PSYCHOPHILOSOPHISCHE SERIE. SIEBEN SÜNDEN IN EINER SACHE
7 Sünden VII: Der unpolitische Mensch & die Trägheit des Herzens

Wenn mein Halbgott der ehrenwerten Empörung in den Main-Stream-Medien seines Faches vor Zorn förmlich durchdrehte, da legten die Bürger durchwegs entsetzt die Ohren an. Schon zu Lebzeiten ist der Bürger-Schreck Klaus Kinski von epigonalen Comedian Hot-Dogs des breiten Geschmackes nachgeäfft und mit lächerlich dummen & dem Grunde nach feigen Fragen typischer System-Faultiere verspottet worden, damit sich die kleinsten & feinsten Gartenzwerge in ihrem situierten Sicherheitsdenken bestätigt fühlen durften.

Die wüstesten Austicker schauen wir wahren Fans immer wieder gerne auf u-tube, bespielsweise, "was Christus getan hätte" einem wie Kinski gegenüber, in seiner Duldsamkeit als Lamm Gottes. Auf diesen Gedanken aus dem Publikum seiner Lesung schreit der böse Klaus in die Menge seiner Zuhörerschaft: " Er hätte eine Peitsche genommen und dir in die Fresse geschlagen! Das hätte er gemacht, du dumme Sau!"

Womit sich der durchaus entschlossene Diskutant als Dazwischenrufer diesen Tiefschlag zeitloser Kunst verdient hatte, kann - im Internet gut aufgehoben - auch in der Langfassung von Kinskis JESUS CHRISTUS ERLÖSER-TOUR der 70er Jahre auf Stadien-Rock-Niveau nachverfolgt werden bis zum Endpunkt des Happenings, an dem er erklärt, er werde die Lesung erst dann wieder fortsetzen wenn das "ganze scheiss Gesindel" weggegangen sei.

Auch der Ausraster gegen eine Reporterin im sobezeichneten "Unmöglichen Interview im Park" ist sehenswert, weil der immer grantiger werdende Kinski ganz klar seine Gefühle zeigt und dazu erklärt, warum die "Verhör"-Person kriegt, was sie durch Stil & Inhalt ihrer Fragestellung selbst bestellt. Wie man in ein tiefes Tal hineinruft, so hallt es zurück...Villons "tiefes Tal am Muschelgrund", da pocht ein wildes Herz zu jeder Stund... kein träges, EIN WILDES HERZ, das sich nur berufsbedingt theatralisch verstellte. Der Beweis, ein völlig vernarbtes Herz, das der Gerichtsmediziner nach der finalen Herz-Attacke Kinskis ebenso offenlegte, nach einer offensichtlichen Vielzahl von unbehandelten Vorfällen unterschiedlicher Intensitätsgrade.

Warum den einen aufhaut ( Tirolerisch für: aufregt), was den anderen aufbaut? (umgangssprachlich für ermuntert/stärkt)??
Für den Philosophen als dialektischen Materialisten, Sozialdarwinisten &/oder Monetaristen ist es naturgemäß davon abhängig, in welches System wir heineingeboren worden sind. Es fällt freilich schwer bei den sogenannten A-Sozialen - Kinskis "scheiss Gesindel" der Geisteshöhe nach - ein System, wie einen Lebensplan zu finden, wie die Reality-Shows in den vielen TV-Trash-Kanälen täglich rund um den ganzen Tag & Planeten uns einprägsam vorführen.
Nicht nötig, dass man versteht, was gesichert ins Unter-Sein geht.

Leichter fällt die Analyse des Lebensleitfadens bei den Un-Sozialen, also jenen die in Schulen lernen, was sich im Alltag gehört, wie sie das von den Eltern vorgelebt bekamen, oder für sich zumindestens als gesellschaftlichen Takt - soll heissen Manieren - für ihren persönlichsten Zugang zur Freiheit als gedrucktem Wert auf Banknoten & den vielen anderen assets im krisensicheren Veranlagungs-Portfolio angenommen haben.

Diesen rein an seiner privaten Befindlichkeit interessierten "Bürger" haben unsere alt-griechischen Ahnen unseres abendländischen Denkens als ideotes oder in der politischen Mehrzahl als ideotai bezeichnet. Davon kommt unser heutiges Schimpf-Wort IDIOT als Synonym für einen Ich-Verrückten, rücksichtslosen Egomanen, oder einfach volkstümlich gesagt: einen Trottel, Deppen, Voll-Koffer, Voll-Pfosten und dergleichen mehr. 

Was ist wenn die IDEOTAI MEHRHEITSFÄHIG werden?
Entsteht durch eine Mehrheit von Ideoten denkmöglich ein vernünftiger Konsens?
Was passiert mit der Demokratie, wenn niemand von uns sein Wahlrecht mehr nützt, aktiv wie passiv?

Dann herrschen eben Oligarchen und deren Konzerne wahrheitlich alleine. Eliten dirigieren die Massen, auf die sie zu Recht herabblicken, denn sie haben sich der obersten Sünde aller Sünden schuldig gemacht DER TRÄGHEIT DES HERZENS, die man im Polit-Jargon "Politikverdrossenheit" nennt. Wir können das verstehen, weil wir selbst in den Hamsterrädern des freien Marktes laufen dürfen, um uns unser irdisches Dasein zu verdienen, um uns also vor Volkes Stimme als vox dei, als Simme Gottes nach dem alten Kanon der Rechtes zu rechtfertigen. Das kann ganz schön müde machen.

Deshalb beten wir heute am arbeitsfreien Tag des Herrn:

Herr bleib bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget.

So wie dein Wille geschieht,
Dass die Bangheit entflieht
So gib uns die Kraft die Wahrheit zu sprechen,
Und mögen die Knochen uns brechen.
Verbanne die Trägen aus unser Herzen.
Lass sie sich wandeln, wenn auch unter Schmerzen.
Volkes Wille in Freude zu tun,
Anstatt schon jetzt auszuruhn.
Im starkmütig Überwinden der Not,
Brüder und Schwestern gleich vor dem Tod.

Glückauf Tirol!! Amen

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