleppt werden, wo die Fahrgäste den Zug unverletzt verlassen konnten.

Die eingeschlossenen Fahrzeuge auf der B171 konnten um 22:43 Uhr ihre Fahrt fortsetzen, nachdem die Straße durch entsprechende Räumungsarbeiten wieder freigemacht wurde. Ein Gelenksbus konnte rückwärts aus dem Gefahrenbereich Richtung Zirl gelotst werden. Die Bahnstrecke und die Bundestraße bleiben bis auf weiteres gesperrt. Weitere Erhebungen betreffend Dauer und Umfang der Sperre erfolgen zu Tagesbeginn. Die Begutachtung der Vermurungen erfolgt durch den Landesgeologen am heutigen Tage.

Neben mehreren Streifen der Polizei standen die Berufsfeuerwehr Innsbruck sowie die Feuerwehr Zirl und das Rote Kreuz sowie die Bergrettung und ÖBB im Einsatz. Auch kamen Einsatzdrohnen zur Lageerkundung sowohl von Polizei als auch von der Feuerwehr zum Einsatz. Es wurden nach aktuellen Erkenntnissen keine Personen verletzt. 

Derzeit ebenfalls noch gesperrt ist die L 16 Pitztal Straße bei St. Leonhard im Pitztal bei Plangeross infolge eines Erdrutsches. Wieder freigegeben werden konnte zwischenzeitlich die L 65 Oberinntalstraße bei Ried im Oberinntal. Diese war kurzzeitig aufgrund von Murenmaterial im Fendler Bach gesperrt.

Aktuelles zum Wetter in Tirol auf MeinBezirk finden Sie hier

Locherboden nach dem starken Gewitter | Foto: Riml
  • Locherboden nach dem starken Gewitter
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