Wendestimmung in Innsbruck: Grün voran, Oppitz schwächelt

Sonntagsfrage: Die Grünen liegen in Führung. Veränderungen der Reihung liegen aber innerhalb der Schwankungsbreite.
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"Für eine amtierende Bürgermeisterin sind diese Werte nicht besonders gut", bringt es Anton Leinschitz (GMK) auf den Punkt. Im Auftrag des STADTBLATT Innsbruck hat der Meinungsforscher die aktuelle politische Stimmung in Innsbruck erhoben. Am 22. April finden in der Landeshauptstadt Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen statt und nach heutigem Stand hätte Georg Willi gute Chancen. In der Bürgermeisterfrage (Direktwahl) liegt Willi gleichauf mit der amtierenden Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck). Beide erreichen derzeit 26 Prozent. Dicht dahinter liegt aber bereits Rudi Federspiel (FPÖ) mit 24 Prozent.

Andere chancenlos

Der seit Monaten vorausgesagte Dreikampf um den Bürgermeistersessel spitzt sich eineinhalb Wochen vor der Wahl also weiter zu. "Sicher ist, dass es eine Stichwahl geben wird. Wer in diese Stichwahl einzieht, ist aus heutiger Sicht jedoch nicht sicher prognostizierbar", analysiert Meinungsforscher Leinschitz. In diesem knappen Rennen gehen die anderen Kandidaten wie Franz Gruber (ÖVP, 11 Prozent) und Irene Heisz (SPÖ, 8 Prozent) zunehmend unter. Die Nennungen für die Kandidaten der Kleinparteien sind derart niedrig, dass eine fundierte Hochrechnung nicht möglich ist.

Kampf um Unentschlossene

Immerhin etwa ein Viertel der Befragten hat sich noch nicht auf eine/n Kandidaten/in festgelegt. Der Kampf um diese "Unentschlossenen" wird voraussichtlich wahlentscheidend sein. Und noch ein weiterer Trend lässt sich ablesen: Viele Wähler "splitten" ihre Stimmen. Das bedeutet, dass sie nicht für den/die Bürgermeisterkandidaten/in jener Partei stimmen wollen, die sie bei der Listenwahl ankreuzen.

Grüne unerwartet im Höhenflug

Allen "Katastrophen" der letzten Monate zum Trotz bleiben die Innsbrucker Grünen auf Erfolgskurs. Weder der unfreiwillige Abschied aus dem Nationalrat noch das Anheuern ihrer Ex-Chefin bei Novomatic oder das Antreten ihres Ex-Gemeinderates Mesut Onay mit seiner Alternativen Liste Innsbruck können der Öko-Partei etwas anhaben. Laut einer aktuellen GMK-Umfrage (exklusiv für das STADTBLATT) liegen Georg Willi und seine Mitstreiter derzeit klar auf Platz eins. Aktuell würden die Grünen mit 22 Prozent der Stimmen klar die stärkste Fraktion im Gemeinderat stellen und könnten ihr Wahlergebnis von 2012 deutlich übertreffen. "Für die Grünen wird entscheidend sein, wie gut es ihnen gelingt, ihre Wähler zu mobilisieren", analysiert Meinungsforscher Anton Leinschitz (GMK).

FPÖ auf Platz zwei

Ebenfalls sehr stark steht zwei Wochen vor der Wahl die FPÖ da. Die Blauen kämen derzeit auf 20 Prozent – würden also ebenfalls kräftig zulegen. "Die Fusion von Liste Federspiel und FPÖ hat sich aus deren Sicht bezahlt gemacht", ist Leinschitz überzeugt. Während die Grünen besonders bei jungen Wählern mit Matura oder Studienabschluss punkten können, wählen Menschen (alle Altersgruppen etwa gleich) mit Pflichtschulabschluss überproportional die FPÖ.

Bürgerliche verlieren

Eine Wahlschlappe steht hingegen dem "bürgerlichen Block" – also "Für Innsbruck" und ÖVP – bevor. Laut Hochrechnung kämen beide Gruppierungen zusammen mit je 16 Prozent kaum über die 30er-Marke hinaus. "2012 kam dieser bürgerliche Block noch auf über 40 Prozent. Wenn in den letzten Wahlkampfwochen keine gravierenden Ereignisse eintreten, ist dieser Wert nicht zu erreichen", betont Leinschitz. Für die SPÖ prognostiziert er ein Ergebnis von ca. 13 Prozent, womit sie ihren Wert von 2012 in etwa halten würden. Klar "drin" sieht die Umfrage NEOS und Liste Fritz. Mit je vier Prozent schaffen sie den Einzug in den Gemeinderat. Von den zahlreichen Kleinstparteien wird vor allem das Abschneiden des Seniorenbundes interessant. Dessen Listenzweiter, Herwig van Staa, könnte Für Innsbruck noch wichtige Stimmen kosten, zumal FI laut Umfrage vor allem bei Wählern über 55 Jahren punkten kann.

Details zur Umfrage:

Auftraggeber:
STADTBLATT Innsbruck
Ausführende Gesellschaft:
GMK Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Annenstraße 25, 8020 Graz
Zielgruppe:
Wahlberechtigte der Stadt Innsbruck
Methode:
Telefonische Befragung zentral aus dem Telefonstudio der GMK (CATI)
Sample:
500 Interviews
Stichprobenmethode:
Zufallsauswahl aus dem amtlichen Telefonbuch, Quotenverfahren (ÖSTAT)
Feldarbeit:
4. bis 7. April 2018
Kontrollen:
audio-visuelle Überwachung 15 %
Ergebnisgewichtung:
ÖSTAT (Geschlecht, Alter, Bildung)
Max. Schwankungsbreite:
Gesamtergebnis +/- 4,5 %

Sonntagsfrage: Die Grünen liegen in Führung. Veränderungen der Reihung liegen aber innerhalb der Schwankungsbreite.
Christine Oppitz-Plörer und Georg Willi liegen mit je 26 Prozent gleichauf, dicht gefolgt von Rudi Federspiel (24 Prozent).

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